Die ABO Invest AG übernimmt in der Regel Windparks, die wie das Projekt im Bild von der ABO Wind AG umgesetzt wurden. / Foto: Unternehmen

23.05.17 Aktientipps , Nachhaltige Aktien , Aktien-Favoriten , Meldungen

Wind-Aktie: ABO Invest AG verfehlte 2016 die Jahresprognose

Die ABO Invest AG hat mit einem Jahresverlust in 2016 enttäuscht. Auch das laufende Jahr könnte die Windkraft-Spezialistin mit einem Minus abschließen. Die Wind-Aktie legt dennoch stetig zu. Die ABO Invest AG ist eine  ECOreporter-Favoriten-Aktie (Link entfernt), wir führen sie in der  Auswahl grüner Spezialwerte (Link entfernt).

2016 war europaweit ein schlechtes Windjahr. Aufgrund ungewöhnlich ungünstiger Windverhältnisse hat denn auch die ABO Invest AG aus Wiesbaden deutlich weniger Windstrom produziert als anvisiert. Dabei hat das Unternehmen seine Projekte breit auf verschiedene Märkte verteilt, um Windschwächen an einzelnen Standorten durch die Windproduktion an anderen ausgleichen zu können.

Doch diese Strategie ging 2016 nicht auf. Die Stromerträge des Portfolios von rund 60 Windkraftanlagen in Deutschland, Finnland, Frankreich und Irland sowie einer deutschen Biogas-Anlage blieben erstmals in der sechsjährigen Unternehmensgeschichte mehr als 10 Prozent hinter der Prognose zurück. Die ABO Invest AG erzeugte 303 Millionen Kilowattstunden Grünstrom und nicht wie anvisiert 338 Millionen Kilowattstunden.

Der Jahresumsatz schrumpfte von 29,2 Millionen Euro in 2015 auf 27,7 Millionen Euro und fiel damit um rund 11 Prozent niedriger aus als erwartet. Zudem verbuchte die ABO Invest AG beim Jahresergebnis einen Fehlbetrag in Höhe von 3,149 Millionen Euro. Der ist zwar gegenüber dem Vorjahreswert von minus 4,170 Millionen Euro gesunken. Aber das Unternehmen wollte 2016 eigentlich die Gewinnzone erreichen. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit 4,124 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 4,659 Millionen Euro.

Wie Vorstand Andreas Höllinger erläutert, hat ABO Invest die Zinskosten zuletzt deutlich reduziert. "In einem Geschäftsjahr mit durchschnittlichem Windaufkommen ist daher mit einem positiven Ergebnis zu rechnen", so der Vorstand. Ob das 2017 gelingt, sei nach dem windschwachen Jahresauftakt fraglich. "Mit gutem Wind im zweiten Halbjahr lässt sich jedenfalls noch einiges gutmachen", betont Höllinger. Zudem habe das Unternehmen auch 2016 die Zinslast weiter verringert.

Der Windparkbestand soll weiter wachsen

Die ABO Invest AG will den Windparkbestand durch eine Investition in Finnland ausbauen. Der Vorstand plant, in der zweiten Jahreshälfte 2016 das Projekt Haapajärvi II zu erwerben, das die mit ABO Invest verbundene  ABO Wind AG (Link entfernt)  derzeit umsetzt. Hierbei handelt es sich um eine Erweiterung der Windfarm Haapajärvi, die ABO Invest AG bereits besitzt.

"Haapajärvi II hat eine Leistung von 23,1 Megawatt (MW) und eignet sich hervorragend, um das Portfolio zu ergänzen", stellt Höllinger dazu fest. Die Kombination der beiden Windparks ermögliche "erhebliche Synergieeffekte". So könne ABO Invest mit einer gemeinsamen Projektfinanzierung für beide Bauabschnitte "eine Eigenkapitalrendite deutlich über dem aktuellen Marktniveau erreichen".

Die Unternehmensführung plant, die eigene Leistungskapazität der ABO Invest AG von derzeit rund 130 MW bis 2020 auf 200 MW ausbauen. Höllinger weist aber darauf hin, dass es im aktuellen Marktumfeld nicht möglich sei, in Ländern mit hoher Rechtssicherheit Windparks zu den bisher angestrebten Preisen zu erwerben.

ABO Invest hatte in den ersten Jahren beim Aufbau des Windpark-Bestandes mit einer Eigenkapitalrendite von 7 und mehr Prozent kalkuliert. Doch vor allem institutionelle Investoren interessieren sich mangels rentabler Anlagealternativen zunehmend für Windparks, und diese erhöhte Nachfrage lässt auch die Preise für solche Projekte steigen. Der Einkauf von Windparks zu erhöhten Preisen lohnt sich damit weniger. Andererseits steigt mit den Preisen auch der Marktwert der Windparks, die ABO Invest bereits im Bestand hat.

Fazit

Wer in die ABO Invest AG investiert, sollte dies tun, um das Portfolio zu stabilisieren. Denn deren Kurs wird anders als bei anderen Wind-Aktien nicht durch Spekulationen auf Wachstumssprünge getrieben, sondern durch den steten Ausbau des Windpark-Bestandes und der Verringerung der Zinslast. Dadurch zeigt die Wind-Aktie keine Kurssprünge nach oben, aber auch keine Kursabstürze. Sie gewinnt schlicht beständig an Wert. Sie entspricht eher einer Direktbeteiligung an einem Windkraft-Portfolio.

Die ABO Invest AG ist an der Düsseldorfer Börse notiert und ist dort über fünf Jahre hinweg um 40 Prozent auf 1,6 Euro geklettert. Auf Jahressicht liegt sie 7 Prozent im Plus. Die Meldung über das Verfehlen der Prognose in 2016 hat die Wind-Aktie nicht belastet. Die Wind-Aktie bleibt eine ECOreporter-Favoriten-Aktie (lesen Sie dazu unser  Portrait vom November 2016 (Link entfernt)).

ABO Invest AG: ISIN DE000A1EWXA4 / WKN A1EWXA
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