12.09.11 Erneuerbare Energie

BEE fordert Reform bei der Berechnung der EEG-Umlage

Die EEG-Umlage dürfte im kommenden Jahr nicht weiter steigen. Diesen Standpunkt vertritt der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE). Der Branchenverband geht davon aus, dass den Verbrauchern durch den weiteren Ausbau der Erneuerbaren 2012 keine zusätzlichen Kosten entstehen werden. Deshalb sei eine Steigerung der Umlage, mit der sich alle Stromverbraucher am Ausbau der Ökostromversorgung in Deutschland beteiligen, nicht gerechtfertigt. Der BEE verweist auf Mängel bei der Berechnung der Umlage.


„Die Umlage zur Förderung der Erneuerbaren Energien wird von den Übertragunganetzbetreibern jeweils Mitte Oktober für das Folgejahr festgelegt. Bei der Prognose fließen nur die Einnahmen und Ausgaben aus den ersten neun Monaten des laufenden Jahres ein. Das vierte Quartal hingegen bleibt unberücksichtigt“, erklärt BEE-Geschäftsführer Björn Klusmann. Problematisch daran sei, dass dieses vierte Quartal die Kostenbilanz der Erneuerbaren erfahrungsgemäß noch erhebliche verändere; allein schon weil im Herbst und Winter mehr Strom verbraucht werde als in den Sommermonaten.


Dieser Mehrverbrauch steigere die Einnahmen auf dem EEG-Konto, während die Ausgaben – beispielsweise für die Vergütung von Photovoltaikstrom - in dieser Zeit niedriger seien, weil naturgemäß weniger Sonnenstrom produziert werde. Dadurch könne es leicht dazu kommen, dass die berechnete EEG-Umlage überhöht sei. Zwar würden zu viel gezahlte Beiträge den Verbrauchern gut geschrieben. Dieser Ausgleich komme jedoch erst mit erheblicher Zeitverzögerung bei den Verbrauchern an. Deshalb sei es notwendig, die Berechnungsgrundlage für das Umlagesystem zu reformieren und das vierte Quartal in die jeweilige Prognose mit einzubeziehen. „Dadurch könnte eine realitätsnähere EEG-Umlage berechnet werden und unnötige Schwankungen vermieden werden“, so Klusmann.


Über die EEG-Umlage finanzieren die Verbraucher kollektiv den Ausbau der Erneuerbare-Energie-Anlagen in Deutschland. Der Beitrag wird pro verbrauchte Kilowattstunde (kWh) bezahlt. Aktuell liegt der Beitrag bei 3,53 Cent pro KWh. Zum Jahreswechsel 2010/2011 war die Umlage um rund 70 Prozent angehoben worden, von 2,05 Cent je kWh in 2010 auf 3,53 Cent. Das hatte für viel Aufregung gesorgt, für den Anstieg war vor allem der starke Zubau der Photovoltaik-Leistung in 2010 verantwortlich gemacht worden. Dieser war vor allem durch die Kappung der Einspeisevergütung für Solarstromanlagen beflügelt worden. Im Frühjahr 2011 stellte sich heraus, dass die Umlage um 0,53 Cent pro Kilowattstunde zu stark erhöht worden war (ECOreporter.de Opens external link in new windowberichtete). 
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