Procter & Gamble hat den Gewinn im Geschäftsjahr 2017 gesteigert und sich ehrgeizige Ziele für 2018 gesetzt. Aber reicht das aus, um sich gegen die Konkurrenz zu behaupten? Im Bild die Konzernzentrale von Procter & Gamble. / Foto: Unternehmen

  Aktientipps, Aktien-Favoriten

Umsatz von Procter & Gamble stagniert: Zeit reif für den Ausstieg aus der Aktie?

Die Aktie von Procter & Gamble hat seit Jahresbeginn gut zugelegt. Jedoch hat der weltgrößte Konsumgüterhersteller kein Umsatzplus im vierten Quartal und im gesamten Geschäftsjahr 2017 erzielt. Kann die  ECOreporter-Favoriten-Aktie (Link entfernt)  weiter zulegen?


Im vierten Quartal stagnierte der Umsatz des Drogerie- und Kosmetikgüterkonzerns bei 16,1 Milliarden US-Dollar (das sind umgerechnet etwa 13,6 Milliarden Euro). Die umsatzstärksten Bereiche von Procter & Gamble (P&G) sind Reinigungs-, Pflege- und Kosmetikprodukte, sie machen etwa die Hälfte des gesamten Umsatzes. Hier konnte das US-Unternehmen leichte Zuwächse erreichen. Die Sparte um Gesundheitsprodukte steuerte 11 Prozent zum Umsatz bei, gefolgt von sonstigen Pflegeprodukten mit 10 Prozent, in beiden Bereichen machte P&G leichte Verluste.

Dabei müssen die negativen Währungseffekte bei den Konzernumsätzen berücksichtigt werden. Sie verschlechterten den Gesamtumsatz im vierten Quartal um 2 Prozent im Verleich zum Vorjahreszeitraum.

Das bereinigte Ergebnis je Aktie verbesserte sich dagegen deutlich um 19 Prozent von 0,69 US-Dollar (0,58 Euro) auf 0,82 US-Dollar (0,69 Euro) je Aktie.

Geschäftsjahr 2017: Gewinn je Aktie gesteigert, Umsatz stagniert

Für das gesamte Geschäftsjahr 2017, das Ende Juni abgeschlossen wurde, verbuchte P&G einen Umsatz von 65,1 Milliarden Dollar. Damit blieb der Umsatz auch hier auf dem Niveau des Vorjahres. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis je Aktie stieg jedoch um 7 Prozent auf 3,92 Dollar gegenüber dem Geschäftsjahr 2016.

Gesteckte Ziele für 2017 erreicht oder sogar übertroffen

Die gesteckten Ziele seien damit erreicht oder sogar übertroffen worden, teilte das Management von Procter & Gamble mit. Das wirtschaftspolitische Umfeld sowie der Wettbewerb im Markt um Drogerie- und Kosmetikprodukte sei aktuell "anspruchsvoll und herausfordernd. Vor allem Unternehmen aus Europa sind eine starke und ernstzunehmende Konkurrenz", hieß es.

Um sich zu wappnen, will die Konzernspitze auch zukünftig an ihren Plänen festhalten: Beschleunigung des organischen Wachstums, starke Produktivitäts- und Kosteneinsparungen, Verbesserung der Organisation sowie Konzentration auf einzelne Marken im Produktportfolio stehen dabei an erster Stelle.

Für 2018 peilt der Konzern ein Umsatzwachstum von 3 Prozent an. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll wie in 2017 um 7 Prozent steigen.

Kurseinfall im November, Erholung im Januar

Der Kurs der Procter & Gamble-Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten um lediglich 5 Prozent zugelegt. Seit Anfang August 2016 stieg der Aktienkurs von 86 US-Dollar (73 Euro) auf aktuell 91 US-Dollar (77 Euro, Stand: 2. August 2017). Zählt man die Dividenden von durchschnittlich 3 Prozent hinzu, ergibt sich eine ordentliche Jahresrendite von 8 Prozent vor Abgabe von Steuern.

Allerdings: Der Vergleichsindex S&P 500 verbesserte sich hingegen, ohne Einbeziehung von Dividenden, um etwa 15 Prozent. Ein Grund sind die im Index aufgeführten Technologiekonzerne Apple, Alphabet (ehemals Google), Microsoft und Amazon. Diese Firmen sind im Index stärker gewichtet und ihre Kurse haben kräftig zugelegt – daher die bessere Performance des S&P 500 gegenüber der Aktie von Procter & Gamble.

Dividende im vierten Quartal stabil

Die Dividende von Procter & Gamble bleibt im vierten Quartal konstant bei 0,68 US-Dollar (etwa 0,58 Euro) je Aktie. Auf das Jahr gerechnet ergibt sich somit eine Dividende von 2,75 US-Dollar (knapp 2,33 Euro) je Anteilsschein. Im Geschäftsjahr 2017 habe P&G die Dividende zum 61. Mal in Folge erhöht, teilte das Unternehmen mit.

Seit 2012 betrug die Ausschüttungsquote durchschnittlich zwischen 68 und 72 Prozent des erwirtschafteten Konzerngewinns. Beim aktuellen Aktienkurs von 91 US-Dollar (etwa 77 Euro) ergibt sich eine Dividendenrendite von 3 Prozent.

Fazit: Einsteigen bzw. Aktie halten

Die Procter & Gamble-Aktie hat des Öfteren in Schwächephasen ihre Stabilität im nicht-zyklischen Markt der Konsumgüter unter Beweis gestellt. Die Produkte von P&G sind in jedem Wirtschaftszyklus gefragt.

ECOreporter hält deshalb an der Procter & Gamble-Aktie weiterhin fest, sie bleibt ein  nachhaltiger Dividendenkönig. (Link entfernt)  Neue Investitionen können getätigt werden, bereits investierte Anleger sollten die Aktie halten. Der Anlagehorizont ist langfristig angelegt. 

Lesen Sie hier unser Portrait von Procter & Gamble, in dem wir das Unternehmen als eine ECOreporter-Favoriten-Aktie vorstellen. (Link entfernt) 

Procter & Gamble: ISIN US7427181091 / WKN 852062
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