Motor einer KWK-Anlage von 2G Energy AG: Kann das US-Geschäft der Anlagenspezialistin den Auftragseinbruch in Großbritannien kompensieren? / Foto: Unternehmen

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Umwelt-Aktie: 2G Energy AG stark im US-Geschäft

Die 2G Energy AG meldet gute Geschäfte im Auslandsmarkt USA. Dadurch gelang es der Spezialistin für Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen im ersten Halbjahr, den Auftragsbestand stabil zu halten. Die Umwelt-Aktie hat auf Jahressicht 27 Prozent an Wert gewonnen.


Im Handelssystem Tradegate verteuerte sich die Aktie der 2G Energy AG am Mittwochmorgen bis 9:30 Uhr um 1 Prozent auf 21,98 Euro. Damit belohnen die Börsianer die guten Nachrichten des Unternehmens aus Heek im Münsterland über die Entwicklung im ersten Halbjahr. Die Halbjahresbilanz wird es zwar erst am 28. September veröffentlichen. Doch es informierte bereits über die Auftragsentwicklung in den ersten sechs Monaten.

Demnach ist der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht gestiegen, von 61,7 Millionen auf 65,3 Millionen Euro. Dabei war der Auftragseingang in Deutschland mit 35,6 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Allerdings akquirierte 2G im Heimatmarkt überwiegend Aufträge für Biogas-betriebene KWK-Kraftwerke, "im Rahmen der Umstellung der Anlagen auf eine flexible Fahrweise und die Erhöhung der installierten Leistung", wie es dazu hieß.

Weniger Aufträge in Großbritannien

Im bislang wichtigen Auslandsmarkt Großbritannien verzeichnete 2G einen Rückgang, "aufgrund der zu Ende März 2017 verringerten Einspeisevergütungen für Strom aus Biogas-Anlagen", wie das Unternehmen erklärte. Das Angebot der Münsterländer umfasst vor allem Anlagen für den Betrieb mit Biogas oder mit Erdgas. 2G will nun in Großbritannien den Absatz Erdgas-betriebener KWK-Anlagen verstärken. Die Münsterländer erhoffen sich davon "mittelfristig eine Alternative zu dem schwächer werdenden Biogas-Markt".

Auftrieb im US-Geschäft

Kurzfristig scheint das in wenigen Jahren aufgebaute US-Geschäft die Schwäche im britischen Markt auffangen zu können. Zumindest hat sich in den USA der Auftragseingang von 2G im ersten Halbjahr 2017 auf 10,8 Millionen Euro verdoppelt. Hierbei handele es sich vor allem um Aufträge für Erdgas-betriebene KWK-Anlagen, so das Unternehmen. Zum Vergleich: In Großbritannien hatte sich der Auftragseingang von 6,6 Millionen auf 1,8 Millionen Euro verringert.

Im Juli setzte sich der positive Trend in den USA fort. Wie die 2G bekannt gab, erhielt die US-amerikanische Tochtergesellschaft 2G Energy Inc. mit Sitz in Florida im vergangenen Monat einen Großauftrag über vier Erdgas-betriebene KWK-Anlagen mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 8 Megawatt (MW). Auftraggeber sei Erlanger Health System aus Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee, eine der größten US-amerikanischen öffentlichen Gesundheitsorganisationen. Den Auftragswert bezifferte 2G mit rund 6,6 Millionen US-Dollar. Das sind umgerechnet rund 5,6 Millionen Euro. Der Auftragswert dieser einen Order entspricht also in etwa der Hälfte des im ersten Halbjahr in den USA erzielten Auftragseingangs.

Auslandsanteil steigt leicht

Weiter teilte das Unternehmen mit, dass es zur Jahresmitte einen Auftragsbestand in Höhe von 107,2 Millionen Euro erreicht hat. Dieser Wert lag geringfügig über dem Vorjahreswert von 106,4 Millionen Euro. Insgesamt hat sich der Auslandsanteil leicht erhöht, von 41,4 auf 42,4 Prozent.

Fazit: Halten und abwarten

Wir haben  im Aktientipp vom  30. Mai empfohlen, die Umwelt-Aktie zu halten. Seither hat sich der Aktienkurs der 2G Energy AG kaum verändert. Wir bekräftigen unsere Einschätzung vom Mai und raten, nun zunächst die Halbjahreszahlen abzuwarten.

2G Energy AG: ISIN DE000A0HL8N9 / WKN A0HL8N
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