Installation des Offshore-Windparks alpha ventus von Windreich. / Quelle: Unternehmen

  Anleihen / AIF

Windreich GmbH verbucht Verlust auf Konzernebene

Vorläufige Zahlen für das Gesamtjahr 2012 hat der Windkraftprojektierer Windreich GmbH vorgelegt. Demnach steigerte das Unternehmen aus Wolfschungen bei Stuttgart zwar den Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 28 Prozent auf 27 Millionen Euro. Das gelang trotz einer Totalabschreibung auf Anteile an dem insolventen Windradhersteller Fuhrländer, an dem Windreich bislang 9,4 Prozent hielt. Der Bilanzgewinn schrumpfte von 12 Millionen im Vorjahr auf zwei Millionen Euro in 2012.

Die Gesamtleistung – also der Umsatz samt aller sonstiger Erträge und Veränderungen im Bestand – lag mit 101 Millionen Euro 37 Prozent unter dem des Vorjahres. Wichtig dabei: Diese Umsätze erzielte Windreich nach eigenen Angaben nicht durch Stromerlöse aus der On- und Offshore-Windkraft, sondern durch den Verkauf von Beteiligungen an Windkraftprojekten zu Lande und zu Wasser. Stromerlöse und Dienstleistungen trugen Windreich zufolge lediglich sieben Millionen Euro bei.  Speziell Stromerträge des großen Offshore-Projekts Global Tech 1 sollen dies in Zukunft ändern. Das Großprojekt mit 400 Megawatt (MW) Leistungskapazität soll nach Angeben von Alleinvorstand und Gründer Willi Balz voraussichtlich im Herbst 2013 über eine Interimslösung ans Stromnetz angeschlossen werden.
Unterm Strich geriet die Windreich GmbH in die Roten Zahlen Auf Konzernebene verbuchte der Windkraftprojektierer für 2012 10 Millionen Euro Verlust nachdem im Vorjahr noch 10 Millionen Euro Jahresüberschuss erwirtschaftet worden waren.

Allerdings konnte Windreich GmbH konnte ihren Schuldenberg zwar verringern, dennoch ist die Last der Verbindlichkeiten weiterhin groß. In der Vorläufigen Bilanz für 2012 verbucht Windreich 396 Millionen Euro Schulden nach 434 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Schulden bei Banken und Anleihegläubigern machten 300 Millionen Euro aus. Im Vorjahr waren es noch 331 Millionen Euro gewesen.
Der Windkraftprojektierer hatte zuletzt einen Sparkurs eingeschlagen, der auch die Umfirmierung von der AG zur GmbH beinhaltete. Die Windreich GmbH hat insbesondere für die Entwicklung von Offshore-Windkraftprojekten über zwei Anleihen 149 Millionen Euro bei Anlegern eingeworben. ECOreporter.de hat die beiden jeweils mit 6,5 Prozent fest verzinsten Wertpapiere hier und hier ECOanlagechecks unterzogen. Vorstandchef Balz  zufolge werde es kein Problem sein, bereits im März 2015 74 Millionen Euro beziehungsweise im Juli 2017 75 Millionen Euro an die Anleihe-Zeichner zurückzuzahlen. Allerdings hatte Balz selbst in der Vergangenheit mit privatem Kapital ausgeholfen, um die Anleihezinsen zu bedienen.

Die Staatsanwaltschaft hat März 2013 Ermittlungen wegen des Verdachts der Bilanzmanipulation aufgenommen. Windreich-Vorstand Willi Balz hatte die Vorwürfe stets deutlich zurückgewiesen und erklärt, sein Unternehmen kooperiere bei den Ermittlungen vollumfänglich mit den Behörden (mehr dazu lesen Sie hier). Zum Stand dieser Ermittlungen hat sich die Windreich GmbH noch nicht weiter geäußert. ECOreporter.de führt Windreich bis auf Weiteres in der Wachhund-Rubrik.
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