Die Deutsche Edelfisch plant, ab 2020 jährlich 700 Tonnen Zander zu produzieren. Anleger können mit Beträgen ab 1.000 Euro in die Aquakultur-Anlage investieren. / Foto: Pixabay

26.04.18 ECOanlagecheck

Unabhängige Analyse: Genussrechte der Deutsche Edelfisch im ECOanlagecheck

Die Genussrechte der Deutsche Edelfisch versprechen einen Basiszins von 8,0 Prozent. Wie risikoreich ist das Angebot? Wir haben es für Sie analysiert.

Das Anlegerkapital soll die Errichtung einer Kreislaufanlage an Land für die Fischzucht finanzieren. In der in Mecklenburg-Vorpommern geplanten Aquakultur-Anlage soll der Speisefisch Zander produziert werden. Anleger können ab 1.000 Euro investieren. Das Agio beträgt 5 Prozent. Die Genussrechte bieten einen Basiszins von bis zu 8,0 Prozent bei einer Mindestlaufzeit von rund 8 Jahren. Der ECOanlagecheck analysiert das Angebot.

Die Emittentin Deutsche Edelfisch DEG GmbH & Co. II KG plant, die Kreislaufanlage nach der Errichtung selbst zu betreiben und die produzierten Fische zu verkaufen. Geschlossene Kreislaufanlagen bestehen laut Prospekt aus einer Kombination von Becken und Filtersystemen, in denen das Abwasser ständig wiederaufbereitet und in die Zuchtbecken zurückgeführt wird. Die Kreislaufanlagen haben nach Angaben der Emittentin mehrere biologische und ökologische Vorteile. Beispielsweise ist demnach in den Anlagen der Einsatz von Antibiotika systembedingt ausgeschlossen.

Die Emittentin beabsichtigt, die Kreislaufanlage in einer bestehenden Halle von 6.000 m² Fläche auf einem Industriegelände in Ludwigslust zu errichten. Die Kosten für den Kauf und die Errichtung der Anlage sind im Prospekt auf 7 Millionen Euro beziffert. Davon entfallen laut Prospekt ca. 2 Millionen Euro auf den Umbau der Halle, den Einbau der Becken und die Elektroarbeiten. Ca. 1 Million Euro sind für Einrichtungsgegenstände, die keinen elektrischen Antrieb haben, eingeplant.

Weitere ca. 3 Millionen Euro sind für die Geräte vorgesehen, die einen elektrischen Antrieb haben, wie zum Beispiel Umwälzpumpen und automatische Fütterungsanlagen.  In den 3 Millionen Euro sind auch eine Dach-Solaranlage und eine Erdwärme-Anlage (Geothermie) eingerechnet. Mit diesen Anlagen will die Emittentin die für die Fischproduktion erforderliche Wärme- und Strommengen selbst gewinnen. Ca. 1 Million Euro sind für die Detailplanung (Architekturbüro, Anlagenplanung, Wärmemanagement) berücksichtigt.

Es ist laut Prospekt beabsichtigt, ab dem Geschäftsjahr 2020 in der Kreislaufanlage ca. 700 Tonnen schlachtreifen Fisch pro Jahr zu produzieren. Die Fische (Zander) sollen in Norddeutschland, einschließlich der Großräume Hamburg und Berlin, an Endverbraucher, Restaurants, Hotels und Großabnehmer vertrieben werden.

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Anbieterin und Leistungsbilanz

Emittentin und Anbieterin der Genussrechte ist die im Juni 2017 gegründete Deutsche Edelfisch DEG GmbH & Co. II KG aus Berlin. Zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung (23. Oktober 2017) gab es keine laufenden Investitionen. Komplementärin und Geschäftsführerin der Emittentin ist die Deutsche Edelfisch DEG Capital GmbH, gegründet im Mai 2014 in Berlin.

