10.07.02

10.7.2002: Voltwerk AG errichtet Deutschlands größten Solarpark in Sonnen bei Passau

(MF) In der Gemeinde Sonnen im Landkreis Passau
haben im April 2002 die Bauarbeiten für Deutschlands
aktuell größten Solarpark begonnen. Installiert werden
sollen 18 Photovoltaik-Anlagen mit über 10.500
Einzelmodulen. Die mit dem Bau beauftragte Sun-
Technics Solartechnik GmbH aus Hamburg rechnet
mit der Fertigstellung des Solarparks bis zum August
diesen Jahres. Betreiber der Anlage ist die voltwerk
AG, eine Tochter der Hamburger Conergy Group. Das
Unternehmen mit Sitz in Stuttgart errichtet Solarparks,
und betreibt sie - derzeit verwaltet sie acht Photovoltaik-
Gemeinschaftsanlagen.

Ende 2001 hat das Unternehmen eine 1,6 Megawatt-
Anlage im bayerischen Markstetten ans Netz angeschlossen,
die als der bislang größte Solarpark
Deutschlands gilt. Die Passauer Anlage soll nun, Angaben
voltwerks zufolge, eine Leistung von 1,75 Megawatt
haben und jährlich rund 1,7 Millionen Kilowattstunden
Solarstrom produzieren.

Ausschüttung von 12,2 Prozent im Schnitt

Zur Finanzierung des Solarparks plant voltwerk die
Gründung von Betreibergesellschaften mit der
Rechtsform einer GmbH & Co. KG. Die Investoren
gelten also als Kommanditisten, die voltwerk zufolge
eine durchschnittliche Ausschüttung von 12,2 Prozent
erhalten sollen. Dies entspreche für die festgelegte
Laufzeit von 20 Jahren einem Gesamtbetrag von rund
6,6 Millionen Euro für alle 18 Anlagen. Enthalten sei
darin der Erlös aus dem Verkauf der KG-Anteile zu elf
Prozent des ursprünglichen Installationspreises. Die Mindestbeteiligung liegt bei 5.000 Euro, höhere Beteiligungssummen müssten immer ein Vielfaches von
500 Euro betragen.

Über Sonnen lacht die Sonne

"Je größer die Anlagen, desto besser rechnen sie
sich", beschreibt Martin Bucher, Vorstandsvorsitzender
der voltwerk AG. Der produzierte Strom soll ins
Netz der E-ON Bayern eingespeist werden. Durch das
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist in den nächsten
20 Jahren eine Vergütung von 48,1 Cent pro ins
öffentliche Netz eingespeister Kilowattstunde
Solarstrom garantiert. Dadurch resultiere aus dem
Stromverkauf des neuen Solarparks ein jährlicher
Umsatz von rund 815.000 Euro, so Bucher.

Voltwerk meint, diese Einnahmen würden die Renditen
sichern. Außerdem lägen "die Verträge und Versicherungen
für den Betrieb in den nächsten 20
Jahren bereits vor", so Bucher. Nach einer Studie des
Deutschen Wetterdienstes (DWD) gehört die Gemeinde
Sonnen zu den sonnenreichsten des Bundesgebietes.
Die Sonneneinstrahlung betrage durchschnittlich
1268 Kilowattstunden pro Quadratmeter im
Jahr. Der prognostizierte Stromertrag kann durch
Verschattung der Anlagen oder ausbleibende Sonneneinstrahlung gemindert werden. Nach Aussage des Betreibers sei diese Ertragsminderung aber zu 90 Prozent über eine Versicherung abgedeckt. Außerdem soll durch den Solarpark in den kommenden 20 Jahren ein Kohlendioxid-Ausstoß von etwa 32.000 Tonnen wegfallen.

Die 18 Anlagen des Solarparks arbeiten auf Grundlage
eines neuen Wechselrichter-Konzepts, durch das
der Wirkungsgrad erhöht werden soll, erklärt Timon
Kampschulte, Projektleiter von SunTechnics. Installiert
werden sollen speziell von der Schweizer Sputnik
Engeneering AG entwickelte Zentralwechselrichter.
Diese wandeln den Gleichstrom der Solarzellen in
Wechselstrom um und sollen einen Wirkungsgrad von
über 94 Prozent erreichen.

Solar-Hersteller bauen Überkapazitäten auf

Laut voltwerk müsse der "Boom" in der Solarbranche
mit neuen Konzepten vorangetrieben werden. Die
Hersteller von Solarkomponenten würden ihre Produktion steigern, die Nachfrage hinke aber hinterher.
Schätzungen zufolge wurden im letzten Jahr in
Deutschland rund 75 Megawatt Photovoltaikleistung
neu installiert. Dies entspreche einem Marktzuwachs
von 40 Prozent. Außerdem seien in der Solarenergiebranche
etwa 20.000 neue Arbeitsplätze entstanden.

Die in den nächsten Jahren um jeweils fünf Prozent
sinkende Förderung durch das EEG hält voltwerk
nicht für eine Wachstumsbremse, da der "stetig wachsende
Markt" dies durch Senken der Kosten mehr als
ausgleichen könne.
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