Wohin mit dem geerbten Geld? Auf dem Girokonto bringt es nichts ein. Das Musterdepot gibt Anregungen.

18.08.17 Musterdepots , Altersvorsorge

100.000 Euro geerbt: Wie legt man die Summe an?

Mit einer größeren Erbschaft lässt sich einiges bewegen: Wolfgang Steuber von der Evangelischen Bank macht Vorschläge.

Die Aufgabe:

Frau Mustermann (25) hat gerade ihr Studium der Behindertenpädagogik abgeschlossen. In ihrer ersten Anstellung verdient sie brutto 2.500 Euro im Monat. 100.000 Euro hat Frau Mustermann geerbt. Diese Summe möchte sie nach christlichen Kriterien anlegen. Langfristig soll ein Standbein für die Altersvorsorge entstehen.

Der Experte:

Wolfgang Steuber ist geprüfter ECOanlageberater und Wertpapierkoordinator für das Privatkundengeschäft der Evangelischen Bank.

Die Empfehlung von Wolfgang Steuber:

Als relativ schnell verfügbare Anlage rate ich Frau Mustermann, zehn Prozent des vorhandenen Vermögens auf ein Sparbuch oder als Tagesgeld anzulegen. Diese Gelder werden von der Evangelischen Bank entweder an kirchlich-diakonische Einrichtungen weiterverliehen oder nach den strengen Nachhaltigkeitskriterien der Bank angelegt. Die Bank orientiert sich dabei an dem Leitfaden für ethisch nachhaltige Geldanlage in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Weitere 15 Prozent könnte Frau Mustermann in Sachwerte anlegen. Ich empfehle hierfür den UniImmo: Deutschland (ISIN DE0009805507). Dabei handelt es sich um einen offenen Immobilienfonds, der überwiegend in Gewerbeimmobilien mit Nachhaltigkeitszertifizierung investiert.

Den Schwerpunkt der Geldanlage sollte Frau Mustermann aufgrund der langfristigen Orientierung auf nachhaltige Mischfonds legen. Ich empfehle, 60 Prozent des vorhandenen Vermögens in drei nachhaltige Mischfonds zu investieren:

KCD-Union Nachhaltig Mix (ISIN DE0009750000)
Der Fonds ist ein konservativer Mischfonds, der für Kirche, Caritas und Diakonie konzipiert worden ist. Er unterliegt strengen Nachhaltigkeitskriterien. Der Fonds investiert weltweit schwerpunktmäßig in auf Euro lautende verzinsliche Wertpapiere und Aktien.

FairWorldFonds (ISIN LU0458538880)
Der Fonds ist ein konservativer Mischfonds, der weltweit in verzinsliche Wertpapiere, Aktien sowie bis zu zehn Prozent in Mikrofinanzfonds investiert. Dabei erfolgt die Orientierung von Investitions- und Anlageentscheidungen an sozialen, ökologischen und entwicklungspolitischen Kriterien, die „Brot für die Welt“ gemeinsam mit dem Südwind-Institut für Ökonomie und Ökumene formuliert hat.

UniRak Nachhaltig (ISIN LU0718558488)
Der Fonds ist ein global investierender Mischfonds mit unter Nachhaltigkeitsaspekten ausgewählten Aktien und Renten. Er investiert überwiegend in Aktien und weist deshalb ein erhöhtes Risiko aus.
Die übrigen 15 Prozent sollten in Substanzwerte fließen, also in Aktien. Hierfür empfehle ich der Kundin zwei nachhaltige Aktienfonds:

KCD-Union Nachhaltig Aktien (ISIN DE0005326532)
Auch dieser Aktienfonds wurde für Kirche, Caritas und Diakonie konzipiert. Er unterliegt strengen Nachhaltigkeitskriterien und legt weltweit an. Als reiner Aktienfonds weist er deshalb ein erhöhtes Risiko aus.

Öko-Aktienfonds (ISIN LU0037079380)
Dies ist ein Aktienfonds, der weltweit investiert. Schwerpunkt der Anlagen sind Unternehmen aus dem Umwelttechnologiebereich unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien. Der Fonds investiert sowohl in Ökoleader, also in Konzerne, die innerhalb ihrer Branche zu den nachhaltigsten gehören, als auch in Ökopioniere. Der Fonds weist ein hohes Risiko aus.

Um für später vorzusorgen, rate ich Frau Mustermann zudem, monatlich 100 Euro in jedem der folgenden Produkte anzulegen:

In einen Fondsansparplan mit Investitionen in den KCD-Union Nachhaltig Mix.

In die Fondsgebundene Rentenversicherung EB-Lebenswert. Die bietet die Möglichkeit, eine Kombination von KCD-Union Nachhaltig Aktien und KCD-Union Nachhaltig Renten zu wählen.

In Aktienfonds über einen einen Riestersparplan. Durch die Einzahlung von 1.200 Euro im Jahr - die als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend gemacht werden können – wird darüber hinaus ein steuerlicher Hebel aktiviert. Bei einem unterstellten Grenzsteuersatz von 25 Prozent beläuft sich die Steuerersparnis immerhin auf 300 Euro. Darüber hinaus wird am weltweiten Aktienmarkt langfristig investiert.

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