10.08.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

10.8.2004: Augen zu und durch - BP und Konsorten können Pipeline-Projekt in Georgien fortführen

Der Mineralölkonzern British Petroleum (BP) will den Bau des umstrittenen Pipelineprojekts Baku-Tbilisi-Ceyhan (BTC) wie geplant Ende 2004 abschließen. Das melden die Georgien-Nachrichten. Nach Angaben der BP-Vertretung vor Ort seien bereits mehr als 60 Prozent der Arbeit zur Verlegung der Pipeline durch die georgische Region Borjomi abgeschlossen. An den anderen Abschnitten der BTC werde ohne Verzögerung weitergearbeitet. Ab 2005 solle dann durch die Pipeline Öl vom Kaspischen Meer bis ans Mittelmeer fließen.

Im Juli hatte die neue Regierung Georgiens den Anfang Juli begonnenen Bau der Ölpipeline vorerst gestoppt. Umweltministerin Tamar Lebanidse warf BP und seinen Konsortialpartnern unter anderem vor, beim Bau der Pipeline keine ausreichenden Sicherheitsmaßnahmen gegen Erdbeben und terroristische Anschläge getroffen zu haben (wir berichteten: ECOreporter.de-Artikel). Sie forderte von der BP zusätzliche Maßnahmen, um in dem Abschnitt des Borjomi-Tals Umweltschäden durch austretendes Öl zu verhindern. Den Georgien-Nachrichten zufolge soll es bereits im Vorfeld zu einem größeren Leck gekommen sein. Die im Winter abgelöste Schewardnadse-Regierung habe die Erlaubnis zum Bau erteilt, obwohl Maßnahmen zum Umweltschutz nicht geprüft worden waren.

Nach Gesprächen des neuen georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili mit der US-Regierung habe dieser aber nun den Baustopp aufgehoben, heißt es weiter. Die Ethical Corporation verweist auf Gerüchte, wonach Washington im Gegenzug seine Unterstützung im Konflikt der Regierung in Tiflis mit der abtrünnigen Provinz Ost-Ossetien zugesagt habe. Durch den Bau der Pipeline verringere sich die Abhängigkeit der USA von Öllieferungen aus Russland und dem Nahen Osten.

Bild: Gletscher und schneebedeckte Kaukasusgipfel in Georgien / Quelle: ECOreporter.de
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