Die VTG AG aus Hamburg organisiert Schienentransporte und ist in Europa der größte Vermieter von Eisenbahn-Güterwaggons. / Foto: VTG AG

18.08.17 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Aktien-Favoriten , Meldungen

VTG kassiert Prognose – Eisenbahn-Aktie noch aussichtsreich?

Kurios: Gerade weil die Nachfrage nach ihren Güterwagen gestiegen ist, hat die VTG AG aus Hamburg ihre Ergebnisprognose für 2017 geändert. Die Nachfrage wirke sich "negativ" auf das Jahresergebnis aus, hieß es in einer Mitteilung. Wir erklären, was dahinter steckt – und wie sich die neue Prognose auf die Aktie des Unternehmens auswirkt. Außerdem hat VTG vorläufige Quartalszahlen veröffentlicht.


Die VTG vermietet Eisenbahn-Waggons und organisiert Transporte auf der Schiene. In Europa ist sie damit so erfolgreich, dass die Nachfrage zum Anfang ihres dritten Quartals "ungewöhnlich hoch" war, so teilten es die Hamburger mit. Allerdings entstehen dem Unternehmen durch die höhere Nachfrage auch höhere Kosten, es sind etwa 4 Millionen Euro. Denn zuerst müssen rund 1.100 bisher unvermietet abgestellte Güterwagen hergerichtet werden, bevor sie dann zum jeweiligen Kunden kommen. Bis VTG die Umsätze aus diesen Aufträgen verbuchen kann, dauert es wiederum.

Deshalb hat der VTG-Vorstand beschlossen, die EBITDA-Prognose (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) anzupassen. Demnach wird für das laufende Geschäftsjahr 2017 ein Konzern-EBITDA in der Bandbreite von 330 bis 360 Millionen Euro erwartet. Bislang hatte der Vorstand mit einem leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (345,3 Millionen Euro) gerechnet.

"Einmalaufwand": VTG muss ran an die Bremsen

Zudem sei nicht ausgeschlossen, "dass sich die positive Nachfrageentwicklung im vierten Quartal aufgrund der guten wirtschaftlichen Indikatoren fortsetzen wird", so die VTG. Das hätte noch mehr Extra-Kosten zur Folge. Hinzu kommt, dass die Waggon-Spezialistin die Bremssysteme an 950 Containerwagen überarbeiten muss. Dafür sorgte eine neue Vorschrift der europäischen Eisenbahnagentur ERA. Deshalb rechnen die Hamburger noch mit einem "Einmalaufwand" von rund 2,5 Millionen Euro in 2017.

Nacco-Übernahme wirkt sich ebenfalls aus

Zusätzlich habe der Vorstand in der neuen Prognose mögliche Ergebniseffekte aus der geplanten Nacco-Übernahme berücksichtigt, hieß es. Die zur französischen CIT Rail Holdings gehörende Nacco-Gruppe ist derzeit der viertgrößte private Vermieter von Güterwagen in Europa. Je nachdem, wann die Kartellbehörden der Übernahme zustimmen, würden sich für VTG in 2017 Ergebnisbeiträge oder Mehrbelastungen ergeben, so die Transport-Spezialistin.  Mehr Details zum Deal erfahren Sie in unserem Aktientipp von Anfang Juli 2017.  

Für die Umsatzprognose geht der Vorstand unverändert von einem Wert leicht über dem Vorjahr aus (2016: 986,9 Millionen Euro).


Vorläufige Quartalszahlen: Umsatz und EBITDA gestiegen

Die VTG AG will ihr Ergebnis zum zweiten Quartal 2017 am 29. August veröffentlichen. Den vorläufigen Zahlen zufolge lag der Konzernumsatz im zweiten Quartal 2017 bei 255,0 Millionen Euro, nach 243,8 Millionen im ersten Quartal 2017. Das EBITDA erreichte 86,7 Millionen Euro im zweiten Quartal 2017 nach 76,6 Millionen im Vorquartal. Zum Ende des zweiten Quartals betrug die Auslastung der Logistik-Spezialistin 91,2 Prozent (erstes Quartal 2017: 90,3 Prozent).


Fazit: Leichte Prognose-Korrektur ändert nichts an unserer Empfehlung

Auch wenn das Ergebnis der VTG AG in 2017 unter dem Vorjahr liegen sollte, sind die Aussichten auf längere Sicht gut. Die Nachfrage nach Güterwagen zieht offenbar enorm an – die Transport-Expertin wird also entsprechend auch höhere Umsätze verbuchen können. Zwar verursacht dies erst einmal Kosten, ebenso wie die Übernahme von Nacco.

Aber mittel- und langfristig werden sich die Investitionen für VTG auszahlen. Wir halten darum weiterhin an unserer Empfehlung der Eisenbahn-Aktie fest. Im Handelssystem Xetra kostet der Anteilsschein derzeit 43,66 Euro und notiert damit knapp 3 Prozent unter dem Vortag. Auf Sicht eines Jahres hat sie aber einen Kurszuwachs von über 77 Prozent erreicht (Stand: 18. August, 9:09 Uhr).

Die VTG schließt vor allem langfristige Verträge mit ihren Kunden ab, so dass massive Einnahmeeinbrüche unwahrscheinlich sind. Hinzu kommt die seit Jahren steigende Dividende.

Deshalb bleibt die VTG AG eine ECOreporter-Favoriten-Aktie (Link entfernt)  aus der Reihe aussichtsreicher Mittelklasse-Aktien (Link entfernt). Lesen Sie hier unser Kurzportrait der VTG vom Juli 2016, mit dem wir die Aktie in die Auswahl aufgenommen haben.

VTG AG: ISIN DE000VTG9999 / WKN VTG999
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