10.02.03

10.2.2003: Presserundschau: Nebenwertejournal: Umweltaktien im Visier

Gleich eine ganze Reihe von börsennotierten Umwelttiteln haben sich die Autoren des "Nebenwertejournals" aus Bochum in ihrem aktuellen Heft (6. Februar 2003) vorgenommen. Matthias Chr. Kurzrock hält die Aktie des Heizungsbauers Buderus AG (WKN 527800) besonders unter dem Gesichtspunkt erneut aufflammender Übernahmespekulationen für attraktiv. Nachdem die Robert Bosch GmbH ein 7,57 Prozent schweres Aktienpaket von der Deutschen Bank übernommen habe, rechne er mit dem Wechsel weiterer Pakete, so Kurzrock. Anleger, die auf eine mittelfristige Komplettübernahme von Buderus und ein Pflichtangebot setzen wollten, sollten versuchen, durch niedrige Abstauberlimite zum Zuge zu kommen. Bosch habe nach Berechnung des Nebenwertejournals 21.33 Euro je Buderus-Aktie gezahlt, einen Preis von 26 Euro halte man im Fall einer Übernahme für realistisch.

Die Aussichten des Kölner Kondomherstellers condomi ag (WKN 544490) schätzt Klaus Hellwig, Chefredakteur des Nebenwertejournals, in seinem Fazit zu einem Bericht von Redakteur Matthias Wahler, als gering ein. Die Condomi-Aktie habe innerhalb von zwei Jahren mehr als 90 Prozent ihres früheren Börsenwertes verloren, dieser habe allerdings größtenteils aus Hoffnungen bestanden. Das Unternehmen sei hoch verschuldet, wenn die Banken ihre Kreditlinien nicht bestehen ließen, würden sich nach Angaben der Wirtschaftsprüfer im Abschluss "bestandsgefährdende Folgen" ergeben. Trotz der gemessen am Buchwert geringen Börsenbewertung rate er vom Kauf der Aktie des Unternehmens ab, resümiert Hellwig.

Die dritte Betrachtung des Bochumer Anlegerjournals gilt der Drägerwerk AG (WKN 555063). Die Aktie des Medizintechnikunternehmens sei mit einem Kurs-Gewinnverhältnis (KGV) von 17 aktuell hoch bewertet, schreibt Claus Müller. Anleger sollten bestehende Positionen halten und Abschwächungen an den Börsen für Neu- oder Zukäufe nutzen. Wenn es dem Unternehmen gelinge, seine Ertragsdynamik beizubehalten, sehe er für die Aktie auch in den nächsten Jahren Potential. Allerdings weise der schnelle Kursanstieg auf Engagements von institutionellen Anlegern hin, diese reagierten nervös auf das Verfehlen von Analystenschätzungen.

Auch den Hamburger Windturbinenbauer Repower AG (WKN 617703) hat sich Nebenwerteautor Claus Müller vorgenommen. Das KGV für 2002 bleibe im einstelligen Bereich, die angekündigte Aufnahme einer Dividendenzahlung spreche für steigende Kurse, meint Müller. REpower habe gute Aussichten, innerhalb von bis zu zwei Jahren den Ausgabepreis von 41 Euro wieder zu erreichen. Das sei ein Kurspotenzial von fast 60 Prozent.

Weniger optimistisch beurteilt das Blatt die Chancen des Freiburger Solarkraftwerksbetreibers S.A.G. Solarstrom AG (WKN 702100). Die in der Vergangenheit empfohlene Zurückhaltung gegenüber der Aktie mit Hinweis auf die bisher unerfüllten Versprechen habe sich als richtig erwiesen, schreibt Matthias Wahler. Auch im Geschäftsjahr 2001/02 sei das Ergebnis weit schlechter als erwartet ausgefallen, das Unternehmen schreibe weiter Verluste. Aus wirtschaftlichen Aspekten sehe er keinen Grund, sich bei S.A.G. zu engagieren, schließt Wahler knapp.
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