Steppenwolf ist eine Marke von Mifa. 2015 sollen in Sangerhausen 500.000 Fahrräder vom Band laufen. / Foto: Unternehmen.

30.01.15 Nachhaltige Aktien , Meldungen , Anleihen / AIF

MIFA-Neustart als GmbH – was bleibt für die Anleihegläubiger?

Beim insolventen Fahrradhersteller Mitteldeutsche Fahrradwerke sitzen ab sofort die Neueigentümer am Ruder. Insolvenzverwalter Dr. Lucas Flöther hat den Kern des Unternehmens an die Familie von Nathusius übergeben, der auch der Automobilzulieferer IFA Rotorion aus Haldensleben gehört. Diese führt den Fahrradhersteller fortan unter dem Namen MIFA Bike GmbH fort.

Mit dem Vollzug des im Dezember 2014 geschlossenen Kaufvertrags sei die Sanierung des insolventen Unternehmens nun abgeschlossen, so Flöther. Überdies verfüge MIFA für das gesamte laufende Jahr über gut gefüllte Auftragsbücher, erklärte der Insolvenzverwalter. „Nach jetzigen Planungen sollen bereits in diesem Jahr Gewinne erzielt werden“, sagte der neue  MIFA-Chef Heinrich von Nathasius. Sein Ziel sei es die E-Bike-Sparte weiter auszubauen und wie im Vorjahr auch 2015 insgesamt 500.000 Fahrräder herzustellen.
Bald Klarheit über die Insolvenzquote?

Die MIFA-Anleihegläubiger, die 2013 zusammengenommen 25 Millionen Euro in das Unternehmen investiert haben, müssen sich weiter gedulden. Auch wenn MIFA Bike jetzt erste Positivschlagzeilen macht, ist noch vollkommen ungewiss, ob und wie viel Geld sie zurückbekommen werden. Laut Insolvenzverwalter Lucas Flöther ist es noch immer unmöglich, die Insolvenzquote zu bestimmen.  Es gelte Haftungs- und Anfechtungsansprüche zu prüfen. Gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung äußerte Flöther die Hoffnung eventuell Ende Februar eine Schätzung wagen zu können.

Turbulenter Sturz in die Insolvenz

Insgesamt war der Sturz der MIFA AG in die Insolvenz von schweren Turbulenzen geprägt. Fehler in den Bilanzen, die 2013 öffentlich wurden, ließen MIFA in Schieflage geraten und riefen die Staatsanwaltschaft auf den Plan (ECOreporter.de  berichtete). Außerdem scheiterte ein Rettungsversuch durch den indischen Fahrradhersteller Hero Cycles im Streit. MIFA-Funktionäre warfen den Indern in diesem Zusammenhang unlautere Absichten wie Industriespionage vor. Hero Cycles wies dies indes weit von sich. Es folgte ein sich schnell drehendes Personalkarussell in der Führungsetage, das erst mit dem Antritt von Insolvenzverwalter Flöther beendet wurde. Dieser erklärte gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung, dass einiges davon noch weiterer Aufarbeitung bedürfe.

MIFA Mitteldeutsche Fahrradwerke AG: ISIN DE000A0B95Y8 / WKN A0B95Y
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