Gründungskommanditistin und alleinige Kommanditistin der Emittentin ist die ZKSC Management AG mit Sitz in Spiez in der Schweiz. Sie ist auch Kommanditistin der Komplementärin. 50 Prozent der Anteile an der ZKSC Management AG hält Hans Joachim Acksteiner (64 Jahre). Er ist alleiniger Geschäftsführer der Komplementärin der Emittentin. Beim vorliegenden Genussrechtsangebot handelt es sich um die erste Vermögensanlage der Emittentin, so dass keine Leistungsbilanz vorliegt.

Laut Prospekt ist übernimmt Acksteiner als Geschäftsführer die Projektplanung und Projektentwicklung. Zudem sind im Prospekt unter „Management und Organisation“ drei weitere Personen benannt: Ein Doktor der Agrarwissenschaften (Diplom-Agraringenieur/Fachbereich Fischwirtschaft), eine Doktorin der Gesundheitswissenschaften (Tierärztin, wissenschaftliche Leitung der Emittentin) und ein Diplom-Agraringenieur (technische Leitung der Emittentin). Informationen zu den beruflichen Erfahrungen dieser vier handelnden Personen sind im Prospekt und Kurzexposee nicht enthalten.

Nach Angaben des Geschäftsführers haben die handelnden Personen mit einer anderen Gesellschaft bereits eine Fischzucht-Kreislaufanlage projektiert. Diese Anlage, deren Standort ebenfalls Mecklenburg-Vorpommern ist, ist laut Kurzexposee bereits finanziert und befindet sich in den Bauvorbereitungen.

 

Eigenkapitalhöhe und Platzierungsgarantie

Gesamtfinanzierungsvolumen: 11,545 Millionen Euro

Kommanditkapitalvolumen: 0,0125 Millionen Euro (0,1 Prozent)

Genussrechtskapitalvolumen: 8,9 Millionen Euro (77,0 Prozent)

Platzierungsgarantie: Nein

Agio: 0,445 Millionen Euro (3,8 Prozent)

Fördergelder: 2,2 Millionen Euro (19,1 Prozent)

Bankkapitalvolumen: 0 Millionen Euro (0 Prozent)

Die geplanten Fördermittel aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) sind der Emittentin laut Prospekt noch nicht verbindlich zugesagt. Nach Aussage der Emittentin sind die Fördermittel inzwischen auf 3 Millionen Euro aufgestockt und mündlich zugesagt (Stand: 24. April 2018). Die Fördermittel sind nicht für den Anlagenbau eingeplant, sondern sollen zur Finanzierung benötigter Betriebsmittel wie z.B. Fischfutter, Sauerstoff und Arbeitskleidung verwendet werden.

 

Nebenkosten

(in Prozent des Genussrechtekapitalvolumens, ohne Agio)

Agio: 5,0 Prozent

Genussrechte-Kapitalvermittlung (ohne Agio): 10,0 Prozent

Werbung und Marketing: 1,5 Prozent

Gesamtweichkosten: 16,5 Prozent

Die Vertriebskostenquote ist mit 15 Prozent hoch.

 

Laufende Kosten

Futter: 1.000.000 Euro

Hilfs- und Betriebsstoffe: 350.000 Euro

Besatz (Fischsetzlinge): 960.000 Euro

Personal: 475.500 Euro

Sonstige betriebliche Aufwendungen: 431.950 Euro

Bei den aufgeführten Zahlen handelt es sich um die im Prospekt prognostizierten Kosten für das Jahr 2020, in dem die Kreislaufanlage laut Investitionsplan erstmals ganzjährig die Vollauslastung erreicht. Zum Vergleich: Den Nettoumsatz aus dem Verkauf der Fische kalkuliert die Emittentin für 2020 mit 6,9 Millionen Euro.
 

