Das Brühsystem Keurig ist der Absatzschlager von Green Mountain Coffee Roasters. Aber sie produzieren Getränke nur über Einweg-Tabs, deren Produktion sehr energieaufwändig ist. / Quelle: Unternehmen

06.02.14 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Meldungen

Verkaufsempfehlung für Green Mountain Coffee Roasters

Green Mountain Coffee Roasters aus dem US-Bundesstaate Vermont entfernt sich weiter von seinen auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Ursprüngen. Das Unternehmen aus Waterbury ist als Bio-Kaffeehersteller und produziert diesen auch weiterhin. Aber inzwischen entfällt der Großteil der Einnahmen auf das Kaffeekapsel-Brühsystem „Keurig“. Diese aus Nachhaltigkeitssicht problematischen Kapseln enthalten dann Bio-Kaffee von Green Mountain Coffee Roasters.Demnächst soll die Gesellschaft denn auch in Keurig Green Mountain Inc. umgetauft werden. Und nun kauft sich Coca-Cola bei dem Unternehmen ein, ein Produzent von gesundheitlich bedenklichen Kaltgetränken.

Der Eintritt von Coa-Cola erfolgt vor dem Hintergrund, dass Green Mountain Coffee Roasters demnächst in den Markt für Kaltgetränke einsteigen will. Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres soll dafür mit „Keurig Cold“ ein neues System für Kaltgetränke auf den Markt gebracht werden, dass ebenfalls Kapslen verwendet, um Getränke zu msichen. Coca-Cola will hierbei mitmischen und seine Geschmacksrichtungen beisteuern. Dafür erwirbt der Großkonzern laut Unternehmensangaben zehn Prozent der Anteile an Green Mountain Coffee Roasters und investiert dafür 1,25 Milliarden Dollar, also umgerechnet rund 925 Millionen Euro.

Diese Nachricht hat einen Kurssprung für die Aktie ausgelöst, die bis heute Mittag um 11:45 Uhr im Xetra um über 42 Prozent auf 85,5 Euro sprang. Auf Jahressicht liegt sie damit um 80 Prozent im Plus. Seit dem Aktientipp von ECOreporter.de im Oktober 2006 (per  Mausklick gelangen Sie zu dem Beitrag) hat sich der Aktienkurs von Green Mountain Coffee Roasters sogar mehr als verzwanzigfacht, einen zwischenzeitlichen Aktiensplit eingerechnet. Auch danach hatten wir immer wieder über Kaufempfehlungen berichtet. Nun aber raten wir zum Verkauf der Aktie. Sie erscheint aus Nachhaltigkeitssicht zunehmend problematisch. Zudem sind nach dem aktuellen Kurssprung weitere starke Zuwächse vorerst nicht zu erwarten. Anleger sollten die Kursgewinne nun versilbern.

Wir schätzen das weitere Kurspotential des Unternehmens für das laufende Jahr  als begrenzt ein, obwohl Green Mountain Coffee Roasters mit weiterem Wachstum im laufenden Geschäftsjahr rechnet. Das sehen wir im aktuellen Kurs bereits eingepreist. Die Amerikaner haben jetzt ihre Prognose für das Gesamtjahr bekräftigt, wonach sie dem Umsatz um einen einstelligen Prozentsatz erhöhen wollen. Der Jahresgewinn je Aktie soll auf 3,75 bis 3,85 Dollar je Aktie klettern. Im vergangenen Geschäftsjahr war ein Gewinn in Höhe von 3,16 Dollar je Aktie erreicht worden.

Diese Prognose stützt sich auch auf die nun veröffentliche Zwischenbilanz für das erste Quartal, dass Ende Dezember abgeschlossen wurde. Demnach wurde der Quartalsgewinn je Aktie gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 26 Prozent auf 0,96 Dollar verbessert, das operative Ergebnis um 22 Prozent auf 238,2 Millionen Dollar. Der Quartalsumsatz wuchs um vier Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar. Die Führung von Green Mountain Coffee Roasters will den Aktionären dafür Anfang Mai eine Quartalsdividende von 0,25 Dollar je Anteilsschein auszahlen.

Green Mountain Coffee Roasters: ISIN: US3931221069 / WKN: 887856
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