27.07.11 Erneuerbare Energie

Deutsche Windenergie erlebt Zubauschub im ersten Halbjahr - Experten erwarten Markterhohlung

Im ersten Halbjahr 2011 sind in Deutschland 356 Windräder mit zusammen 793 Megawatt (MW) Leistung neu installiert worden. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurden damit 133 MW oder rund 20 Prozent mehr aufgestellt. Damit sind zum Bilanzstichtag 30. Juni 21.917 Windturbinen mit einer Leistungskapazität von 27.981 MW oder 27,9 Gigawatt (GW) in Betrieb. Das ergab die aktuelle Herstellerbefragung des Deutschen Windenergie-Institutes (DEWI).


Auch die Zahl der Offshore-Windenergieanlagen stieg leicht an. Mit fünf Neuinstallationen (25 MW Leistungskapazität) in der ersten Jahreshälfte kletterte die Zahl der aktuell auf See betriebenen Windräder auf 54 an. Die Gesamtleistung dieser Offshore-Windräder liegt bei 210 MW.


Einen ebenfalls leichten Zuwachs gab es im Vergleich zum Vorjahr beim Austausch alter gegen neue und leistungsstärkere Anlagen, dem so genannten Repowering. Nach den DEWI-Erhebungen konnten im ersten Halbjahr 25 Windenergieanlagen mit einer Leistung von zusammen 21,3 MW durch 13 Windenergieanlagen mit zusammen 42 MW ersetzt werden.


„Die Zahlen deuten darauf hin, dass der Heimatmarkt nach dem Einbruch des vergangenen Jahres wieder leicht anzieht und damit wieder das Niveau von 2009 erreicht. Die Bundesländer haben signalisiert, dass sie das vorhandene Windenergiepotenzial nutzen wollen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Bundesregierung ihre Ausbauziele an Land nach oben korrigiert“, ordnet der Präsident des Bundesverbandes WindEnergie e.V. (BWE), Hermann Albers, den aktuellen Zubau ein. Für das Gesamtjahr 2011 rechnen BWE und VDMA Power Systems mit einem Plus auf dem Inlandsmarkt auf rund 1.800 MW gegenüber 1.551 MW im Vorjahr.


Insgesamt erzielten Windradhersteller der Studie zufolge in Deutschland in 2010 rund 4,97 Milliarden Euro Umsatz. Auf dem Heimatmarkt haben deutsche Hersteller erstmals auch im Offshore-Bereich substantielle Umsätze erzielt. Auf die Exportmärkte entfielen etwa 3,27 Milliarden Euro. Die Exportquote betrug damit in 2010 rund 66 Prozent. „Nach Jahren hoher Zuwächse mussten die Hersteller 2010 entgegen dem klaren Wachstumstrend im Maschinen- und Anlagenbau einen Umsatzrückgang von fünf Prozent gegenüber 2009 verkraften. Diese Zahlen spiegeln die Situation des Weltmarkts wider“, erklärte Thorsten Herdan, Geschäftsführer von VDMA Power Systems.


Der deutsche Markt hat der Erhebung zufolge mit 4,1 Prozent der Installationen und 4,9 Prozent der Investitionen nur noch einen kleinen Anteil am Weltmarkt. Der europäische Markt blieb in 2010 weitgehend stabil. Nach der Halbierung des US-Markts in 2010 hat sich China mit 50 Prozent Zuwachs mit großem Abstand als global stärkster Markt etabliert. Wegen der hohen Marktbarrieren in China ist dieser Markt für westliche Hersteller schwieriges Terrain.


In diesem Zusammenhang zeigte sich der Branchenverband mit der Novellierung des Erneuerbare-Energie-Gesetzes (EEG) bedingt zufireden. Albers: „Die EEG-Novelle 2012 schafft im Bereich der Windenergie an Land Kontinuität. Bundesrat und Bundestag haben dafür gesorgt, dass es in diesem Bereich nicht zu massiven Einschnitten in der Vergütung gekommen ist“. Damit könne der Ausbau der Windenergie in Deutschland kontinuierlich weitergehen. Für die noch junge Offshore-Windindustrie komme es zu verbesserten Rahmenbedingungen am Heimatmarkt. Dies schaffe Investitionssicherheit in der für Projekte dieser Größenordnung wichtigen Startphase, so Albers weiter.


„Projekte mit einem Volumen von über 2.000 MW sind allein in Deutschland vertraglich abgesichert. Das entspricht einem Projektvolumen von über 6 Milliarden Euro. 2011 ist Offshore-Windenergie auch für WEA-Hersteller aus Deutschland bereits ein Exportgeschäft und wird ab 2012 zum Milliardenmarkt“, erklärte Herdan.
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