Laufzeit und Auszahlungen

Laufzeit: unbestimmt, Kündigung für Anleger und Emittentin erstmals zum 31.12.2025 möglich (Mindestlaufzeit), danach jährlich möglich, Kündigungsfrist jeweils 12 Monate

Einkunftsart: Einkünfte aus Kapitalvermögen

Der vertraglich vereinbarte, jährliche Zinssatz der Genussrechte steigt mit der Laufzeit:

bis 31. Dezember 2018: 3,0 Prozent pro Jahr

1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2019: 6,0 Prozent

1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020: 7,0 Prozent

1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021: 7,5 Prozent

Ab 1. Januar 2022 bis zur Rückzahlung: 8,0 Prozent pro Jahr

Über den Basiszins hinaus können die Genussrechteinhaber eine Gewinnbeteiligung erhalten. Diese beträgt 0,03 Euro je Genussrecht (1 Euro), also 3 Prozent. Ein Anspruch auf eine Gewinnbeteiligung besteht nur insoweit, als der ausgewiesene Jahresüberschuss ausreichend hoch ist. Im Prospekt wird nicht erwähnt, ob eine Prüfung der Jahresabschlüsse der Emittentin vorgesehen ist.

Der Anspruch auf Auszahlung des Basiszinses entsteht nur dann und insoweit, als sich dadurch kein Jahresfehlbetrag bei der Emittentin ergibt. Für nicht bediente Basiszinsansprüche besteht ein Nachzahlungsanspruch aus den Jahresüberschüssen aus folgenden Geschäftsjahren. Weist die Gesellschaft in ihrem Jahresabschluss einen Jahresfehlbetrag aus, so mindert sich anteilig der Rückzahlungsanspruch der Genussrechtsinhaber. Werden nach einer Teilnahme des Genussrechtskapitals am Verlust in den folgenden Geschäftsjahren Jahresüberschüsse erzielt, so ist aus diesen das Genussrechtskapital bis zu dem Nennbetrag wieder zu erhöhen, bevor Basiszinsen gezahlt werden.

Die Emittentin geht laut Prospektkalkulation davon aus, dass sie erstmals 2020 einen Jahresüberschuss erzielt und damit Basiszinsen zahlen kann, nachdem das Genussrechtskapital wieder bis zu dem Nennbetrag erhöht worden ist. Nach den Planungen der Emittentin sind die bis 2025 (Mindestlaufzeit der Genussrechte) erzielbaren Jahresüberschüsse so hoch, dass mit diesen Gewinnen eine vollständige Rückzahlung des Genussrechtekapitals möglich ist.

 

Investitionen

Die Emittenten beabsichtigt, eine geschlossene Kreislaufanlage für die Zucht des Speisefisches Zander einschließlich einer Solaranlage und einer Erdwärme-Anlage zu errichten. Zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung bestehen noch keine bindenden Verträge, weder für die Anmietung der Halle für die Kreislaufanlage auf dem Industriegelände in Ludwigslust noch für den Erwerb der erforderlichen Maschinen und Technik. Die Anmietung und der Erwerb sollen laut Prospekt erst dann erfolgen, wenn das Genussrechtekapital eingeworben ist und der Emittentin zur Verfügung steht.

Bei einer erfolgreichen Realisierung des Projektes wird laut Zeitplan ab dem dritten Jahr der Produktion (2020) mit einer Vollauslastung gerechnet. Es ist geplant, 2020 ca. 700 Tonnen schlachtreifen Fisch zu erzeugen. Davon sollen rund ein Viertel zu einem Kilopreis von 12 Euro an Endverbraucher und ein weiteres Viertel zu einem Preis von 8 Euro je Kilo an Restaurants und Hotels verkauft werden. Rund die Hälfte der Fischproduktion plant die Emittentin zu einem Kilopreis von 10 Euro an Großabnehmer zu veräußern.

