Solarthermiische Großkraftwerke, wie dieses vom Abengoa SA aus Spanien, sollen bei der Wüstenstrom-Vision von Dii eine große Rolle spielen. / Bildauelle: Unternehmen

15.12.13 Erneuerbare Energie

Wüstenstromleitung von Nordafrika nach Europa machbar?

Das als Desertec bekannt gewordene Wüstenstromprojekt, das in Zukunft in Afrika produzierten Wind- und Solarstrom nach Europa bringen soll, könnte dies möglicherweise über eine Leitung zwischen Nordafrika und Italien tun. Das Industriekonsortium Dii gab jüngst bekannt, zum Bau einer solchen Stromautobahn eine Machbarkeitsstudie erstellen zu lassen. „Die Studie soll Vorschläge für die Erzeugung erneuerbarer Energien in Nordafrika, einer Übertragungsleitung nach Italien sowie eines anwendbaren Regulierungsrahmens erarbeiten“, hieß es in einer Stellungnahme des Konsortiums. „Dazu soll insbesondere der Einfluss der verschiedenen erneuerbaren Portfolios in Nordafrika auf die Wirtschaftlichkeit der Übertragungsleitung untersucht werden“, so die Dii-Verantwortlichen weiter.


Als mögliche Landepunkte der Leitung seien Algerien und Tunesien im Gespräch. Die Studie werde mit Hilfe der Europäischen Union finanziert. In der kommenden Woche werde die Europäische Kommission darüber entscheiden, wie hoch der Zuschuss ausfällt. Möglich sei, dass die Kommission bis zu 50 Prozent der Kosten der Studie übernehme.

Außerdem steigt der chinesische Staat als Gesellschafter bei Dii ein. Konkret stoße eine Tochter der State Grid Corporation of China (SGCC), das Electric Power Research Institute zum Kreis der Dii-Gesellschafter, teilte das Konsortium mit.  SGCC ist der nach eigenen Angaben weltgrößte Energieversorger und Stromnetzbetreiber. SGCC ist über ein Netzwerk von Beteiligungen auch in Brasilien, Portugal und Australien sowie auf den Philippinen aktiv.

Ursprünglich hatte Dii mit der Namensgebenden Desertec Stiftung zusammen an der Vision gearbeitet, in Afrika im großen Stil Grünstromanlagen zu errichten, die zugleich einen guten Teil des Energiebedarfs von Europa decken soll. Allerdings kam es nach Meinungsverschiedenheiten auf Führungsebene zum Bruch zwischen den beiden Partnern (mehr dazu lesen Sie hier und hier).
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