10.09.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

10.9.2007: Aktien-News: Razzia bei Mineralölkonzern – Shell muss Raffinerie in Argentinien schließen

Nach einer Razzia bei umweltverschmutzenden Industriebetrieben hat das argentinische Umwelt- und Nachhaltigkeitssekretariat (SAYDS) den Mineralölkonzern Shell angewiesen, seine Hauptraffinerie am Fluss Riachuelo in Buenos Aires zu schließen. Grund seien Verstöße gegen Umweltschutzrichtlinien und fehlende Genehmigungen. Dem Bericht eines US-Portals zufolge bemängelte die Einsatztruppe des SAYDS unter anderem Lecks in der Öl-Lagerung, abgelaufene Betriebsgenehmigungen für Druckbehälter, nicht zugelassene Lagerung von Giftmüll und illegale Nutzung von Wasser aus dem Riachuelo.

Die Schließung der Raffinerie kommt für Shell in einem ungünstigen Augenblick: Das nationale Energie-Sekretariat beschuldigt das Unternehmen, für Öl-Engpässe verantwortlich zu sein, mit der Regierung gab es Unstimmigkeiten über geplante Preiserhöhungen.

Shell gab an, seine Anlagen von eigenen Inspektoren prüfen zu lassen, nach deren Urteil alles in Ordnung sei. Der Leiter der SAYDS-Einsatztruppe, Raul Vidable, sagte, die Schließung der Shell-Anlage stehe nicht in Zusammenhang mit Konflikten zwischen der Energiebehörde und Shell, sondern sei nur eine von vielen Aktionen gegen Unternehmen, die unübersehbar gegen die Umweltschutzrichtlinien verstoßen.

Im Rahmen der Säuberungspläne für das Riachuelo Flussbecken hat das SAYDS über 727 Inspektionen durchgeführt, 193 präventive Maßnahmen ergriffen und 46 Gewerbe geschlossen. Auf Grund mangelnder Kontrollen hatten die Unternehmen in den letzten Jahren immer weniger auf die Einhaltung von Richtlinien zum Umweltschutz geachtet.

Shell operiert in Argentinien über 778 Verkaufsstellen und hat einen Anteil von 19,3 Prozent am landesweiten Erdölmarkt.

Bildhinweis: Logo des Mineralölkonzerns, der in etlichen Nachhaltigkeitsfonds enthalten ist. / Quelle: Unternehmen
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