Der Zander gehört zu den hochpreisigen Speisefischen. In Deutschland liegen gemäß einer Erhebung von ECOreporter die Zander-Kilopreise für den Endverbraucher ungefähr bei 15 Euro (lebend), 20 Euro (ausgenommen) und 30 Euro (filetiert). Die genannten Preise können nur als grober Anhaltspunkt dienen, da bei einem Naturprodukt wie Fisch insbesondere das verfügbare Angebot während eines Jahres und auch im Vergleich der Jahre deutlichen Schwankungen unterliegen kann, was sich entsprechend auf die Preise auswirken kann. Da die Emittentin schlachtreifen Fisch verkaufen will, ist voraussichtlich davon auszugehen, dass am ehesten der „Lebend“-Preis mit den Angebotspreisen der Emittentin für Endverbraucher vergleichbar ist.

 

Ökologische Wirkung

Die Emittentin plant die Errichtung einer geschlossenen Aquakultur-Kreislaufanlage zur Fischzucht in einer geschlossenen Halle. Diese Zuchtmethode hat im Vergleich zur Fischzucht in Teichen oder in Netzkäfigen im Meer den Vorteil, dass nicht in Ökosysteme eingegriffen wird. Bei der Fischzucht in Teichen oder in Netzkäfigen im Meer kann es dagegen beispielsweise infolge des Einsatzes von Chemikalien, Medikamenten und Futtermittel (Exkremente) zu Schäden in den Ökosystemen kommen. Bei der geplanten Kreislaufanlage der Emittentin ist zudem laut Kurzexposee der Einsatz von Medikamenten wie z. B. Antibiotika nicht erforderlich und auch systembedingt ausgeschlossen, da deren Verwendung in der Kreislauf-Aquakultur zum Absterben der reinigenden Mikroorganismen im Bioreaktor führen würden.

Laut Kurzexposee ist bei der geplanten Kreislaufanlage gewährleistet, dass die Tiere artgerecht gehalten werden können. Die Qualität dieser Fische hat den Angaben nach Bioqualität. Laut Kurzexposee ist „die Erlangung eines Ökosiegels möglich.“ Verbindlichere Angaben zum Thema Bio-/Öko-Siegel Angaben sind im Prospekt und Kurzexposee nicht enthalten.

Ob ein Fischprodukt ein Biosiegel erhalten kann, ist unter anderem davon abhängig, wie ökologisch und nachhaltig die Produktion des verwendeten Fischfutters ist. Dazu gibt es im Prospekt keine Angaben, die konkret auf das geplante Projekt der Emittentin bezogen sind. Im Kurzexposee heißt es, dass der Zander „weitgehend vegetarisch ernährt werden kann und das trotzdem notwendige Protein dem Futter aus Schlachtabfällen anderer Fische beigemischt wird.“

Grundsätzlich hat der Zander laut Kurzexposee den Vorteil, dass er nur wenig Futter braucht. Er frisst demnach nur das 0,8 bis 0,9-Fache seines Gewichts. Er frisst demnach weniger, als er nachher wiegt. Zum Vergleich: Ein Rind frisst dagegen laut Kurzexposee bis zur Schlachtreife das Acht- bis Sechzehnfache seines Körpergewichts. Die Zanderzucht ist insofern deutlich ressourcenschonender als die Rinderzucht. Aber auch bei der Zanderzucht entsteht Gülle, die zwar bei der Kreislaufanlage nicht medikamentenbelastet ist und nicht unkontrolliert in Ökosystemen entsorgt wird. Konkrete Planungen zur Entsorgung gibt es aber offenbar bei der Emittentin noch nicht: Laut Kurzexposee „wird man sich vermutlich mit einem lokalen Landwirt auf eine Abnahme einigen können.“

Im Vergleich zur traditionellen Fischzucht verbraucht eine Kreislaufanlage in einer Halle mehr Ressourcen im Bereich Energie und Wärme bzw. kann nicht kostenlos auf diese zugreifen. Zur Energie- und Wärmegewinnung ist die Errichtung einer Solaranlage und einer Erdwärme-Anlage vorgesehen. Die Ressource Wasser nutzt die geplante Kreislaufanlage voraussichtlich deutlich effizienter und nachhaltiger als beispielsweise eine Netzkäfig-Fischzucht im Meer.

