Diese Büro-Immobile in Amsterdam ist eines der GreenBuildings, in die Anleger über einen geschlossenen Fonds des Hamburger Emissionshauses Wölbern Invest investiert haben. / Foto: Unternehmen

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Wölbern-Skandal: Erster GreenBuilding-Fonds insolvent

Der Skandal um das insolvente Emissionshaus Wölbern Invest zieht eine weitere Pleite nach sich: Erneut traf es einen geschlossenen Fonds aus der Reihe der Holland-Fonds, die Wölbern Invest aufgelegt hatte. Der geschlossene Fonds „52. IFH geschlossene Immobilienfonds für Holland GmbH& Co. KG“ (kurz Wölbern Holland 52) ist der vierte Fonds der Reihe, der in die Insolvenz ging. Im Unterschied zu den anderen drei Fonds Holland 54, 55 und 56 ist der aktuellste Insolvenzfall der erste eines nachhaltigen Immobilienfonds der Reihe. Holland 52 investiert nämlich in ein so genanntes GreenBuilding in Amsterdam.  


Das Amtsgericht Hamburg hat Anfang September 2014 das vorläufige Insolvenzverfahren gegen den Fonds eröffnet und den Rechtsanwalt Peter-Alexander Borchardt zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Der Jurist verwaltet unter anderem auch die Insolvenz des Wölbern-Fonds Holland 55. Der Wölbern-Fonds Holland 52 ist einer von fünf GreenBuilding-Fonds, die das Emissionshaus Paribus Capital von Wölbern Invest übernommen hat. Insgesamt verwaltet Paribus Capital 26 Fonds, die ursprünglich von Wölbern Invest auf den Markt gebracht wurden.


Die vorläufige Insolvenz von Holland 52 ist keine große Überraschung. Der Fonds galt bereits im Vorfeld als gefährdet, weil der Mietvertag auslief. Thomas Böcher, Geschäftsführer der Paribus Capital GmbH, äußerte sich gegenüber ECOreporter.de zu den Hintergründen des vorläufigen Insolvenzverfahrens: „Der Mietvertrag für das Portfolio-Objekt des geschlossenen Immobilienfonds Holland 52 wäre im Oktober 2014 ausgelaufen und der Mieter ist bereits ausgezogen. Das deutsche Insolvenzrecht ließ der Geschäftsführung des Fonds in diesem Fall wenig Spielraum“, sagt Böcher. „Der Geschäftsführer des Fonds kommt aus dem Kreis der Anleger. Er befand sich in einer rechtlich engen Situation und entschied sich dafür Insolvenz anzumelden, um dem Risiko der Insolvenzverschleppung aus dem Weg zu gehen. Der Zeitrahmen, der in diesem Fall zur Verfügung stand, um die Insolvenz fristgerecht anzumelden, war kurz“, erläutert Böcher weiter.


Sind die übrigen GreenBuilding-Fonds ebenfalls insolvenzgefährdet?


Die verbliebenen vier GreenBuilding-Fonds Holland 69, Holland 70, Holland 72 und Deutschland 05 sieht Böcher nicht in akuter Insolvenzgefahr: „Für die übrigen vier nachhaltigen Immobilienfonds, die Paribus Capital von Wölbern Invest übernommen hat, ist das Insolvenzrisiko wesentlich geringer. Das gilt ganz einfach, weil für diese Immobilien längerfristige Mietverträge gelten“, sagt er.

Die wirtschaftliche Schieflage der Fonds hängt damit zusammen, dass den Fonds im Zusammenhang mit dem Skandal um den Gründer und ehemaligen Chef von Wölbern Invest viel Geld fehlt (lesen Sie dazu ein ausführliches  Interview mit Thomas Böcher). Hinzu kommt, dass der Immobilienmarkt in den Niederlanden in der Krise steckt.
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