05.04.13 Fonds / ETF

Vier neue nachhaltige Aktienindices gestartet

Eine Reihe neuer nachhaltiger Aktienindices ist auf dem Markt. Die internationale Nachhaltigkeitsratingagentur Vigeo mit Hauptsitz in Paris und der US-amerikanische Börsenbetreiber NYSE Euronext haben gemeinsam vier neue Aktienindices ins Leben gerufen. Diese setzen bei der Titelwahl auf soziale, ethische und ökologische Nachhaltigkeitskriterien. Zwei weitere Indices sollen dieser neuen Indexfamilie noch in der zweiten Jahreshälfte hinzugefügt werden, teilt Vigeo mit.

Bereits gestartet sind der Euronext Vigeo World und der Euronext Vigeo Europe, die jeweils 120 Aktien enthalten, sowie der Euronext Vigeo France und der Euronext Vigeo United Kingdom mit je 20 Aktien von britischen beziehungsweise französischen Unternehmen. Die beiden noch in Vorbereitung befindlichen Indices sollen die Regionen USA und Benelux abdecken.

Für die Nachhaltigkeitsanalyse ist Vigeo verantwortlich. Untersucht werden die Unternehmen den Analysten zu 38 Nachhaltigkeitskriterien, darunter zum Beispiel Engagement für die Umwelt sowie Umweltmanagementsysteme in der Zulieferkette, Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption, Umgang mit Mitarbeitern und Geschäftspartnern. Insgesamt untersuchen die Vigeo-Analysten 330 Indikatoren zu den 38 Kriterien. Überprüft und überarbeitet werde die jeweilige Indexzusammenstellung zwei Mal jährlich im Mai und November. Die Auswahl der Unternehmen erfolgt nach dem Best-in-class-Ansatz. Das heißt: Infrage kommen die jeweils Nachhaltigkeitsbesten einer Branche, unabhängig davon, wie „grün“ diese Branche selbst ist.

Dementsprechend finden sich unter den Konzernen, die in den Indices enthalten sind, auch Unternehmen aus Branchen, die aus Nachhaltigkeitssicht fragwürdig erscheinen. Das zeigt etwa das Beispiel Euronext Vigeo World: Dort sind nach Angaben der Ratingagentur unter anderem der US-Stahlkonzern Alcona Inc., der Aluminiumhersteller Norsk Hydro, der französische Atomkonzern EDF und das Mineralöl-Unternehmen Imperial Oil enthalten. Der Europa-Index führt neben dem Bergbauriesen BHP Billiton auch die Fluglinie Air France KLM, die mit Flugzeugbau und Waffenproduktion befasste EADS und Automobilhersteller wie Renault, Daimler oder Fiat auf.

Deutsche Aktienunternehmen, die in der Indexfamilie berücksichtigt werden, sind beispielsweise der Energiekonzern RWE, der Technologieriese Siemens, der Chemiekonzern BASF, die Versicherer Allianz und Münchner Rück sowie der IT-Spezialist SAP.
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