22.01.13

Experten erwarten steigende Nachfrage für Elektrofahrzeuge

Trotz aller Hindernisse beurteilen Experten aus der Automobil- und Energiewirtschaft die Aussichten der Elektromobilität optimistisch. Das ergab eine aktuelle Studie, die das Beratungsunternehmen Horváth & Partners in Zusammenarbeit mit dem Strascheg Institute for Innovation and Entrepreneurship (SIIE) der EBS Business School durchgeführt hat. Dafür wurden Experten aus Unternehmen der Automobil- und Energiewirtschaft sowie mit diesen verbundenen Zweigen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich befragt.

Bisher sind in Deutschland erst knapp über 6.000 Elektrofahrzeuge verkauft worden und dies hauptsächlich an Unternehmen, nicht an Privatpersonen. Die Bundesregierung strebt aber für 2020 an, dass 1 Million Elektrofahrzeugen über die deutschen Straßen rollen. 70 Prozent der befragten Experten rechnen der Studie zufolge damit, dass dieses Ziel trotz der bestehenden Probleme erreicht wird.

Nach Ansicht der Industrieexperten werden Hybridantriebe in 2020 etwa acht Prozent des deutschen Fahrzeugbestandes ausmachen. Bei einem geschätzten Fahrzeugbestand 2020 von 47 Millionen PKW entspricht dies rund 4 Millionen Fahrzeugen. Mit 3,9 Prozent und damit etwa 1,8 Millionen Fahrzeugen folgen Stromantriebe inklusive Plug-In Hybride,  deren Batterie zusätzlich über das Stromnetz ladbar ist. Fahrzeugen mit Brennstoffzellen trauen die befragten Experten bis 2020 einen Marktanteil von 1,3 Prozent zu, was knapp 600.000 Fahrzeugen entspricht. Inklusive Gasantrieben kämen alternative Antriebe damit auf 8,4 Millionen Fahrzeuge, was einen Anteil von gut 18 Prozent Bedeuten würde.

Als ein wesentliches Problem zur Durchsetzung der Elektromobilität nannten die Befragten laut der Studie zum Beispiel die Reichweite von Elektrofahrzeugen. "Die Elektromobilität wird vor allem im Zweitwagen-Segment und im Kurzstreckenbereich zulegen", schlussfolgert Matthias Deeg, Energieversorgungsexperte bei  Horváth & Partners. Darüber hinaus bremsen die Kosten für Elektrofahrzeuge deren intensive Verbreitung. Zwar sind nach Einschätzung der Experten potenzielle Käufer bereit, für ein Elektrofahrzeug mehr auszugeben als für ein konventionelles Auto, die zusätzliche Zahlungsbereitschaft liegt der Studie zufolge bei kleineren Fahrzeugen aber lediglich bei 5 bis 10 Prozent und bei größeren Fahrzeugen nicht wesentlich darüber.

Ein zusätzliches Problem stellt der geringe Anreiz für die Energieversorger dar, die Elektromobilität zu forcieren. Vor allem der Aufbau einer entsprechenden Ladeinfrastruktur sei in der aktuellen Form für die Energieversorger  nicht lukrativ. "Während es zum Beispiel für die Automobilindustrie profitable Geschäftsmodelle im Rahmen der Elektromobilität gibt, sucht die Energiebranche noch nach interessanten Wachstumsfeldern", erklärt Deeg.
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