Die Verbraucherzentrale Sachsen rät vom Investment ins WaldSparBuch von ForestFinance ab. / Bildquelle: Fotolia (Körner)

17.04.13 Anleihen / AIF

Verbraucherzentrale versus ForestFinance – Wie sicher ist das „WaldSparBuch“?

Kritik an einem Angebot der Forest Finance Service GmbH aus Bonn übt die Verbraucherzentrale Sachsen. Im Fadenkreuz: Das „WaldSparBuch“, ein Direktinvestment in Aufforstungsprojekte in Panama. Diesem Geldanlageprodukt mangele es an Anlagesicherheit, so die Verbraucherzentrale. Der Holzinvestmentanbieter wehrt sich gegen die Vorwürfe und erwägt seinerseits rechtliche Schritte gegen die Verbraucherschützer.


„Sicher ist diese Geldanlage nicht. Und mit einem herkömmlichen Sparbuch hat das WaldSparBuch von Forest Finance nur eines gemein – den Namen“, heißt es in einem aktuellen Artikel der Verbraucherzentrale Sachsen. In dieser Anlegerwarnung stufen die Verbraucherschützer das WaldSparBuch als hoch riskant ein. Die in Aussicht gestellte Rendite von bis zu 9 Prozent sei nur unter Vorbehalt erreichbar, so die Verbraucherschützer weiter: „Damit das klappt, muss alles bestens laufen – und das 25 Jahre lang.“ Gefährdet werde die Rendite durch folgende sechs Risiken: Ernteausfall, Schädlingsbefall, Holzpreisschwankungen, Umwelteinflüsse wie Feuer, politische Unruhen im Aufforstungsland und möglicherweise zu geringer wirtschaftlicher Erfolg von Forest Finance. „Und im schlimmsten Fall sind die gesamten Ersparnisse verloren. Denn anders als beim vertrauten Sparbuch von Banken und Sparkassen, besteht für diese Art von Investment keine Einlagensicherung. Zwar gibt Forest Finance eine sogenannte Rücknahmegarantie zu festen Konditionen. Aber diese bringt erst nach 13 Jahren den vollen Betrag zurück“, folgert die Verbraucherzentrale. Ob der Forstinvestment-Anbieter dann noch zahlungskräftig sei, sei fraglich.


Gegenüber ECOreporter.de äußerte sich Michael van Allen, Marketingleiter der ForestFinance Gruppe, zu der Kritik.


ECOreporter.de: Was sagen Sie zu der Kritik der Verbraucherzentrale Sachsen am „WaldSparbuch“?

Michael van Allen:
Die im Beitrag der Verbraucherzentrale Sachsen angesprochenen Kritikpunkte sind objektiv falsch. Wir werden wahrscheinlich rechtlich gegen den Artikel vorgehen. Ein einfacher Blick in die Rubriken „Sicherheit“ oder „FAQ“ hätte gereicht, fast alle Vorwürfe sofort zu beseitigen. Die Behauptung der Überschrift „WaldSparBuch: Geldanlage ohne Sicherheit“ ist objektiv falsch und steht diametral zum Sicherheitskonzept des WaldSparBuches, das wir auf unserer Opens external link in new windowHomepage veröffentlicht haben.


ECOreporter.de: Die Verbraucherzentrale Sachsen kritisiert, es mangele dem Angebot an Anlagensicherung beziehungsweise es liege ein Totalverlustrisiko vor?


van Allen: Diese Behauptung steht im Gegensatz zu allen Fakten und unserer achtzehnjährigen Tropenforsterfahrung.
Erstens: Für das WaldSparBuch gibt es eine vertraglich festgelegte Rückkaufgarantie mit festgelegten Rückkaufwerten. Opens external link in new windowHier einzusehen
Zweitens: Die Vermögens- und Unternehmenslage lässt sich durch die öffentlich auf der Homepage einsehbare ausführliche Bilanz erkennen. Die Wirtschaftsauskunft Scoredx bewertet die Transparenz von ForestFinance unlängst mit 99 Prozent, wie Opens external link in new windowhier zu erfahren ist.
Bei ForestFinance-Waldinvestments handelt es sich um Sachwertinvestments, welche im Falle der Insolvenz der ForestFinance Service GmbH nicht in die Konkursmasse eingehen! Der Sachwert ( = das Investment) verbleibt beim Investor. In der tropischen Forstung entstehen fast 50 Prozent aller Kosten im ersten Jahr. Diese beziehen sich beispielsweise auf Fläche, Vorbereitung, Baumschule, Aufforstung sowie intensive Pflege. Und etwa 75 Prozent aller Kosten fallen in den ersten fünf Jahren an. Deshalb minimiert sich das Risiko im Verlauf des Investments.
Drittens: Im Artikel wird entgegen der Tatsachen behauptet, es müsste alles „bestens laufen“, damit die Rendite eintrifft. Dies ist falsch, wie ein einfacher Blick in die Renditeprognosen bestätigt.

