10.12.03 Erneuerbare Energie

10.12.2003: Verband der Elektrizitätswirtschaft: Die Industrie zahlt ein Viertel weniger für Strom als 1998

Die Strompreise für die mittelständische Industrie lagen Ende 2003 immer noch rund ein Viertel unter dem Niveau von 1998, dem Beginn der Liberalisierung des Strommarktes. Das meldet der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Berlin, nach neuesten Erhebungen. Seit 1998 habe die Industrie von einer Talfahrt der Strompreise profitiert. In den fünf Jahren seien gleichzeitig die staatlichen Abgaben um das Siebenfache gestiegen, so der VDEW. Die Stromsteuer sei dabei nicht enthalten, da viele Betriebe diese vollständig erstattet bekämen.

Steigende Kosten für Brennstoffe, Regelenergie und staatliche Belastungen haben nach Angaben des Branchenverbandes ab 2001 wieder zu steigenden Preisen geführt. Ein durchschnittlicher Industriebetrieb zahle 2003 etwa 14 Prozent seiner Stromrechnung für Konzessionsabgabe sowie die Abgaben nach dem Kraft-Wärme-Kopplungs- und Erneuerbare-Energien-Gesetz.

Nach dem Fall der geschlossenen Versorgungsgebiete war auf dem nationalen Elektrizitätsmarkt ein heftiger Preiswettbewerb entbrannt. Die Energieversorger suchten nach Möglichkeiten, ihre Kostenstruktur zu verbessern - und entdeckten unter anderem den Faktor Konzessionsabgabe.

Diese wird für Tarifkunden in Abhängigkeit von der Gemeindegröße erhoben und beträgt beispielsweise in einer Stadt wie Konstanz für größere Verbraucher 1,3 Cent je kWh. Für so genannte Sonderabnehmer sind unabhängig von der jeweiligen Gemeindegröße jedoch nur Höchstbeträge von 0,11 Cent (0,22 Pfennig) pro kWh für Strom vorgesehen.

Der Verbraucherzentralen Bundesverband (vzbv) und der Bund der Energieverbraucher rechnen vor, der Strom für "Privatkunden" sei derzeit mit rund 16 Cent etwa doppelt so teuer wie der für Industriekunden - und damit genauso hoch wie in Monopolzeiten. Die unterschiedliche Preisentwicklung lasse befürchten, dass eine Quersubventionierung des Industriestroms über die Strompreise der Haushaltskunden stattfinden solle, den Haushaltskunden also überproportional Kostenanteile auferlegt würden, um mit lukrativen Preisen um Großabnehmer zu werben, so der Bundesverband der Verbraucherzentralen.
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