Bauarbeiten für ein Projekt von Windreich in der Nordsee. / Quelle: Unternehmen

  Anleihen / AIF, Finanzdienstleister

Anleger erheben schwere Vorwürfe gegen Bank J. Safra Sarasin

Die Bank J. Safra Sarasin aus Basel, eine Pionierin des nachhaltigen Investments, wird von einigen ihrer Kunden scharf kritisiert. Das geht aus einem Bericht der Süddeutschen Zeitung hervor. Demnach werfen ihr mehr als ein Dutzend Anleger vor, sie hintergangen zu haben und haben den Münchener Anwalt Klaus Rotter damit beauftragt, sie zu vertreten. Ihnen seien Anleihen der nunmehr insolventen Windreich GmbH unabhängig von der gewünschten Anlagestrategie „ins Depot gebucht worden“. Dabei seien sie auch nicht über den Interessentkonflikt der Bank informiert worden. Denn die Bank J. Safra Sarasin habe Windreich, die auf große Offshore-Windkraftprojekte spezialisiert ist, ein Darlehen über 70 Millionen Euro gewährt und sei daher daran interessiert gewesen, dass Windreich Kapital von Anlegern zur weiteren Finanzierung seiner Geschäfte erhalte.

Die Anleger haben sich dem Bericht zufolge beim Ombudsmann der deutschen Banken beschwert. Zudem verlangen sie über den Anwalt hohen Schadenersatz von der Bank J. Safra Sarasin. ECOreporter.de hat dem Unternehmen dazu Fragen gestellt, aber keine Antworten erhalten. "Es ist unsere gängige Praxis, ein laufendes Verfahren nicht öffentlich zu kommentieren", teilte die Bank dazu mit.

Der Windkraftprojektierer Windreich GmbH aus Wolfschlugen bei Stuttgart hatte im Dezember 2013 Insolvenz beantragt. Er steht bei seinen Gläubigern insgesamt mit 366 Millionen Euro in der Kreide. Anlegern, die in in zwei Windreich-Anleihen aus den Jahren 2010 und 2012 investiert haben, schuldet Windreich 125 Millionen Euro.

ECOreporter.de führt Windreich in der Wachhundrubrik.
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