20.10.11 Erneuerbare Energie

Institutionelle Investoren halten Erneuerbare Energien für genauso attraktiv wie Immobilien

Investitionen in Erneuerbare Energien sind für institutionelle Investoren in den kommenden zwölf bis 24 Monaten genauso attraktiv wie Investments in Immobilien. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von Frontiers Management Consulting, die im Auftrag des Düsseldorfer Emissionshauses Voigt & Collegen durchgeführt wurde. Befragt wurden insgesamt 343 institutionelle Investoren in Deutschland, darunter unter anderem Banken, Versorgungswerke, Pensionskassen und Corporates sowie Versicherungen, Kirchen und Stiftungen.

Auf die Frage nach der Attraktivität in den kommenden ein bis zwei Jahren lagen die Assets Immobilien und Erneuerbare Energien mit jeweils über 35 Prozent auf den ersten Plätzen. Unter den regenerativen Energiequellen ist aus Investorensicht die Photovoltaik derzeit am attraktivsten. Rund 40 Prozent der Großanleger bewerten sie auf einer Skala von eins bis sechs mit eins oder zwei. Bei der Windenergie teilen rund 33 Prozent diese Sichtweise. Knapp dahinter liegen die Wasserkraft mit 28,6 Prozent und die Solarthermie mit 27,4 Prozent.

„Die Gruppe der Erneuerbaren Energien ist sehr heterogen. Während es sich bei der Wasserkraft um eine etablierte Methode der Energiegewinnung handelt, sind Windkraft, Photovoltaik oder Biomasse noch relativ junge Technologien“, sagt dazu Hermann Klughardt, Geschäftsführer von Voigt & Collegen. Dennoch gebe es eine Reihe von Gründen, die für alle Investments in Erneuerbare Energien gültig seien. „Die Investoren wünschen sich langfristig stabile Cashflows und hohe Einnahmesicherheit. Beides können die Erneuerbaren Energien bieten – vor allem durch die langfristig garantierten staatlichen Einspeisevergütungen“, so Klughardt.

Laut der Umfrage ist der Rentenanteil in den institutionellen Portfolios aktuell nach wie vor relativ hoch. 61,9 Prozent sind in Renten investiert, gefolgt von Geldmarktinstrumenten mit 10,7 Prozent und Aktien mit 8,4 Prozent. Die Sachwertequote ohne Immobilien liegt bei 2,7 Prozent – dies ist gegenüber anderen Erhebungen ein vergleichsweise hoher Wert. Über alle Investorengruppen hinweg entfallen im Durchschnitt 22,6 Prozent des Sachwerteanteils auf Erneuerbare Energien. Am größten ist dieser Wert bei den Stiftungen mit 50 Prozent. Dann folgen die Sozialversicherungsträger mit 33 Prozent und die Genobanken mit 29 Prozent. Gleichauf liegen Sparkassen und Privatbanken mit 25 Prozent.

Zwei Drittel der Investoren sprechen sich in der Umfrage grundsätzlich für Photovoltaik-Investments aus. Die höchste Affinität zur Solarenergie haben Pensionskassen und Kirchen mit jeweils 92,3 Prozent. Auch bei Versicherungen, Banken und Stiftungen ist der Anteil der potenziellen Photovoltaik-Investoren hoch. Bei Versicherungen sind es 84,6 Prozent, bei Banken 83,3 Prozent und bei Stiftungen 81,8 Prozent. Der Anteil der Investoren, die sich Photovoltaik überhaupt nicht in ihrem Portfolio vorstellen können, ist bei Vereinen mit 73,3 Prozent und Bausparkassen/Hypothekenbanken mit 66,7 Prozent am höchsten.

Alle institutionellen Investoren haben im Schnitt rund zweieinhalb Millionen Euro in Photovoltaikanlagen investiert. Allerdings existieren große Unterschiede zwischen den Investorengruppen. Die Versicherungen haben die Nase vorn. Ihr durchschnittlich in Photovoltaik angelegtes Kapital beträgt 12,2 Millionen Euro. Es folgen Stiftungen mit 6,4 Millionen Euro, Corporates mit 5,2 Millionen Euro und Pensionskassen mit 4,8 Millionen Euro.
 
44 Prozent der Investoren wünscht sich eine Haltedauer von über zehn Jahren. Rund ein Drittel bevorzugt eine mittlere Haltedauer zwischen fünf und zehn Jahren.

Der Gesamtdurchschnitt der angestrebten Rendite liegt bei 5,3 Prozent. Allerdings äußerten sich 45,8 Prozent zu dieser Frage nicht. Es fällt auf, dass die Stiftungen und Corporates, die bereits vergleichsweise stark in Photovoltaik investiert sind, relativ hohe Renditeerwartungen haben. Rund ein Fünftel der Befragten erwartet eine Rendite von weniger als vier Prozent.

Bei Investitionen in einen Fonds, der in mehrere Erneuerbare Energien gleichzeitig investiert, setzen die Großanleger auf einen ausgewogenen Mix der sechs Energiequellen. Keine einzelne Art der Energiegewinnung dominiert: Die Photovoltaik hat mit rund einem Viertel das größte Gewicht. Alle anderen Anteile sind dennoch größer als zehn Prozent. Nach der Photovoltaik kommt die Windkraft mit einem 22prozentigen Anteil. Auf den Rängen drei und vier folgen die Wasserkraft mit 17 Prozent und die Solarthermie mit 14,8 Prozent.

Auf die Frage, in welchen Ländern Investitionen in Photovoltaikanlagen in den kommenden zwölf bis 24 Monaten interessant seien, belegt Deutschland mit 121 Nennungen den ersten Platz. Bei der Frage nach der Attraktivität einzelner Länder exklusive Deutschland schneiden vor allem die sonnenreichen südeuropäischen Staaten gut ab. Jeweils rund ein Viertel der institutionellen Investoren bewerten Spanien und Italien als attraktiv. Auf den Plätzen drei und vier befinden sich Portugal mit 15,7 Prozent und die USA mit 12,5 Prozent.
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