Die Geschäfte für den Windradbauer Nordex liefen in 2016 überaus gut. Das Bild zeigt eine Windkraftanlage aus der Produktion der Hamburger. / Foto: Nordex

03.03.17 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Wochenrückblick: Nordex steigert Umsatz und Gewinn – Meyer Burger raus aus Verlustzone – Capital Stage meldet Rekordwert bei der Ökostromproduktion

In dieser Woche legte der Dax bis Freitagmittag um 2,1 Prozent auf 12.032 Punkte zu. Der US-amerikanische S&P 500 Index verbesserte sich dagegen nur um 0,7 Prozent auf 2.380 Punkte. Mit einem Plus von 1,5 Prozent erreichte der japanische Nikkei-Index 19.557 Punkte. Der chinesische Hang Seng Index brach um 1,7 Prozent auf 23.560 Punkte ein. Das Barrel Öl der Sorte Brent verbilligte sich im Wochenverlauf um 1,4 Prozent auf rund 55,23 Dollar. Der Goldpreis sackte um 2,4 Prozent ab, eine Feinunze kostete am Freitag 1.227,96 Dollar. Der Euro verbilligte sich um 0,7 Prozent und kostete noch 1,054 US-Dollar.

Windaktien

Der Hamburger Windkraftanlagen-Hersteller Nordex hat in 2016 sehr gute Geschäfte gemacht. Nach vorläufigen Zahlen hat das Unternehmen den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 40 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro gesteigert und das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sogar um rund 57 Prozent auf 285,5 Millionen Euro. Die Marge sprang von 7,5 Prozent in 2015 auf 8,4 Prozent und übertraf die im November erhöhte Prognose. Der Nettogewinn kletterte um über 82 Prozent auf 95,4 Millionen Euro.
Zudem meldete Nordex einen Großauftrag aus den USA und liefert 95 Turbinen der 3-Megawatt-Klasse an einen namentlich nicht genannten großen internationalen Versorger.

Die Windsparte des deutschen Siemenskonzerns, Siemens Wind Power, darf mit dem spanischen Windenergie-Anlagenbauer Gamesa fusionieren. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat die EU-Kommission die Zusammenführung beider Unternehmen erlaubt. Zwei Insidern zufolge hätten die Kartellwächter bei dem Zusammenschluss keine Zugeständnisse verlangt. Die beiden Unternehmen lehnen bisher eine Stellungnahme zu der Fusion ab. Die offizielle Entscheidung soll am 13. März bekannt gegeben werden.

Der Hamburger Windenergieanlagen-Hersteller Senvion hat mit dem britischen Projektentwickler Banks Renewables Verträge über die Lieferung und Errichtung von 47 Windrädern für drei Onshore-Projekte abgeschlossen. Das Gesamtvolumen beträgt den Angaben zufolge 151 Megawatt (MW). Darüber hinaus schloss Senvion für alle drei Projekte auch Betriebs- und Wartungsverträge mit einer Laufzeit von 20 Jahren ab.

Erneut erhielt der dänische Windkraftanlagenhersteller Vestas einen Großauftrag aus den USA: Es wurden 174 Windräder mit einer Gesamtleistung von 348 MW bestellt. Über den Kunden und das Wind-Projekt machte Vestas keine näheren Angaben. Mit enthalten ist ein mehrjähriger Servicevertrag. Vestas will die Anlagen ab dem ersten Quartal 2018 liefern, sie sollen im vierten Quartal 2018 in Betrieb genommen werden.

Pattern Energy, Windparkbetreiber aus Kalifornien, hat das Geschäftsjahr 2016 mit mehr Umsatz und einem verringerten Verlust abgeschlossen. Das US-Unternehmen konnte den Nettoverlust um 6 Prozent auf ein Minus von 52,3 Millionen Dollar verbessern. Im vierten Quartal erzielte Pattern Energy ein leicht positives Ergebnis von 3,4 Millionen Dollar gegenüber einem Minus im Vorjahreszeitraum. Die Verbesserung beim Jahresfehlbetrag war laut Unternehmen unter anderem auf erhöhte Umsatzerlöse zurückzuführen. Der Umsatz von Pattern Energy legte 2016 um 7 Prozent auf 354,1 Millionen Dollar zu, auch weil der Windparkbetreiber neue Anlagen erwerben und somit mehr Strom verkaufen konnte. Allerdings lag die Windstrom-Produktion leicht unter den Erwartungen. Das Unternehmen erhöhte die Dividende für das erste Quartal 2017 auf rund 0,41 Dollar, ein Plus von etwa 1 Prozent.