 

Risiko

Die Anleger nehmen als Genussrechteinhaber an Verlusten der Emittentin teil. Das bedeutet, dass sich bei Jahresfehlbeträgen der Rückzahlungsanspruch der Genussrechteinhaber verringert. Auch der Anspruch auf Auszahlung des Basiszinses entsteht nur dann und insoweit, als sich dadurch kein Jahresfehlbetrag bei der Emittentin ergibt.

Da das Kommanditkapital der Emittentin nur 12.500 Euro beträgt, sind die Risiken für die Genussrechtinhaber vergleichbar mit den Risiken von Eigenkapitalgebern. Handelsrechtlich wird das Genussrechtkapital beim vorliegenden Angebot als Eigenkapital betrachtet. Im Gegensatz zu den Eigenkapitalgebern bei einer Kommanditbeteiligung haben die Genussrechteinhaber aber keine Gesellschaftsrechte bei der Emittentin, z. B. keine Mitbestimmungsrechte.

Die Emittentin behält sich gemäß den Genussrechtsbedingungen vor, weitere Vermögensanlagen zu gleichen oder anderen Bedingungen zu begeben. Dabei kann es sich grundsätzlich auch um Anlegerkapital handeln, das gegenüber dem Genussrechtskapital vorrangig zu bedienen ist. Für das Genussrechtskapital besteht keine Platzierungsgarantie. Gemäß Mittelverwendungsplan ist eine (nahezu) vollständige Platzierung des Genussrechtskapitals erforderlich, um die geplante Kreislaufanlage realisieren zu können.

Falls die Platzierung der Genussrechte unter Plan bleiben sollte und die Emittentin nicht anderweitig Kapital beschaffen kann, besteht das Risiko, dass das Projekt nicht realisiert werden kann. Eine Möglichkeit zur Rückabwicklung des Genussrechtsangebotes ist vertraglich nicht vorgesehen. Es bestehen weder eine Mittelverwendungskontrolle noch ein Treuhandvertrag bei der Emittentin. Es ist grundsätzlich möglich, dass die Emittentin ihre Anlagestrategie ändert und das Genussrechtskapital anderweitig verwendet.

Nicht nur die Anleger, sondern auch die Emittentin kann die Genussrechte erstmals zu Ende 2025 kündigen. Diese Regelung kann beispielsweise dann mit erheblichen Nachteilen für die Genussrechteinhaber verbunden sein, falls sich die Realisierung des Projektes deutlich verzögern sollte und die Emittentin in der Folge erst einige Kalenderjahre später als geplant die Anlaufverluste ausgleichen kann.

Die Verpflichtung der Emittentin, das Genussrechtskapital bis zum Nennbetrag wieder zu erhöhen und Basiszinsansprüche nachzuzahlen, besteht nur während der Laufzeit der Genussrechte. Daher sind hohe finanzielle Verlusten für die Genussrechteinhaber möglich, falls die Emittentin zu einem Zeitpunkt kündigen sollte, zu dem das Genussrechtskapital (noch) nicht wieder aufgefüllt ist und die Basiszinsen noch nicht nachgezahlt sind.

Bei dem geplanten Projekt sind im Zeitpunkt der Prospektaufstellung mit Ausnahme der Vorplanung noch keine weiteren Schritte realisiert. Es bestehen daher noch Projektentwicklungsrisiken. Insbesondere sind laut Prospekt das vorgesehene Grundstück noch nicht angemietet und die Baugenehmigung für die geplante Kreislaufanlage noch nicht erteilt. Bei einem erfolgreichen Abschluss der Projektentwicklungsphase besteht danach das Risiko, dass die Baukosten (deutlich) höher ausfallen als derzeit geplant und die Emittentin zusätzliches Kapital benötigt, um das Projekt realisieren zu können. Im Falle einer erfolgreichen Errichtung und Inbetriebnahme der Anlage entstehen in der Folge Betriebsrisiken.

