02.11.11 Erneuerbare Energie

Windkraftboom in den USA - droht bald die Vollbremsung?

In den letzten Monaten hat es in den Vereinigten Staaten einen Windkraftboom gegeben. Das geht aus den Zahlen des US-Windkraftverbandes hervor, der American Wind Energy Association (AWEA). Demnach wurden von Anfang Juli bis Ende September in den USA Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 1,204 Megawatt (MW) neu installiert. Nach neun Monaten sind damit im laufenden Jahr Windräder mit einer Kapazität von 3.360 MW neu ans Netz gebracht worden. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von rund 75 Prozent.

Insgesamt verfügen die USA damit über eine Windkraftleistung von 43.461 MW. Das entspricht der Kapazität von über 40 durchschnittlichen Atomkraftwerken und etwa einem Fünftel der weltweit installierten Windkraftleistung.
Die AWEA rechnet damit, dass die Neuinstallationen im vierten Quartal nochmals stark anziehen werden. Im Gesamtjahr sei mit Neuinstallationen von 6.500 bis 7.500 MW zu rechnen. Im vergangen Jahr hatten die USA 5.217 MW erreicht. Aktuell werden laut dem Windkraftverband in den Vereinigten Staaten 90 Windkraftprojekte in 29 Bundesstaaten mit einer potentiellen Kapazität von 8.400 MW entwickelt. Die Projektierer seien sehr darauf bedacht, möglichst viele Anlagen bsi Ende 2012 ans Netz zu bringen. Denn dann ende die aktuelle Förderung durch die Bundesregierung über die so genannten  Production Tax Credits (PTC).

Diese Steuernachlässe machen Investments in Windparks derzeit recht attraktiv, müssen aber vom Kongress in einem Jahr erneut verlängert werden. Angesichts der hohen Staatsverschuldung und dem massiven Widerstand der Republikaner gegen Fördermaßnahmen für Erneuerbare Energien ist es fraglich, ob es dazu kommt. Die AWEA weist darauf hin, dass schon jetzt viele Projekte nicht mehr in Angriff genommen würden, die erst 2013 realisiert werden könnten. Der Verband appelliert an die Politik, sich frühzeitig für eine Verlängerung der PTC zu entscheiden. Die Branche benötige Plungssicherheit.
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