01.10.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

1.10.2004: EU-Kommission will entschlossener gegen Unternehmens- und Finanzdelikte vorgehen

Die Europäische Kommission will Unternehmens- und Finanzdelikte konsequenter bekämpfen. Wie die Brüsseler Behörde mitteilte, sollen dazu die bestehenden Initiativen in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Gesellschaftsrecht, Rechnungslegung, Steuern, Beaufsichtigung und Durchsetzung besser kordiniert werden. Mit Hilfe von Aktionsplänen für die Bereiche Finanzdienstleistungen, Gesellschaftsrecht und gute Unternehmensführung „Corporate Governance“ solle ein EU-Rahmen geschaffen werden, um den Fragen zu begegnen, die durch die jüngsten Finanzskandale aufgeworfen wurden. Schlüsselelemente der Initiativen sind laut der Meldung eine verstärkte Transparenz, verbesserte Rückverfolgbarkeit und koordinierte Durchsetzung.

"Die Parmalat-Affäre hat gezeigt, wie einige Unternehmen komplizierte und undurchsichtige Strukturen benutzen, um die Transparenz ihrer Aktivitäten für die Anleger einzuschränken“ erklärte Frits Bolkestein, das für Binnenmarkt und Steuern zuständige Mitglied der Kommission. "Das Risiko solcher Finanzskandale muss gesenkt werden. Die Politik muss in einigen Bereichen verschärft werden. Skandale schädigen die Finanzmärkte. Das Vertrauen schwindet. Anleger werden verschreckt. Die Kapitalkosten könnten steigen. Diese Fragen müssen vehement angegangen werden, um Betrüger abzuschrecken und ihnen frühzeitig das Handwerk zu legen, bevor sie Schaden anrichten. "

Die Strategie der EU erstreckt sich auf die Bereiche Finanzdienstleistungen, Justiz, Inneres und die Steuerpolitik. Ziel ist die Stärkung von vier sogenannten Schutzwällen gegen Finanz- und Unternehmensdelikte: unternehmensinterne Kontrolle, unabhängige Abschlussprüfung, die grenz- und sektorübergreifende Zusammenarbeit zwischen den Aufsichtsbehörden sowie eine enge Zusammenarbeit der Vollzugsbehörden.
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