25.03.13 Fonds / ETF

Experten sehen im Wassersektor gute Investmentchancen

Die Vereinten Nationen (UN) haben 2013 zum Weltwasserjahr ausgerufen und die Versorgung mit sauberem Wasser als eines der zentralen Umweltprobleme weltweit ausgemacht. „Der effizientere Verbrauch von Wasser und die umfassende Versorgung aller Bevölkerungsschichten gehören global zu den dringlichsten Aufgaben", stellt auch Markus Güntner fest, Nachhaltigkeitsexperte bei Swisscanto aus Zürich, die unter anderem den nachhaltigen Wasseraktienfonds Swisscanto [LU] Equity Fund - Water Invest anbietet. Für Anleger sei Wasser ein interessantes Investmentthema - vor allem aus nachhaltigen Aspekten. Dabei gehe es nicht um die Spekulation mit einem Rohstoff, sondern um die Beteiligung am Erfolg von Unternehmen, die in der Wasserwirtschaft für Verbesserungen und positive Entwicklungen sorgen.

Der Experte von Swisscanto geht davon aus, dass der globale Wassermarkt deutlich stärker wächst als die globale Wirtschaft insgesamt. "Somit verfügen Unternehmen, die in entsprechenden Branchen mit hohen Eintrittsbarrieren tätig sind, über ausgezeichnete Wachstumsperspektiven. Auch im Bereich Fusionen & Übernahmen liegen Investmentchancen, da es mittelfristig zu weiteren Übernahmen von Unternehmen, die über Schlüsseltechnologien im Wasserbereich verfügen, kommen dürfte“, so Güntner. Generell seien nordamerikanische und europäische Unternehmen führend in der Wasserwirtschaft. „Daher gilt ihnen das Hauptaugenmerk beim Investieren", sagt Güntner.

Während in den etablierten Industriestaaten Wassereffizienz und Erneuerung von veralteten Leitungssystemen im Vordergrund stehen, sind in den Schwellenländern der Aufbau einer umfassenden Versorgung sowie Entsorgung und Aufbereitung die wichtigsten Bereiche. "Mit China und Brasilien stehen zwei der größten Länder der Erde besonders im Fokus. Sie sind auf ihren Kontinenten jeweils die wirtschaftlichen Zugpferde und es stehen enorme Investitionen in die Wasserinfrastruktur an. In Brasilien kommt hinzu, dass das Land aufgrund der Fußball-Weltmeisterschaft und den olympischen Sommerspielen wie noch nie in die Weltöffentlichkeit rückt. Die Regierung ist daher bestrebt, signifikante Verbesserungen zu erreichen", so Güntner weiter.
Anleger können aus einer ganzen Reihe von nachhaltigen Themenfonds wählen, die in den Wassersektor investieren. Im vergangenen Jahr haben alle nachhaltigen Wasseraktienfonds auf dem deutschen Markt zweistellig an Wert gewonnen. Die drei besten Fonds dieser Kategorie legten sogar über 20 Prozent zu. Im Februar befanden sich in der Gruppe der zehn nachhaltigen Aktienfonds mit der besten Wertentwicklung gleich mehrere Wasserfonds, ihre Gruppe stellte auch den Monatssieger (per Opens external link in new windowMausklick gelangen Sie zu unserer Analyse).

Zu den erfolgreichsten Wasseraktienfonds des vergangenen Jahres zählen der KBI Institutional Water Fund und der KBC ECO Fund Water mit je rund 23 Prozent Wertzuwachs in 2012. KBC Asset Management schätzt die Aussichten der Wasserbranche weiterhin positiv ein. Der Sektor profitiere unter anderem von den verbesserten Aussichten für Wasserinvestitionen in den USA. Dort würden dafür nun mehr Finanzmittel zur Verfügung stehen und aus den aufgeschobenen Projekten erste Ausschreibungen hervorgehen. Sehr gut seien auch die Aussichten im Bereich Wasserinfrastruktur für industrielle Verarbeitungsanlagen.

Bildhinweis: Auch Unternehmen, die die Qualität von Wasser analysieren, kommen für Investitionen von Wasserfonds in Frage. / Quelle: Fotolia


Der KBI Institutional Water Fund ist von Kleinwort Benson Investors aus dem irischen Dublin aufgelegt worden. Laut Steve Falci, Leiter Strategieentwicklung Nachhaltige Investments bei Kleinwort Benson Investors, sprechen globale Megatrends für das Investment in den Wassersektor. Er verweist unter anderem auf die weiter steigende Weltbevölkerungszahl und die Angebotslücke bei lebensnotwenigen Wasser- und Nahrungsmittelressourcen. Viele Rohstoffpreise seien aufgrund dieser Megatrends in den vergangenen Jahren explodiert. "Neue Quellen für die zusätzliche Generierung von Wasser und Nahrungsmitteln gibt es nur noch bedingt. Zur Bewältigung der Versorgungsprobleme sind nun vor allem Innovation und Technologie gefragt, um die bestehenden Ressourcen bestmöglich zu nutzen", erklärt Falci und ergänzt:  "Wir versuchen nach ökologischen, sozialen und ethischen Faktoren, die besten Unternehmen der jeweiligen Branche zu finden."

Anleger können nicht nur in Wasserfonds investieren, sondern auch in Wasser-Zertifikate. Die Fidal AG aus Krefeld hat ein Anlagezertifikat der Wasserindustrie initiiert. Dieses enthält Aktien von Unternehmen, die sich auf nachhaltige Weise mit der Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung von Wasser beschäftigen. Dazu gehören laut Fidal zum Beispiel Watts Water Technologies aus dem US-Bundesstaat aus Westford in Massachusetts, die Technologien zur Förderung und Kontrolle der Wasserqualität entwickelt, der ebenfalls US-amerikanische Mischkonzern Danaher Corp., der Produkte zur Desinfektion von Wasser und zum Management von Trinkwasser anbietet und die Geberit AG aus der Schweiz, die wassersparende Sanitärtechnik entwickelt hat. Emittent des Zertifikats ist die EFG Financial Products Ltd. Es ist an der Swiss Exchange Scoach in Frankfurt notiert und börsentäglich handelbar. Die Laufzeit des Zertifikats, das mit dem Nennbetrag von 1.000 Euro emittiert wurde, endet am 15.2.2018. Das fixe Rückzahlungsdatum ist der 21.2.2018.
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