10.09.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

10.9.2004: Endstation: Umweltkontor Renewable Energy AG stellt Antrag auf Insolvenz

Die Umweltkontor Renewable Energy AG hat Antrag auf Insolvenz gestellt. Laut einer am Donnerstag nachbörslich veröffentlichten Mitteilung des Technologiekonzerns mit Sitz im niederrheinischen Erkelenz weist der Konzernabschluss 2003 bei 174 Millionen Euro Umsatz ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von minus 46 Millionen Euro auf (Vorjahreswerte: 143 Millionen Euro und minus 5,2 Millionen Euro). "Einige Geschäftsbanken" hätten sich auf Basis dieser Situation dazu entschlossen, sich aus der Unternehmensfinanzierung zurück zu ziehen, so Umweltkontor. Daraufhin habe die zuständige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young für den Jahresabschluss 2003 ein sogenanntes Versagungstestat erteilt. Begründung sei der nicht gesicherte Fortbestand der Gesellschaft. Mit Datum vom 9. September hat die Umweltkontor Renewable Energy AG deshalb den Angaben zufolge Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt.

Der Konzernjahresfehlbetrag beinhalte einmalige negative Sondereffekte in einer Größenordnung von rund 38 Millionen Euro, heißt es weiter. Den größten Posten macht, wie das Unternehmen berichtet, dabei mit 20 Millionen Euro die Abschreibung von Forderungen auf ehemalige Konzerngesellschaften und Produktionsanlagen für Biodiesel und die Verwertung von Biomasse aus. Umweltkontor hatte sich im Dezember 2003 von der Tochter Nevest getrennt, die als größtes Projekt die Biodiesel Schwarzheide GmbH aufgebaut hatte. Die für einen nicht genannten Preis abgegebene Biodieselanlage läuft inzwischen unter Führung der Düsseldorfer WBL Holding GmbH. Im Gespräch mit ECOreporter.de bescheinigte Holger Künzel, Geschäftsführer der Biodiesel Holding GmbH, einer Tochter der WBL, der Anlage eine ausgezeichnete Qualität. Bis Ende des Jahres wolle man eine 100-prozentige Auslastung erreichen, sagt Künzel (lesen Sie dazu die Meldung auf ECOreporter.de vom 1. September)

Weitere Abschreibungen wurden für Umweltkontor laut der Meldung direkt auf die Beteiligung Nevest New Energy AG fällig (sieben Millionen Euro), mit drei Millionen Euro schlug die Abwertung auf risikobehaftete oder nicht realisierte Auslandsprojekte zu Buche. Auf je vier Millionen Euro beziffern die Erkelenzer das Volumen von Einzelwertberichtigungen und Ausbuchungen von Forderungen sowie Rückstellungszuführungen im Rahmen der Risikovorsorge.

Als weitere Konzernkennzahlen nannte Umweltkontor in der Mitteilung ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von minus 49,0 Millionen Euro nach plus 700.000 Euro im Vorjahr. Der Konzernjahresfehlbetrag verschlechterte sich auf minus 46,0 Millionen Euro (2002: minus 5,2 Millionen). Das Konzerneigenkapital ist auf 7,0 Millionen Euro geschrumpft nach 53,0 Millionen in 2002.

Umweltkontor Renewable Energy AG: ISIN DE0007608101 / WKN 760810

Bild: Umweltkontor Windpark Erkelenz
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x