10.05.06 Nachhaltige Aktien , Meldungen

10.5.2006: Bittere Bilanz - Holz-Investment-Anbieter Prime Forestry Group AG insolvent, schwere Vorwürfe an die Eidgenössische Bankenkommission (EBK)

"Infolge der Publikation eines rufschädigenden Medienartikels hat die Eidgenössische Bankkommission (EBK) anfangs März 2006 gegen die beiden in der nachhaltigen Forstwirtschaft tätigen Firmen Prime Forestry Group AG und Prime Forestry Switzerland AG mittels einer superprovisorischen Verfügung eine Untersuchung eingeleitet." Mit dieser Breitseite gegen die schweizerische Behörde eröffnet der Züricher Holz-Investment-Anbieter Prime Forestry Group AG seine Unternehmensmeldung, laut der er jetzt Insolvenz angemeldet hat. Demnach wurde für die Firmen Prime Forestry Group AG und Prime Forestry Switzerland AG am 5. Mai 2006 der Konkurs eröffnet. Auslöser der Zahlungsunfähigkeit sei eine Verfügung der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK), so das Unternehmen. Die EBK habe Prime Forestry vorgeworfen, mit dem TreeDirect Baumverkauf gegen das Bankengesetz zu verstoßen. Beide Firmen seien bis Anfang März 2006 erfolgreich am Markt tätig gewesen und hätten über eine ausreichende Liquiditätsreserve verfügt, um jeglicher Verpflichtung jederzeit nachzukommen.

"Obschon die EBK bereits vor rund zwei Jahren offiziell bestätigt hatte, dass der von der Prime Forestry Switzerland AG angebotene Verkauf von Baumbeständen legal ist und nicht der Kontrolle der Eidgenössischen Bankenkommission untersteht, war gegen eine erneute Überprüfung der Gruppe grundsätzlich nichts einzuwenden", heißt es in der Meldung von Prime Forestry weiter. Im Rahmen der superprovisorischen Verfügung sei jedoch "ohne entsprechende Gesetzesgrundlage und ohne Beachtung der Verhältnismäßigkeit" die Handlungsfähigkeit der gewählten Organe der Prime Forestry rigoros eingeschränkt und die Geschäftsführung der Prime Forestry Firmen an zwei von der EBK ernannte Untersuchungsbeauftragte übertragen worden: die Rechtsanwälte Karl Wüthrich und Yves Meili der Anwaltskanzlei Wenger Plattner.

Ein angeordneter Verkaufsstopp und "die ruinöse Geschäftsführung der Untersuchungsbeauftragten", welche in den letzten acht Wochen auf Kosten der Prime Forestry Honorare von über 450.000 Franken bezogen hätten, haben laut der Darstellung des Holz-Investment-Anbieters in der Zwischenzeit zu einer finanziellen Unterdeckung von solchem Ausmaß geführt, "dass sich die Aktionäre gezwungen sahen, am Donnerstag, den 4. Mai 2006, bei der Eidgenössischen Bankenkommission die Deponierung der Bilanzen und somit die Konkursanmeldung dieser beiden Prime Forestry Firmen zu beantragen".

Das Unternehmen zieht eine bittere Bilanz: "Die unverhältnismäßige Intervention der EBK sowie die fahrlässige Geschäftsführung der verantwortlichen Untersuchungsbeauftragten haben nicht nur den Aktionären und dem Personal, sondern auch den Kunden und Gläubigern der Prime Forestry Gruppe massiv geschadet. Die Aktionäre der Prime Forestry werden im Rahmen der Staatshaftung vollen Schadenersatz für den von der Eidgenössischen Bankenkommission angerichteten Schaden verlangen", so die Meldung.

Lesen Sie zum Zusammenbruch der Prime Forestry AG auch unseren Hintergrundbericht vom 29. März 2006: Teakholz-Investment-Anbieter stillgelegt: Bankenkommission untersucht, beauftragte Anwälte übernehmen das Ruder - Anlegergeld gefährdet?

Bildhinweis: Plantage der Prime Forestry AG / Quelle: Quelle: Unternehmen
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