 Bildnachweis: Michael van Allen Marketingleiter von ForestFinance. / Quelle: Unternehmen



ECOreporter.de: Und die Risiken im Anbauland Panama?

van Allen: Zum Schädlingsbefall: Durch Mischwaldaufforstung und Verteilung auf mittlerweile über 50 Flächen erreichen wir ein Höchstmaß an risikenreduzierender Diversifikation. Durch Schädlingsbefall wurden entsprechend in den vergangenen 18 Jahren nur wenige Promille Waldfläche wertmindernd geschädigt, jedoch gibt es alleine fünf Prozent Sicherheitsflächen.
Zu Waldbrand beziehungsweise zur Feuerversicherung: Die Aufforstungen erfolgen in den Tropen, mehrmonatige Trockenphasen mit Waldbränden wie in Griechenland gibt es dort nicht. Lediglich Kleinbrände, bei denen vertrocknetes Gras abbrennt, gab es, diese waren jedoch nicht waldschädigend! Seit knapp zehn Jahren haben wir zum Beispiel eine Feuerversicherung, die wir noch in keinem Fall in Anspruch nehmen konnten. Durch die extreme Vielfalt der Waldflächen ist ein flächendeckender Waldbrand ebenfalls nicht möglich. Ab dem sechsten Jahr sind die Aufforstungen vor Waldbränden zudem weitestgehend geschützt. Letztlich verzeichneten wir in 18 Jahren insgesamt weniger als 0,3 Prozent Ausfall von Waldflächen. Dem stehen jedoch fünf Prozent Sicherheitsflächen gegenüber.
Zum Ernteausfall: Alle bisherigen Ernten lagen im Bereich der „real“ oder „best case“-Prognosen. Wir kommunizieren Anlegern gegenüber in jährlichen Wachstumsberichten unter anderem über das Holzvolumenwachstum. Daher sind die Holzmengen bei Ernte relativ gut abschätzbar.
Zu „Holzpreisrückgang“: Würden die Holzpreise kurzzeitig zurück gehen, würde die Ernte um ein Jahr verschoben werden. Das würde neben der Holzpreiserholung zudem ca. drei bis vier Prozent mehr Holzmasse bedeuten. Aufgrund der weltweit zurückgehenden Holzvorräte und steigenden Nachfrage gehen jedoch alle Prognosen von deutlich steigenden Preisen aus. Lediglich im Falle einer schlagartigen extrem deutlichen Weltbevölkerungsrückgang wäre ein längerer Preisrückgang erwartbar.
Zu „politischen Unruhen“ in Panama: In den vergangenen einhundert Jahren gab es in Deutschland häufiger „politische Unruhen“ und Sparbuchentwertungen (Hyperinflation, Enteignungen und so weiter) als in Panama. Insofern ist Deutschland historisch ein schlechteres Investitionsland. Panama hat kein Militär mehr, daher gibt es kaum Diktaturgefahr. Es hat den US-Dollar als Währung und bemüht sich seit Jahrzehnten um weitestgehende Investitionssicherheit für Auslandsinvestoren. Darüber hinaus gibt es ein deutsch-panamaisches Investitionsschutzabkommen zur Sicherheit der Auslandsinvestoren. All dies führte dazu, dass das Bruttoinlandsprodukt(BIP) in Panama im vergangenen Jahrzehnt im Vergleich zu dem BIP in allen weiteren Ländern Lateinamerikas am stärksten gewachsen ist. Außerdem erreichte Panama in dieser Zeit das zweithöchste ProKopf-BIP aller Länder Lateinamerikas.


ECOreporter.de: Die Verbraucherzentrale Sachsen kritisiert auch die Sicherheit des WaldSparbuchs im Vergleich zu herkömmlichen Sparbüchern von der Bank oder Sparkasse. Was sagen Sie dazu?


van Allen:
Zu angeblichen Sicherheit des herkömmlichen Sparbuchs ist zu sagen: Geschützt ist es durch das Einlagensicherheitsgesetz. Dessen Sicherheit ist jedoch relativ, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und viele andere unlängst feststellten, denn (Zitat) „Nur bei einzelnen Schieflagen ist das System stabil“. Da jedoch die Verschuldungsquoten der USA, England und vieler weiterer Länder sich seit 2007 verdoppelt haben, können Staaten Bankpleiten mittlerweile nur noch in einem kleinen Rahmen ausgleichen. Neben der mittlerweile stark gestiegenen Staatsverschuldung bürgt Deutschland zudem mit über 300 Milliarden Euro für Kredite an vom Finanzmarkt nicht mehr als kreditfähig eingeschätzte Länder wie Griechenland und Zypern. Kommt es beispielsweise in Griechenland zu einem erneuten Schuldenschnitt, erhöht sich Deutschlands Staatsverschuldung schlagartig. „Sparen ist riskant“ schrieb die FAZ zum Sparbuch unlängst und erläuterte: „Der Fall Zypern macht deutlich: Bei Spareinlagen werden heutzutage nicht Gelder sicher verwahrt. Vielmehr handelt es sich um nichts anderes als Kredite an die Bank“.

ECOreporter.de: Herzlichen Dank, Herr van Allen.

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