Nachhaltige Aktien, Meldungen

10.1.2008: Jahresrückblick sonstige Umweltaktien: dreistellige Gewinne waren möglich

Mit Umweltaktien ließen sich im Jahr 2007 schöne Kursgewinne erwirtschaften, auch wenn sie nicht der Wind- oder Solarbranche zuzurechnen waren. So legten die Anteilscheine des Aachener Spezialmaschinen-Herstellers Aixtron AG im Jahresverlauf um 191 Prozent zu. Schon für das ersten Quartal hatte das Unternehmen kräftige Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis gemeldet. Der Nettogewinn kletterte demnach von minus 3,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf plus 7,6 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr setzte sich die positive Entwicklung fort. Vor allem die Nachfrage nach Verbindungs-Halbleiteranlagen zur Herstellung von LEDs und nach Silizium-Halbleiteranlagen zur Herstellung von Speicherprodukten sei stark gewesen, teilte das Unternehmen mit. Für das dritte Quartal meldete Aixtron den mit über 40 Millionen Euro höchsten Auftragseingang in der Unternehmensgeschichte. Aktien der Aixtron AG sind in zahlreichen Umwelt- und Nachhaltigkeitsfonds enthalten.

Ein Plus von 179 Prozent verbuchte die Sino-Forest Corporation. Das Geschäftsmodell von Sino-Forest basiert im Wesentlichen darauf, gewachsene Holzbestände zu erwerben, kurzfristig zu ernten und anschließend auf dem für 50 Jahre gepachteten Land eigene schnell wachsende Baumarten anzupflanzen. ECOreporter.de hatte das Unternehmen in einem Beitrag im Juli 2007 vorgestellt und Investments in die Aktie als Beimischung empfohlen.

Der US-amerikanische Projektierer von Geothermiekraftwerken, Western Geopower Corporation, kletterte 166 Prozent nach oben. Das Unternehmen aus dem kanadischen Vancouver plant, auf dem seit 1960 genutzten Geothermiefeld „The Geysers“ bei San Fransisco ein Kraftwerk mit mehr als 30 Megawatt elektrischer Leistung. Laut dem Unternehmen sind die Bohrungen genehmigt. Ende 2007 wurde zudem bekannt, dass die isländischen Investoren Reykjavik Energy Invest, REI, Geysir Green Energy und Glitnir bei Western Geopower eingestiegen sind.

Die Klagenfurter SW Umwelttechnik AG (SWU) führte lange Zeit ein Schattendasein an der Börse. Im letzten Jahr verbuchte die Aktie dann einen Kursaufschlag von 134 Prozent. Ein gutes Stück vom Kuchen sicherte sich SWU gleich zu Jahresbeginn. Nachdem die Wiederaufnahme der Aktie in das Börsensegment ATX Prime Market angekündigt wurde, gab es eine regelrechte Kursexplosion, allein am 9. Januar sprang der Kurs um mehr als 20 Prozent nach oben. Der Jahresschlusskurs lag bei 93,80 Euro, die Anteilscheine hatten zwischenzeitlich (23. Mai) allerdings auch schon das Niveau von 148,00 Euro erreicht.

Über 123 Prozent steuerfreien Wertzuwachs können sich Investoren freuen, die die Anteilscheine des US-amerikanischen Biokaffeerösters Green Mountain Coffee Roasters schon Anfang 2007 im Depot hatten. Allein im vierten Quartal seines Geschäftsjahres konnte das Unternehmen aus Waterbury im Bundesstaat Vermont den Gewinn mit 3,6 Millionen Dollar mehr als verdoppeln. ECOreporter.de hatte die Aktie im Herbst 2006 beim Kurs von 9,86 Euro empfohlen (Berlin) (nachzulesen im ECOreporter.de-Beitrag vom 12. Oktober ). Ende 2007 wurden 27,41 Euro für die Anteilscheine notiert.

Beachtliche Kursgewinne verbuchte auch das US-amerikanische Medien- und Lifestyle-Unternehmen Gaiam Inc., die Aktie stieg um 89 Prozent. Anteilscheine des ebenfalls US-amerikanischen Geothermieunternehmens Nevada Geothermal Power Inc. verteuerten sich um 77 Prozent.

Auf dem deutschen Markt fielen die Spezialistin für Wärmedämmverbundsysteme Sto AG (plus 75 Prozent), der Rohstoff- und Recyclingkonzern Interseroh AG (plus 60 Prozent), der Eisenbahnzulieferer Vossloh AG (plus 42 Prozent) und die börsennotierte Beteiligungsgesellschaft Capital Stage AG (plus 41 Prozent) mit kräftigen Zuwächsen auf.

Besonders verlustreich war das Jahr 2007 für Anteilseigner des börsennotierten Schweizer Entsorgungsunternehmens Global Resources AG – die Aktie verlor 99,35 Prozent ihres Werts. Drastische Einbußen verzeichnete ferner die Biodüngeherstellerin Bodisen Biotech Inc. aus dem chinesischen Shaanxi. Das Unternehmen hatte im August Schäden in Höhe von 1,5 Millionen Dollar durch Überflutung nach einem Sturm gemeldet. Die Aktie wurde zudem von der American Stock Exchange (Amex) ausgeschlossen, nachdem es Berichtsanforderungen nicht nachgekommen war. Außerdem reichten Aktionäre mehrere Klagen ein. Bodisen verloren 86 Prozent.

Abgerutscht sind im Jahresverlauf auch die Aktienkurse des Energieversorgers Calpine Corp. (minus 84 Prozent), der Spezialistin für Kraftstoffspeichersysteme Quantum Fuel Systems Technologies Worldwide Inc. (minus 71 Prozent), der Wasserstoffbatterien entwickelnden Millennium Cell Inc. (minus 64 Prozent) sowie des US-Hypothekenfinanzierers Freddie Mac Corp. (minus 56 Prozent).

Der Fahrradhersteller Mifa Mitteldeutsche Fahrradwerke AG mit Sitz in Sangerhausen, Thüringen, verbuchte einen Kursverlust von 55 Prozent. Mit 25 Prozent der Anteilscheine ist die US-Investmentgesellschaft Lone Star Großaktionär der Mifa. Ende 2006 hatten die Sangerhausener die Kunden und Aufträge des Nordhäuser Fahrradwerks übernommen, das eine Lone Star-Tochter im Dezember 2005 gekauft hatte. Der Nordhäuser Konkurrent konnte daraufhin nicht mehr kostendeckend arbeiten und musste Insolvenz beantragen. Die Angestellten der Fahrradfabrik besetzten das Werk und wurden deutschlandweit durch das „Streikrad“ bekannt, das direkt bei ihnen bestellt werden konnte.
Im November teilte Mifa mit, dass Finanzvorstand Brüning sich aus „persönlichen Gründen“ entschlossen habe, sein Amt niederzulegen. Der Vorstandsvorsitzende Peter Wicht werde das Unternehmen vorerst wieder als Alleinvorstand vertreten.

Erhebliche Kursrückgänge gab es ferner bei dem Essener Neue-Energie-Unternehmen Enro AG (minus 54 Prozent), bei dem kanadischen Technologieunternehmen ATS Automation Tooling Systems Inc (minus 51 Prozent), und dem US-amerikanischen Betreiber von Kaffeehäusern Starbucks Corp. (minus 48 Prozent).

Bilder: Spezialmaschine der Aixtron AG; Logo der Green Mountain Coffee Roasters; Fahrradrahmen bei der Mifa AG / Quelle: Unternehmen
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