10.04.06

10.4.2006: Meldung: Interseroh AG eröffnet Pilot-Zählzentrum in Osnabrück

Die neue Einwegpfand-Regelung bringt für Bürger und Unternehmen nachhaltige Änderungen. Mehrere Milliarden Einwegflaschen und Getränkedosen müssen ab dem 1. Mai 2006 in einem umfänglichen Pfandsystem erfasst und verrechnet werden. Anders als bisher kann dann zum Beispiel eine Dose bei Edeka in Hamburg gekauft und bei einem Discounter in München zurückgegeben werden.

Vor dem Start der neuen Regelung eröffnete das Interseroh Pfand-System am Freitag (7. April) sein Pilot-Zählzentrum in Osnabrück. Dieses ist das erste seiner Art von geplanten zwölf Zählzentren, die Interseroh bundesweit einrichtet, um die Rücknahme, Zählung und Verwertung von Flaschen und Dosen aus dem Einwegpfand zu organisieren. "Osnabrück ist der Startpunkt für unsere Zählzentren", berichtete Interseroh-Vorstand Roland Stroese. Zusammen mit der Geschäftsführung der Interseroh Pfand-System GmbH erläuterte er das neue Einwegpfand und die Erfordernisse an Hersteller und Vertreiber von Getränken. Für die Medien gab es am Freitag einen exklusiven Blick hinter die Kulissen der Pilot-Zählanlage und ihre komplexen technischen Abläufe.

Vor allem aus dem westlichen und nordwestlichen Niedersachsen, dem Münsterland und aus Ostwestfalen werden die leeren Kunststoffflaschen und Getränkedosen kommen. Sie werden im Zählzentrum elektronisch über den EAN-Code gezählt und erfasst und anschließend gepresst bzw. geschreddert, um Pfandmissbrauch zu verhindern. Die gewonnenen Daten geben Informationen über den Hersteller der Verpackung, so dass die Pfandverrechnung mit diesem und mit der Annahmestelle vorgenommen werden kann. Dieser komplexe EDV-Vorgang wird auf einer sehr hohen Sicherheitsstufe abgewickelt, die mit der Führung eines Bankkontos vergleichbar ist.

Auf Basis der Erfahrungen in dieser Pilotanlage wurden die weiteren elf Interseroh-Zählzentren konzipiert und entwickelt. "Das Osnabrücker Zählzentrum ist schon heute voll einsatzbereit und absolviert täglich neue Probedurchläufe, damit wir am 1. Mai optimal auf die große Zahl von Einweggetränkeverpackungen vorbereitet sind", erklärte Stroese. Die Kapazität des Zählzentrums an der Osnabrücker Doppheide liegt zwischen 8.000 und 10.000 Gebinden je Stunde. Im Drei-Schicht-Betrieb erreicht das Zählzentrum mit einer Maschine des dänischen Automatenherstellers Anker-Andersen so rund 45 Millionen Einheiten pro Jahr.

"Wir haben wohl die höchste Zählkapazität im Markt für Zählzentren und verfügen wohl auch über das dichteste Netz an Zählzentren. Mit dieser ausgeprägten Nähe zum Kunden lassen sich die Logistikkosten reduzieren. Schließlich wird ja massenhaft Luft durch Deutschland gefahren - da macht jede Wegverkürzung Sinn", erklärte Stroese in Osnabrück. "Wir streben in diesem Markt eine führende Position an." Die Zählkapazität von Interseroh könne in der maximalen Ausbaustufe der Zählzentren bei rund einer Milliarde Gebinden pro Jahr liegen, sagte Stroese. Die Gesamtmenge von Einweggebinden in Deutschland wird für die kommenden Jahre auf jährlich 13 bis 15 Milliarden Stück geschätzt.

Die zwölf Zählzentren sind logistisch zielgenau in der ganzen Bundesrepublik im Umfeld der Ballungszentren verteilt. Der Aufbau erfolgt derzeit entsprechend der Interseroh-Kundenstruktur. Die Zählzentren werden in den Regionen bzw. Großräumen Hamburg, Berlin, westliches und östliches Niedersachsen, Sachsen, Ruhrgebiet, Rheinland, Rhein-Main-Region, Franken, München und Stuttgart aufgestellt. Interseroh betreibt die Zählzentren an eigenen Standorten oder gemeinsam mit Kooperationspartnern. Dies sind zum Beispiel zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe, die die notwendigen umweltrechtlichen Genehmigungen vorweisen und teilweise auch aus ihrer langjährigen Erfahrung heraus den Transport der Gebinde übernehmen können. Stroese: "Wir unterstützen unsere Partner beim Aufbau der Strukturen und bei den notwendigen Zertifizierungen."

