10.02.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

10.2.2004: Bad Boy Bayer - Schwere Vorwürfe bringen den Konzern in den USA erneut auf Liste der "Zehn übelsten Unternehmen"

Laut dem vom US-amerikanischen Verbraucheranwalt Ralph Nader herausgegebenen Magazin Multinational Monitor zählt die Bayer AG zu den "zehn übelsten Unternehmen". Das meldet die Coordination gegen BAYER-Gefahren e.V. In der jährlich veröffentlichten Aufstellung würden Firmen berücksichtigt, die "Verbraucher betrügen, die Umwelt verseuchen und Arbeiterrechte missachten". Das Unternehmen erscheine nach 2001 bereits zum zweiten Mal auf dieser Liste. Neben Bayer seien unter anderem der Flugzeug-Hersteller Boeing, der Militär-Zulieferer Halliburton und der Klinik-Konzern HealthSouth darauf vertreten.

In den USA hatte Bayer den Angaben zufolge über Jahre Medikamente überteuert abgerechnet und das amerikanische Gesundheitsprogramm MedicAid um Millionenbeträge geprellt. Im Mai 2003 habe der Konzern sich in einem Strafverfahren des Betrugs schuldig bekannt. Zusätzlich sei Bayer zivilrechtlich zu Zahlungen von rund 250 Millionen Dollar verurteilt worden. Ferner habe die New York Times ermittelt, dass die Gesellschaft in den Achtziger Jahren ungetestetes Blutplasma nach Asien exportierte, während in den USA und Europa bereits sichere Präparate angeboten wurden. Zahlreiche asiatische Bluter hätten sich mit HIV infizierten. Nach Angaben der NY Times habe Bayer die Infektionen in Kauf genommen, um seine in Europa nicht mehr absetzbaren Lagerbestände verkaufen zu können. Auch das Lipobay-Desaster sei nach Angaben der New York Times vermeidbar gewesen. Interne Dokumente offenbaren demnach, dass Mitarbeiter des Unternehmens die Risiken des Cholesterin-Senkers Lipobay bereits in der Testphase kannten und das Management warnten. Trotzdem sei das Präparat auf den Markt gebracht worden. Lipobay werde für mindestens 100 Todesfälle verantwortlich gemacht.

Bayer AG: ISIN DE0005752000 / WKN 575200
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