Solaraktien

Die PVA TePla AG ist 2016 deutlich gewachsen. Das geht aus vorläufigen Zahlen des Solarausrüsters aus Wettenberg in Hessen hervor. Demnach steigerte das Unternehmen den Konzernumsatz auf rund 85 Millionen Euro, im Vorjahr waren es 71,5 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) wird am oberen Ende der prognostizierten Bandbreite von 2 bis 4 Millionen Euro liegen (Vorjahr: 0,1 Millionen Euro). Der Auftragseingang liegt unter dem Niveau von 2015 und betrug 70,5 Millionen Euro. Einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr gab es auch beim Auftragsbestand, zum 31. Dezember 2016 betrug er 50,6 Millionen Euro. Der Geschäftsbericht 2016 wird am 30. März 2017 veröffentlicht.

Der Solarausrüster Meyer Burger hat nach vorläufigen Berechnungen im Geschäftsjahr 2016 mit 10,5 Millionen Schweizer Franken (CHF) wieder ein positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erwirtschaftet. 2015 hatte Meyer Burger beim EBITDA noch einen Verlust von fast 60 Millionen CHF verbucht. Überdies haben die Schweizer voraussichtlich den Jahresumsatz gegenüber 2015 um 40 Prozent auf 456 Millionen CHF gesteigert und damit die Prognose von 450 Millionen CHF übertroffen. Allerdings erreichten die Schweizer beim EBITDA nur das untere Ende der Prognose von 10 bis 20 Millionen CHF.
Meyer Burger will die Diamantdrahtproduktion bei Diamond Materials Tech Inc. in Colorado Springs (USA) einstellen. Der weltweit anhaltende und verschärfte Preis- und Margendruck habe den Solarausrüster dazu bewogen, hieß es. 72 Mitarbeiter seien betroffen.
Einen Großauftrag erhielt Meyer Burger von einem chinesischen Solarhersteller für die Lieferung und Installation einer Technologieplattform zur Fertigung von Solarzellen. Das Auftragsvolumen beträgt rund 24 Millionen CHF, umgerechnet etwa 22,5 Millionen Euro. Laut Meyer Burger handelt es sich um die erste Bestellung aus einem Rahmenvertrag. Die Auslieferung und Inbetriebnahme der Systeme soll ab dem zweiten Quartal 2017 beginnen.

Hauptsitz von Meyer Burger in Thun, Schweiz: Auch wenn der kriselnde Solarausrüster erstmal raus aus den roten Zahlen ist, hängt vieles von der künftigen Auftragssituation ab. / Foto: Meyer Burger


Eine starke Jahresbilanz hat JinkoSolar aus Shanghai vorgelegt. Demnach hat der Solarkonzern 2016 Solarmodule mit einer Gesamtkapazität von 6,6 GW ausgeliefert und damit den Absatz gegenüber dem Vorjahr um 48 Prozent erhöht. JinkoSolar erfüllte so die eigene Jahresprognose, die im November angehoben worden war. Für 2017 visiert das Unternehmen eine erneute Steigerung auf 8,5 bis 9,0 GW an. Der Jahresumsatz wuchs 2016 gegenüber dem Vorjahr um 39 Prozent auf 3,08 Milliarden Dollar, also nicht so stark wie der Absatz. Der chinesische Solarkonzern hat den Nettogewinn in 2016 um 29 Prozent auf 990,7 Millionen Renminbi bzw. 142,7 Millionen US-Dollar verbessert (je Aktie auf Renminbi 29,04 bzw. 4,20 Dollar).
Zudem geht JinkoSolar für ein großes Photovoltaik-Projekt in Abu Dhabi eine Kooperation ein: Gemeinsam mit der japanischen Marubeni Corporation konnte JinkoSolar über 25 Jahre einen Stromabnahmevertrag mit der Abu Dhabi Water and Electricity Company (ADWEC) vereinbaren. Ein Gemeinschaftsunternehmen von JinkoSolar, Marubeni und ADWEC wird das Solarkraftwerk planen, bauen und betreiben. Es befindet sich im Osten des Emirats Abu Dhabi und wird eine Gesamtkapazität von 1.177 MW haben. Die Anlage soll 2019 in Betrieb genommen werden.

