08.02.12 Erneuerbare Energie

Luftschloss Offshore-Windkraft? - RWE-Experte bewertet Ziele für Windkraft auf See als illusorisch

Verzögerungen bei seinen Offshore-Windkraftvorhaben der könnten dem Energierkonzern RWE Verluste in dreistelliger Millionenhöhe einbringen. Das erklärte Hans Bünting, Chef der Grünstromtochter RWE Innogy gegenüber Medienvertretern. Vor allem weil es zu Verzögerungen beim Netzanschluss kommen werde, werde sich die für 2013 geplante Inbetriebnahme des Offshore-Windparks Nordsee Ost voraussichtlich um ein Jahr verschieben. Grund sei das zu aufwendige Genehmigungsverfahren, an bei dem zu viele Behörden involviert seien.

Der Baubeginn von Nordsee Ost mit mit  295 Megawatt geplanter Gesamtleistungskapazität aus 48 Offshore-Turbinen war für das laufende Jahr angesetzt. Der dänische Netzbetreiber Tennet hatte im November 2011 bekannt gemacht, dass es wegen technischer Probleme des Generalunternehmers beim Ausbau von zwei Plattformen des 35 Kilometer vor Helgoland gelegenen Bauvorhabens zu Verzögerungen kommen werde. 

Die Verschiebung bei Nordsee Ost wirke sich auch auf ein weitere Offshore-Windkraftprojekt aus,  so der RWE-Innology-Chef weiter. Weil die Kapazitäten hier länger gebunden sind, könne die Windfarm Nordsee 1 erst später in Angriff genommen werden.

Die Bundesregierung hat der Offshore-Windkraft in ihrem Konzept zur Energiewende bis 2020 eine Schlüsselrolle eingeräumt. Vorgesehen ist demnach die Leistungskapazität aus diesem Energiesegment in den kommenden acht Jahren auf 10.000 MW oder 10 Gigawatt (GW) zu bringen. RWE-Innology-Chef Bünting erklärte dieses Ziel nun für „auf keinen Fall mehr erreichbar“.  Die bisherigen Verzögerungen beim Ausbau der Energienetze und dem Bau von Offshore-Windenergieparks habe zudem das Vertrauen der Investoren massiv erschüttert, so Bünting weiter.

Um das von der Bundesregierung ausgerufene Offshore-Windkraftziel tatsächlich zu erreichen, müsste ungefähr an jedem Werktag bis 2020 ein Windkraftwerk auf dem Meer errichtet werden, so Bünting. Einen ECOreporter.de-Beitrag zur aktuellen Problemlage deutscher Offshore-Windkraftprojektierer lesen Sie Opens external link in new windowhier.  
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