10.03.03

10.3.2003: Analysten uneins über Konsequenzen aus Aixtron-Zahlen

Der Ausblick des Aachener Halbleiterherstellers Aixtron AG (WKN 506620) auf das Geschäftsjahr 2003 fällt alles andere als rosig aus: Der Vorstand erwartet einen Umsatz von 110 Millionen Euro und ein Nachsteuerergebnis von 0,8 Millionen Euro. Für das erste Quartal 2003 geht der Konzern sogar von einem Verlust nach Steuern in Höhe von 2,7 Millionen Euro aus, bei einem Umsatz von 18 Millionen Euro.

Die Analysten reagierten sehr unterschiedlich auf diese Zahlen. Die Berenberg Bank stuft die Aktie von Aixtron unverändert mit "buy" ein. Zwar sieht sie auch, dass das Unternehmen die Erwartungen klar verfehlt habe - und stuft das Kursziel von 3,50 auf 3,00 Euro zurück. Für das kommende Jahr aber erwartet die Bank, dass Aixtron wieder zu adäquaten Erträgen zurückkehren werde - und empfiehlt deshalb, die Aktie weiterhin zu kaufen.

Die Bankgesellschaft Berlin kommt zu einem anderen Ergebnis: Der Ausblick für dieses Jahr sei noch schlechter als erwartet, so dass man die Schätzungen deutlich anpassen müsse, heißt es. Das Ergebnis 2002 und die Erwartungen für 2003 lägen "überraschend deutlich" unter den Prognosen. Deshalb urteilt die Bankgesellschaft unverändert "reduzieren".

Die Analysten des Bankhaus M.M. Warburg & CO setzen Aixtron unverändert auf "hold", SES Research meinen der Halbleiterhersteller bewege sich weiterhin im Rahmen des Marktes ("Marketperformer"), ebenso urteilen die Spezialisten der Investmentbank Goldmann Sachs ("in-line").

Der Aachener Halbleiterhersteller hatte vergangene Woche seinen Geschäftsbericht für 2002 vorgelegt. Der Umsatz betrug demnach im vergangenen Jahr 150,7 Millionen Euro. 2001 waren es noch 240,1 Millionen. 59 Prozent davon wurden in Asien erzielt, 30 Prozent in Nord-Amerika und 11 Prozent in Europa. Das EBIT betrug 21,1 Millionen Euro (2001: 54,2 Millionen). Das Nettoergebnis erreichte 15,3 Millionen Euro, und damit kaum die Hälfte des Vorjahresergebnisses von 33,6 Millionen Euro. Im Februar waren noch 17 bis 20 Millionen Euro als Nettoergebnis angekündigt worden. Der Gewinn pro Aktie betrug 24 Cent, 28 Cent weniger als 2001. In seiner Bilanz weist Aixtron Cash-Reserven in Höhe von 62,3 Millionen Euro aus. Das Unternehmen betont, dass es schuldenfrei sei. 2002 war der Auftragseingang gegenüber 2001 um 42 Prozent auf insgesamt 94 Millionen Euro zurückgegangen. Ende 2002 hatte der Auftragsbestand nur noch ein Volumen von 85 Millionen Euro.
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