Der chinesische Solarkonzern ReneSola hat ein drohendes Delisting von der New York Stock Exchange vorerst abgewendet. Aufgrund des lang anhaltenden Kursverfalls drohte ReneSola der Ausschluss aus dem Börsenhandel. Nun hat die Solaraktie aber wieder den erforderlichen Mindestkurs von einem Dollar zum Börsenschluss über einen Zeitraum von 30 Tagen erreicht. Dafür hat das Unternehmen an seinen Aktienzertifikaten geschraubt: Die sogenannten American Depositary Receipts (ADR) präsentieren nun mehr Aktien als vorher.


Andere Aktien

Die Capital Stage AG, Betreiberin von Solarparks und Windkraftanlagen in Deutschland und Europa, hat die im November erhöhte Prognose für 2016 bestätigt und einen neuen Rekordwert bei der Ökostromproduktion erreicht. Ihre Anlagen produzierten demnach 940 Gigawattstunden (GWh) Wind- und Sonnenstrom, rund 56 Prozent mehr als im Vorjahr. Laut Prognose rechnet Capital Stage mit einer Umsatzsteigerung von 112,8 Millionen Euro in 2015 auf über 140 Millionen Euro in 2016. Das EBIT soll auf über 60 Millionen Euro klettern, nach 55,4 Millionen Euro im Vorjahr. Diese Prognose wurde bereits um einmalige Sonderausgaben in Höhe von 14 Millionen Euro bereinigt, die mit der Übernahme von Chorus Clean Energy zusammenhängen. Außerdem hat Capital Stage ihre Aktienmehrheit an der Chorus Clean Energy AG auf über 95 Prozent erweitert. Der Zukauf der Aktien erfolgte über die Börse sowie über einen Aktientausch mit kleiner Kapitalerhöhung.

Solaranlage von Chorus Clean Energy in Italien: Die Chorus-Übernahme hat das Jahresergebnis von Capital Stage stark beeinflusst. / Foto: Chorus Clean Energy AG


Die insolvente Youbisheng Green Paper AG aus Köln meldet einen Jahresüberschuss in Höhe von 700.000 Euro im Geschäftsjahr 2016. Der gegenüber 2015 deutlich gestiegene Überschuss resultiert laut Youbisheng im Wesentlichen aus einem Sanierungsgewinn. Das auf umweltfreundliches Verpackungsmaterial spezialisierte Unternehmen hat vorläufigen Zahlen zufolge aber noch einen Fehlbetrag von rund 211.000 Euro in der Bilanz, der nicht durch Eigenkapital gedeckt ist (Vorjahr: rund 1,2 Millionen Euro).

Die Brennstoffzellen-Expertin Ballard Power Systems aus Kanada hat für das Geschäftsjahr 2016 ein sattes Wachstum beim Umsatz erreicht. Allerdings ist der Verlust pro Aktie gestiegen. Ballard hat im vierten Quartal einen Umsatz von 30,7 Millionen Dollar erwirtschaftet, für das Gesamtjahr liegt der Umsatz bei 85,3 Million Dollar – ein Plus von 51 Prozent. Als Grund nannte das Unternehmen das brummende Geschäft mit Brennstoffzellen-Technologie in China. Die Bruttomarge wuchs auf 28 Prozent an. Den gestiegenen Nettoverlust bezifferte Ballard auf 21,1 Millionen oder 0,13 Dollar pro Aktie. Im Vorjahr betrug das Minus nur 5,8 Millionen oder 0,04 Dollar pro Aktie. Das Unternehmen wies darauf hin, dass man 2015 einmalig 19,6 Millionen durch den Verkauf von "geistigem Eigentum" an den Volkswagen Konzern eingenommen habe und erklärte damit die Differenz.

Rekordumsatz für die Geothermie-Spezialistin Ormat Technologies aus den USA im Geschäftsjahr 2016: Wie das Unternehmen bekannt gab, konnte es seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 11,4 Prozent auf 662,6 Millionen Dollar steigern. Beim Gewinn je Aktie (EPS) verbuchte Ormat ebenfalls ein deutliches Plus. Der Gewinn lag in 2016 bei 2,19 Dollar, im Vorjahr noch bei 1,44 Dollar. Für 2017 rechnet das Unternehmen mit einer leichten Umsatz- und Gewinnsteigerung.

Hain Celestial konnte mehrere Kreditlinien bis Ende Mai 2017 verlängern, das Gesamtdarlehen wird auf 790 Millionen Dollar beziffert. Damit sieht sich der US-Biolebensmittelhersteller jetzt in der Lage, die verspäteten Geschäftsberichte für das Gesamtgeschäftsjahr 2016 sowie für das erste und zweite Quartal 2017 einzureichen.


Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie in unserer Rubrik Aktien: Kurse (Link entfernt).

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.

Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x