14.02.14 Anleihen / AIF , Fonds / ETF , Musterdepots

100.000 Euro Erbe nach christlichen Maßstäben anlegen - Musterdepot von Heike Ebli, Mehrwert GmbH

Exklusiv für ECOreporter entwerfen erfahrene Finanzberater Musterdepots für nachhaltig orientierte Anleger. Für die Musterdepots stellt ECOreporter Finanzexperten eine auf das wesentliche reduzierte Aufgabe. Im „echten“ Leben ist Anlageberatung natürlich komplexer. Da benötigt der Vermögensexperte mehr Informationen über die konkrete Situation, über Pläne und Präferenzen des Kunden. Die Musterdepots sollen für möglichst viele Anleger einen Ideenfundus bietet. Beratung und intensive Beschäftigung mit der Geldanlage ersetzen sie nicht.

Ausgangssituation:

Frau Mustermann (25) hat gerade ihr Studium der Behindertenpädagogik abgeschlossen. In ihrer ersten Anstellung verdient sie brutto 2.500 Euro im Monat. 100.000 Euro hat Frau Mustermann geerbt. Diese Summe möchte sie nach christlichen Kriterien anlegen. Langfristig soll ein Standbein für die Altersvorsorge entstehen.

Die Expertin:

Heike Ebli ist Fachberaterin für Nachhaltiges Investment und Mitglied der Geschäftsleitung der Mehrwert GmbH aus Bamberg. Dort verantwortet sie die Bereiche Kommunikation und Nachhaltiggkeitsstartegie. Per  Mausklick (Link entfernt)  gelangen Sie zu einem Portrait von Mehrwert. Das Unternehmen führt auch das ECOreporter-Siegel für Nachhaltige Anlageberatung (mehr darüber erfahren Sie  hier).

Die Empfehlung von Heike Ebli:

Mit 25 Jahren ist Frau Mustermann jung und steht am Beginn ihrer Berufslaufbahn. In ihrer Lebensplanung hat sie noch viele Optionen offen. Deshalb ist es wichtig, dass die geerbte Summe zu einem größeren Teil flexibel, defensiv und verfügbar angelegt wird. Der für die Altersvorsorge gedachte Teil sollte demgegenüber renditeorientiert, möglichst steueroptimiert und werterhaltend investiert werden. Das Geld sollte man Lebensziel orientiert konzeptionell anlegen.

Bei den zeitlichen Anlagedimensionen bietet es sich an, in bildlich gesprochen drei Töpfen zu denken: Einen ersten Topf für einen kurzfristigen Zugriff quasi als Liquiditätsreserve. Einen zweiten Topf mit einem mittelfristigen Anlagehorizont und den dritten Topf als Altersvorsorge mit langfristigem Anlagehorizont. Abgesehen von den ökonomisch relevanten Aspekten ist Frau Mustermann eine nachhaltige Strategie wichtig, die neben ökologischen auch ethische und soziale Kriterien berücksichtigt. Hiervon ausgehend empfehle ich Frau Mustermann folgende Aufteilung:

1. Topf: kurzfristige Anlage (Zeithorizont 1-3 Jahre) mit insgesamt 15.000 Euro

Ich empfehle ihr ein Tagesgeldkonto bei einer ausgewählten nachhaltigen Bank. In die engere Auswahl kommt eventuell eine christliche Bank, mit der Frau Mustermann ihre persönlichen Werte teilt. Sie hat hier einen Sofortzugriff auf das Geld, es steht also für Investitionen etwa in Möbel jederzeit zur Verfügung.

(Ein weiterer Mausklick führt Sie zu  Kurzportraits nachhaltiger Banken (Link entfernt) , darunter auch Kirchenbanken - die Red.).