Bei einer Fischzucht-Anlage bestehen insbesondere die Risiken, dass die Preise für Setzlinge und Fischfutter steigen und Krankheiten bei den fischen auftreten. Nach Einschätzung der Emittentin ist bei der geplanten Kreislaufanlage das Risiko eines Ausfalls einer ganzen Fischgeneration aber gering, weil es voneinander getrennte Becken gibt und die Produktionshallen weitgehend steril und abgeschlossen seien, wodurch auch keine fischfressenden Vögel in die Hallen kommen. Auf der Einnahmeseite der Emittentin bestehen unter anderem die Risiken, dass Wettbewerber in den Markt eintreten oder sich die Nachfrage von Fischkonsumenten verringert.

 

Stärken                                                        

Ökologisch vorteilhaftes Fischzucht-Anlagenkonzept

 

Schwächen

Projektentwicklungsrisiken

Baurisiken

Hohe Vertriebskosten

 

Fazit:

Finanziell

Die Emittentin plant, eine Fischzucht-Kreislaufanlage zu errichten. Zum Zeitpunkt der Prospektaufstellung ist erst die Vorplanung erfolgt. Bindende Verträge sollen abgeschlossen werden, wenn das Genussrechtekapital eingeworben ist und der Emittentin zur Verfügung steht. Daher hat das Platzierungsrisiko beim vorliegenden Angebot eine hohe Bedeutung. Für das von der Emittentin geplante Projekt liegen noch keine umfassenden Erfahrungswerte vor: Laut Kurzexposee gibt es erst seit wenigen Jahren erste Versuche, den Zander auch in Kreislaufanlagen zu züchten.

Die Zeichner der Genussrechte stellen der Emittentin Wagniskapital zur Verfügung und sind an Verlusten der Emittentin beteiligt. Über den Basiszins von 3 bis 8 Prozent pro Jahr hinaus haben die Genussrechteinhaber Anspruch auf eine Gewinnbeteiligung in Höhe von 3 Prozent. Angesichts der erheblichen Risiken, die mit dem Projekt und dem Genussrechtsangebot verbunden sind, kann die so für die Genussrechteinhaber maximal mögliche Rendite als nicht angemessen hoch gelten. Zur Vertrauensbildung und um gleichgerichtete Interessen mit den Genussrechteinhabern sicherzustellen, wäre es zudem sinnvoll gewesen, wenn die Gründungskommanditistin die Emittentin mit deutlich mehr Kommanditkapital ausgestattet hätte.

 

Nachhaltigkeit

Das Konzept der geplanten Fischzucht-Kreislaufanlage ist nachhaltig. Die Zuchtmethode hat im Vergleich zur Fischzucht in Teichen oder in Netzkäfigen im Meer ökologische Vorteile.

 

ECOreporter.de-Empfehlung

Für Anleger können angesichts der hohen Risiken die Renditechancen des Genussrechte-Angebotes als zu gering gelten.

Basisdaten             

Emittentin und Anbieterin: Deutsche Edelfisch DEG GmbH & Co. II KG, Berlin

Komplementärin und Geschäftsführerin der Emittentin: Deutsche Edelfisch DEG Capital GmbH, Berlin

Anlageform: Genussrechte
Genussrechtsvolumen: 8,9 Millionen Euro
Mindestzeichnungssumme: 1.000 Euro

Agio: 5 Prozent

Laufzeit: Kündigung erstmals zum 31. Dezember 2025 möglich

Basiszinssatz: 3,0 Prozent pro Jahr (Geschäftsjahr 2018), 6,0 Prozent (2019), 7,0 Prozent (2020), 7,5 Prozent (2021), 8,0 Prozent pro Jahr (ab 2022)

Gewinnbeteiligung: 3,0 Prozent pro Jahr

Einkunftsart: Einkünfte aus Kapitalvermögen

BaFin-Billigung: Ja

Handelbarkeit: eingeschränkt, kein organisierter Markt oder Handel für die Genussrechte

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