Solarmodule im Sonnenlicht: Quelle: Fotolia (Simon Kraus)

16.04.13

Experten-Tipp: Nicht an der falschen Stelle sparen!

2011 kostete eine komplette kleine Dachsolaranlage mit einer Leistungskapazität von 4,5 Kilowatt peak (kWp) in Deutschland noch zwischen 9.900 und 11.250 Euro. Im März 2013 waren dafür noch zwischen 6.750 und 8.550 Euro fällig, abhängig von den Einzelkomponenten, sagt der Dortmunder Solarfachmann Ulrich Krämer vom umwelt- und Solarbüro Dortmund. Konkret rechnet er mit 1.700 bis 1.900 Euro je Kilowatt installierter Solarstromkapazität. Qualitätsunterschiede zwischen billigeren Modulen aus China und der etwas teureren Konkurrenz aus Japan, USA und Europa gebe es kaum noch. „Viele chinesische Solarmodule werden in Serie auf Maschinen europäischer Hersteller gefertigt“, sagt Krämer.

Vor übertriebenem Geiz bei der Wahl der Technik warnt Georg Hille. Als Geschäftsführer der ecovision GmbH aus Stuttgart ist er Initiator zahlreicher Bürgerbeteiligungsangebote zu Solaranlagen in Süddeutschland. Er empfiehlt, auf etwas teurere Qualitätsprodukte zu vertrauen. „Wer bei der Wahl der Module spart, geht langfristig das größere Risiko ein“, mahnt er. Qualität zahle sich bei der Lebensdauer der Anlage aus: „Die ältesten Anlagen der erfahrensten Kollegen haben innerhalb von 30 Jahren maximal sechs Prozent ihrer ursprünglichen Leistung verloren. Ich denke da zum Beispiel an Anlagen des Installateurs Eberhard Rössler, der mit seinem Unternehmen Ares Energiesysteme seit 1984 Solaranlagen errichtet“, erklärt der Fachmann. Derart beständige Leistungen seien für moderne Module nur bei guter Qualität denkbar. „Es ist fraglich, ob billig erstellte Module genauso haltbar sind“, sagt Hille. Das gelte für die gesamte Solaranlage vom Modul über die Wechselrichter bis zur Unterkonstruktion. „Billiges Material und eine billig gebaute Konstruktion sind auf die Dauer von 20 Jahren im Endeffekt zu teuer“, warnt Hille.

Ebenso wenig dürfe bei der Verkabelung gespart werden: „Zu dünne Kabel führen dazu, dass ein Teil der erzeugten Energie als Wärme verloren geht“, erläutert Hille. Nicht zuletzt richtet sich der Preis kompletter Solaranlagen nach der Nachfrage: „Wer plant, eine Solaranlage auf ein Dach in Süddeutschland zu bringen, der muss damit rechnen, dass seine Komplettanlage im Schnitt zehn Prozent teurer ist als eine vergleichbare in nördlicheren Regionen der Republik“, so Hille.

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