04.02.13 Fonds / ETF

Top-Positionen nachhaltiger Fonds zählen zu den umstrittensten Unternehmen weltweit

Zu den umstrittensten Unternehmen weltweit gehören auch Aktiengesellschaften, in die nachhaltige Fonds investiert haben. So die Finanzkonzerne HSBC und ING sowie Samsung Electronics. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht der RepRisk AG hervor. Das schweizer Unternehmen sammelt und vergleicht Umwelt- und Sozialdaten über mehrere Zehntausend Firmen und Projekte weltweit, dazu Kritik an. Doch die Kritik wird nicht nur aufgeführt. Das eigentliche Plus von RepRisk bilden die spezielle Suchsoftware und die Methode, die Informationen zu prüfen, mit Querverweisen zu versehen, zu bewerten und letztlich auch zu benoten. Erst daraus ergibt sich die schnelle Übersicht über Risiken. Bei noch recht wenig transparenten Märkten wie in Asien arbeitet RepRisk mit lokalen Partnern zusammen.

Wie RepRisk mitteilt, war Tazreen Fashion das umstrittenste Unternehmen des Jahres 2012. Die Gesellschaft ist ein großer Zulieferer für die Textilbranche, produziert unter anderem für C&A, Carrefour und Walmart. Bei einem Brand einer Textilfabrik von Tazreen kamen im November 2012 Tausende Mitarbeiter ums Leben. Das warf ein stark negatives Schlaglicht auf die Arbeitsbedingungen bei Tazreen, aber auch auf andere Textilfabriken des Landes. Bangladesch ist der zweitgrößte Textilexporteur der Welt, doch etliche der rund 4.000 Textilfabriken erfüllen nach Angaben von Kritikern nicht einmal minimale Sicherheitsstandards.

Miserable Arbeitsbedingungen und Verstöße gegen Menschenrechte gehörten laut RepRisk zu den Vorwürfen gegen die umstrittensten Unternehmen des vergangenen Jahres. Weitere Schwerpunkte unter den Vorwürfen seien insbesondere Mängel der Corporate Governance gewesen, also der guten Unternehmensführung. Ausdrücklich nennt das Analyseunternehmen Korruption, Betrug und Geldwäsche als wesentliche Vorwürfe.

In 2012 war bekannt geworden, dass die britische Großbank HSBC über Jahre fragwürdige Gelder aus Iran, Mexiko oder Saudi-Arabien transferiert hat. Davon sollen Drogenbosse und Finanziers von Terroristen profitiert haben. Wie RepRisk ermittelt hat, brachte dies auch HSBC in die Top 10 der umstrittensten Unternehmen des Jahres 2012. Die Aktie ist in vielen nachhaltigen Indices und Fonds enthalten, etwa im Dow Jones Sustainability World Index von RobecoSAM und nachhaltigen Aktienfonds Meag Nachhaltigkeit,, in dem sie laut dem Factsheet zum 31.12. zu den größten Positionen im Portfolio gehörte.

Die niederländische ING Gruppe wiederum stand 2012 stark wegen mangelnder Maßnahmen gegen Geldwäsche und ihrer Gruppe bei den Manipulationen des Libor stark in der Kritik. Auch diese Aktie findet sich in den Top 10 der laut RepRisk in 2012 besonders stark umstrittenen Unternehmen. Sie ist ebenfalls im Dow Jones Stustainability World und anderen nachhaltigen Indices enthalten und in nachhaltigen Fonds wie dem Allianz Euroland Equity SRI von Allianz Global Investors.

Samsung Electronics aus Südkorea gehörte 2012 nach Angaben von RepRisk zu den umstrittensten Untenrehmen, weil dem Konzern schlechte Arbeitsbedingungen in etlichen Fertigungsstätten und unfaire Methoden im Umgang mit Konkurrenten vorgeworfen wurden. Dennoch gehört die Aktie weiter zu den größten Positionen in Dutzenden nachhaltigen Fonds, etwa dem Pioneer Funds - Global Ecology von Pioneer Investment, und wird sie auch in nachhaltigen Indices geführt, namentlich im Dow Jones Sustainability World Index und dem FTSE4Good der FTSE Gruppe.

Nach Angaben von RepRisk zeigen Forschungsarbeiten, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen Reputationsrisiko und finanziellem Risiko: Aktien von besonders kontrovers diskutierten Unternehmen, die in der RepRisk-Liste weit oben stehen, fallen demnach häufiger und kräftiger im Kurs als solche, die wenig Vorwürfen ausgesetzt sind.

Hier die zehn umstrittensten Unternehmen des Jahres 2012:


Tazreen Fashions Ltd
Olympus Corp
Lonmin PLC
News Corp Ltd
Samsung Group
HSBC Holdings PLC
Reebok International Ltd
ING Bank NV
Wyeth LLC
TeliaSonera AB
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x