2. Topf: mittelfristige Anlage (Zeithorizont 4-8 Jahre) mit insgesamt 50.000 Euro

Diese Summe empfehle ich wie folgt aufzuteilen:

a) 15.000 Euro in den Invest in Vision - einen Mikrofinanzfonds, der die Gelder in Kleinstkredite in diversen Entwicklungsländern investiert. Die Menschen erhalten so Zugang zum Wirtschaftskreislauf. Dies kann einen wesentlichen Beitrag zur weltweiten Armutsreduktion leisten. Dieser Mikrofinanzfonds erwirtschaftet pro Jahr zwischen 2 und 4 Prozent Ertrag und korreliert kaum mit Renten- und Aktienfonds, was sich im Gesamtportfolio risikomindernd auswirkt. Die Mikrofinanzidee bildet zugleich den Wunsch von Frau Mustermann nach einer sozial nachhaltigen Anlage ab.

b) 35.000 Euro sind in der Vermögensverwaltung auf Fondsbasis mit der Strategie „nachhaltig defensiv“ gut angelegt: Strategisch wird hierbei das Geld zu 25 Prozent in Aktien und 75 Prozent in Renten in nachhaltigen Aktien- Misch- und Rentenfonds verteilt. Das Portfolio wird aktiv von einem Asset Management betreut, welches rasch und professionell auf Marktbewegungen reagiert. Neben einer Zielrendite von 4 Prozent ist eine Verlustschwelle von 6 Prozent festgelegt, was sich Risikominimierend auswirkt. Frau Mustermann kann jederzeit über das Geld oder Teile davon verfügen und muss zudem nicht immer wieder neue Anlageentscheidungen treffen.

In unterschiedlicher Gewichtung sind aktuell folgende Fonds enthalten: Ökovision Classic (Aktienfonds) - Prime Values Income, Prime Values Growth, Sarasin Sustainable Portfolio Balance, Sarasin Fairinvest-Universal (Mischfonds) – und LBBW Nachhaltigkeit Renten, Sarasin Sustainable Corporate Bonds (Rentenfonds).

3. Topf. Langfristige Anlage (Zeithorizont länger als 10 Jahre) mit insgesamt 35.000 Euro

Dabei empfehle ich eine Aufteilung wonach

a) 25.000 Euro in einem Depot im Versicherungsmantel auf drei nachhaltige Aktienfonds mit gleicher Gewichtung verteilt werden: Sarasin Sustainable Water Fund, Ökovision Classic, und Pioneer Funds Global Ecology. Der Versicherungsmantel schützt bei einem Tausch oder Kauf vor der auf den Gewinn anfallenden Abgeltungssteuer. Je nach Marktsituation können Fonds steuerfrei verkauft und gekauft werden. Die Rendite wird angesichts eines Anlagehorizonts von etwa 40 Jahren deutlich optimiert.

b) 10.000 Euro empfehle ich in den Kirifonds anzulegen: Es handelt sich hierbei um eine unternehmerische Beteiligung, die in die Anpflanzung des am schnellsten wachsenden Edelholzbaums der Welt investiert. Die Plantagen liegen in Europa und der Fonds ist als reiner Eigenkapitalfonds konzipiert. Frau Mustermann profitiert vom Baumwachstum, das sich unabhängig von Zins- und Aktienbewegungen entwickelt. Die geplante Laufzeit liegt bei zehn Jahren.

Zusammenfassung:

Über das gesamte Portfolio verteilen sich die 100.000 Euro nun zu 15 Prozent in der Liquidität, 41 Prozent in Renten, 34 Prozent in Aktien, 10 Prozent in Sachwerte. Der größte Teil des Vermögens wird in Investmentfonds angelegt, die durch eine breite Streuung der Zielinvestments eine Risikominderung erlauben. Unter Berücksichtigung unterschiedlicher Anlageklassen (Renten, Aktien und Themen) wird zugleich eine Diversifikation erzielt. Bei den mittleren und längerfristigen Anlagehorizonten wirken Sachbezogene Anlagen (z.B. Aktien) und eine konkrete Beteiligung Geldentwertungstendenzen entgegen. Die Wahl der Produktkonzepte (Vermögensverwaltung) wirken mitunter risikomindernd und im Falle des Versicherungsmantels steueroptimierend. Sie fügen sich gut in das noch junge Lebenskonzept von Frau Mustermann ein.
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