04.12.12 Fonds / ETF

Trendsetter - vermögende Privatanleger investieren immer stärker nachhaltig

Sehr vermögende Privatanleger mit einem anlagefähigen Vermögen von über einer Million US-Dollar setzen immer mehr auf nachhaltige Investments. In 2011 hat jeder vierte dieser so genannten „High Net Worth Individuals“ (HNWI) aus Europa mehr als die Hälfte seines Vermögens nach nachhaltigen Kriterien investiert. Das ist doppelt so viel wie vor zwei Jahren. Die Summe der nachhaltigen Investitionen von europäischen HNWI  kletterte gegenüber 2009 von 729 Milliarden Euro auf 1,15 Billionen Euro. Das geht aus einer Studie hervor, die Eurosif, der europäische Dachverband für Nachhaltige Geldanlagen (European Forum for Sustainable Investment), mit Unterstützung der Bank Sarasin erstellt hat. Vorgängerstudien hatte Eurosif in 2007 und in 2009 veröffentlicht.

Die aktuelle Studie mit dem Titel „World Wealth Report 2012“ zeigt, dass nachhaltige Investitionen von europäischen HNWI in den letzten zwei Jahren um 60 Prozent zugelegt haben. 14 Prozent des gesamten Vermögens der europäischen Superreichen von 10,1 Billionen US-Dollar sei unter Berücksichtigung nachhaltiger Aspekte investiert. Von diesen nachhaltig ausgerichteten HNWI haben der Studie zufolge 44 Prozent erstmals nachhaltig investiert, 37 Prozent dagegen bereits ihr Engagement in diesem Bereich vertieft.

François Passant, Geschäftsführer von Eurosif, stellt fest: „Das Nutzenversprechen von nachhaltigem Investment, welches finanzielle Interessen mit nachhaltigen Anliegen verbindet, macht diese Strategie passend und bereichernd für jedes HNWI Investment-Portfolio. Die Tatsache, dass viele HNWI, welche nachhaltige Investments erst einmal getestet haben, nun verstärkt auf nachhaltige Investments setzen, zeigt dies deutlich. Das ist nicht unbedingt überraschend, auch nicht in Zeiten großer Marktunsicherheit, da die Strategien auf Wachstum und Sicherheit ausgelegt sind, was gut zu der langfristigen und werterhaltenden Ausrichtung von HNWI zusammen passt."

Die Eurosif-Studie basiert auf einer Befragung von Family Offices, Vermögensverwaltern, Privatbanken und sehr vermögenden Privatpersonen. Von ihnen sagten dabei 87 Prozent voraus, dass nachhaltige Investments von HNWIs in Zukunft anwachsen werden. Rund 37 Prozent der Antwortenden erwarten sogar einen starken Zuwachs. 51 Prozent der Befragten betrachteten nachhaltige Investment als eine etablierte Finanzdisziplin. Bei der ersten Studie aus 2007 hatte dies nur ein Drittel so gesehen.

Laut der Studie werden von HNWI positive Screening-Strategien wie zum Beispiel der Best-in-Class-Ansatz weiterhin am häufigsten angewandt. Hierbei qualifizieren sich Wertpapier-Emittenten bereits als nachhaltig, wenn sie einen positiven Beitrag für mehr Nachhaltigkeit leisten. Negative Ausschlusskriterien geben hierbei nicht den Ausschlag. Die beliebtesten nachhaltigen Investment-Themen sind dem Report zufolge alternative Energie, Wasser und grüne Technologie. Auch die Bedeutung des so genannten Impact Investing hat zugenommen. Diese Investmentstrategie ist auf direkt messbare öko-soziale Wirkungen ausgerichtet, wie sie etwa bei Mikrofinanzfonds möglich sind, die Kapital für die Vermittlung von Kleinkrediten in armen Weltregionen bereitstellen. Wie die Umfrage von Eurosif zeigt, hat die Hälfte der nachhaltig ausgerichteten HNWI bereits Impact Investments getätigt.
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