Stroese: "Wir stellen uns mit unseren automatischen Zählzentren auf die Erfordernisse von Handel und Herstellern direkt ein." Eine händische Prüfung der Pfandberechtigung, wie bei anderen Systemen erforderlich, entfalle in den Interseroh-Zählzentren weitgehend. Stroese: "Dies sichert Qualitäts- und Kostenvorteile. Wir können mit unserem Interseroh Pfand-System für jeden Kunden die Rückführung und Verwertung der Gebinde und die Abrechnung der Pfandbeträge übernehmen. Egal, ob diese Discounter, Lebensmitteleinzelhandel oder Convenience-Bereich sind. Wir sorgen für die Abrechnung mit den unterschiedlichen Pfandkontoführern und Forderungsstellern."

Mit ihrem Pfandsystem bietet Interseroh eine funktionierende bundesweite Lösung für Handel und Getränkeindustrie an, inklusive der notwendigen Clearingstelle zur Verrechnung von Forderungen mit anderen Systemteilnehmern. Entsprechend der Verpackungsverordnung ist ein Hersteller bzw. Inverkehrbringer für die Rücknahme seiner Einweggetränkeverpackungen verantwortlich. Hierzu kann er Interseroh beauftragen. Auch der mit Einnahme und Ausgabe von Pfandentgelten befasste Handel kann Interseroh mit allen Stufen der Verrechnung betrauen.

Die rechtliche Grundlage für das Einwegpfand
Die Pfandpflicht für Einweggetränkeverpackungen für Bier, kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke und Mineralwasser ist zum 1. Januar 2003 in Kraft getreten. Am 1. Mai 2006 wird diese Pfandpflicht u.a. auf CO2-freie Erfrischungsgetränke ausgeweitet (z.B. Eistee, aromatisierte Wässer). Wein, Fruchtsaft, Milch sowie die in der Verpackungsverordnung als ökologisch vorteilhaft aufgelisteten Verpackungen (z.B. Verbundverpackungen wie Tetrapak) sind hiervon ausgenommen.

Ab dem 1. Mai 2006 werden die bisherigen "Insellösungen" auf der Basis von individuell gestalteten Verpackungsformen nicht mehr zulässig sein. Händler mit einer Verkaufsfläche ab 200 qm sind ab dem 1. Mai 2006 verpflichtet, sämtliche Einweggetränkeverpackungen derjenigen Materialfraktionen (Metalle, Kunststoffe, Glas), die sie im Sortiment führen, vom Kunden zurückzunehmen. Mit der Rücknahme jeder solchen Verpackung geht die Verpflichtung einher, 25 Eurocent Pfand darauf auszuzahlen. Dies gilt für ursprünglich durch den Händler selbst in Verkehr gebrachte Gebinde ebenso wie für fremde Gebinde. Daraus entsteht ein gewaltiges Bedürfnis nach Pfandclearing. (Text: Deutsche Pfandsysteme GmbH / DPG)

Daten und Fakten zur INTERSEROH AG
Die INTERSEROH AG mit Sitz in Köln, rund 70 Standorten in Deutschland und Europa ist seit ihrer Gründung im Jahr 1991 einer der führenden Dienstleistungs- und Rohstoffkonzerne und Anbieter von Organisationslösungen für das Stoffstrommanagement. Als Dienstleister organisiert INTERSEROH Recyclingprozesse, als Versorger der Papier-, Stahl-, Kunststoff- und Holzwerkstoffindustrie sowie von Biomassekraftwerken liefert INTERSEROH mehr als fünf Millionen Tonnen (Sekundär-)Rohstoffe im Jahr. 2005 erreicht das Unternehmen einen Jahresumsatz von fast einer Milliarde Euro.

Kontakt:
Unternehmenskommunkikation INTERSEROH AG
Stollwerckstr. 9a, 51149 Köln
Tel.: 02203 / 9147-1264, Fax: 02203 / 9147-1406
Mobil: 0173 / 5398340 und 0177 / 6040900
eMail: mailto:m.block@interseroh.de
www.interseroh.de
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