01.10.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

1.10.2007: Wochenrückblick: Sunways AG und Waferhersteller LDK Solar arbeiten zusammen – Abengoa SA hält an Wachstumsplänen bei Bioethanol fest – Fehlstart für Börsenneuling Delignit AG

In der vergangenen Börsenwoche legte der DAX 0,86 Prozent auf 7853,79 Punkte zu. Der Dow-Jones-Index verbesserte sich um 1,06 Prozent auf 13.912,94 Punkte. Der japanische Nikkei-Index stieg 2,55 Prozent auf 16.832,22 Punkte. Der Ölpreis steigt unaufhaltsam: Vom Rekordstand der letzten Woche bei 79,19 Dollar sprang er um 2,42 Prozent auf ein neues Allzeithoch bei 81,11 US-Dollar (Sorte "Brent Crude Oil"). Auch Kupfer (Copper Grade A) hat sich erneut verteuert. Der Preis für die Tonne legte um 3,92 Prozent zu auf 8.160,00 Dollar pro Tonne (Vorwoche: 7.851,50 Dollar). Der Euro hat die Schwelle von 1,40 Dollar deutlich hinter sich gelassen, er verteuerte sich um 0,019 Dollar auf 1,4272 Dollar.

Nachhaltige Unternehmen erwirtschaften eine bessere Rendite als der Gesamtmarkt. Zu diesem Ergebnis sind die HypoVereinsbank (HVB) und die auf Nachhaltigkeitsratings spezialisierte Agentur oekom research in einer aktuellen Studie gekommen. Laut den in München ansässigen Unternehmen brachten die Titel eines von oekom research zusammengestellten Universums von Nachhaltigkeitswerten in den letzten sechs Jahren einen Renditegewinn von insgesamt 35,8 Prozent ein. Dagegen habe der MSCI World Index im selben Zeitraum eine negative Rendite von minus 24,0 Prozent verzeichnet.

Die Aktionäre der wind 7 AG aus Eckernförde haben sich mit knapp 99 Prozent fast einstimmig für die Ausweitung des Geschäfts auf andere Bereiche Erneuerbarer Energien ausgesprochen. Wie wind 7 berichtete, soll das Unternehmen in Zukunft auch Projekte im Bereich Photovoltaik und Biomasse verfolgen. Die Aktionäre hätten zudem den erfolgreichen Ausbau des Bereichs der kaufmännischen und technischen Betriebsführung begrüßt, sowie den gewinnbringenden Verkauf der Windparks in Walsrode und St. Wendel.

Der Konstanzer Solarzellenhersteller Sunways AG will bei der Siliziumversorgung mit der chinesischen LDK Solar zusammenarbeiten. Wie Sunways meldete, haben die Partner ein bilaterales Abkommen geschlossen: Demnach wird Sunways seine beiden Siemens-Reaktoren inklusive aller zugehörigen Ausrüstungskomponenten an den Waferhersteller verkaufen. LDK Solar soll Sunways im Gegenzug ab dem Jahr 2008 über einen Zeitraum von 10 Jahren multikristalline Siliziumwafer in einem Gesamtvolumen von ungefähr 1.000 Megawatt liefern.
Roland Burkhardt, Vorstandsvorsitzender (CEO) der Sunways AG, sagte dazu gegenüber ECOreporter.de: "LDK bietet uns die schnelle Umsetzung der Siliziumproduktion und die direkte Verarbeitung des Siliziums zu Wafern. Es wäre für uns viel schwieriger, in China selbst eine Produktion aufzubauen."

Die chinesische Yingli Green Energy Holding Company Ltd. ist in die Indizes Nasdaq Clean Edge U.S. (CLEN) und Nasdaq Clean Edge U.S. Liquid Series (CELS) aufgenommen worden. Laut dem Unternehmen aus Baoding enthalten die Indizes Unternehmen, deren Anteile in den USA gehandelt werden und die in den Bereichen Entwicklung, Herstellung, Verkauf und Errichtung sauberer Energien tätig sind. Dazu zählten etwa Photovoltaik, Biokraftstoffe und hoch entwickelte Batterien. Yingli ist erst seit Juni 2007 an der Nasdaq notiert.

In weniger als 18 Monaten will der Berliner Solarmodulhersteller Solon AG für Solartechnik seine Produktionskapazität mehr als verdoppeln. Wie das TecDAX-Unternehmen meldete, soll die konzernweite Produktionsleistung von 210 MW Ende 2007 auf 500 MW Ende 2008 wachsen. Dafür würden die Kapazitäten an den bereits bestehenden Produktionsstandorten aufgestockt. Solon will den Angaben zufolge rund 40 Millionen Euro für den Kapazitätsaufbau investieren.
Einen kräftigen Kurssprung der Solon-Aktie lösten Gerüchte aus, der spanische Windanlagenhersteller sei an einer Übernahme der Solon interessiert. Die Spanier seien bereit, 90 Euro je Solon-Aktie zu zahlen, hieß es. Gamesa dementierte dies umgehend.
Wie Solon weiter meldete, hat sich das Unternehmen mit rund 700.000 Euro an zwei US-amerikanischen Solarinstallationsfirmen beteiligt. Mit Hilfe der Partnerschaften wolle man sich einen Zugang zu den wachsenden Photovoltaikmärkten an der Ost- und Westküste der USA erschließen und neue Vertriebskanäle aufbauen, hieß es.

Der taiwanesische Solarmodulhersteller Motech Industries, Inc. hat mit der Wacker Chemie AG einen Zehn-Jahres-Vertrag abgeschlossen. Motech orderte demnach Silizium im Wert von 1,84 Milliarden Dollar. Nach eigenen Angaben plant Motec, seine Produktion auszubauen. Hauptwachstumshindernis sei der Mangel an Silizium.

Die Solar Millennium AG aus Erlangen hat eine umfangreiche Barkapitalerhöhung abgesagt. Die Kapitalmaßnahme sei maßgeblich mit einer „substanziellen Akquisition im Kerngeschäft“ verknüpft gewesen, hieß es. Vor diesem Hintergrund habe der Vorstand Beteiligungs- und Akquisitionsmöglichkeiten eingehend geprüft. Auf Seiten des potenziellen Akquisitionsobjektes seien die erforderlichen Investmentkriterien aktuell jedoch nicht erfüllt.
Sven Moormann, Pressesprecher der Solar Millennium, erklärte gegenüber ECOreporter.de: "Der Vorstand wollte sicherstellen, dass er das Geld, das auf dem Kapitalmarkt eingeworben werden sollte, auch entsprechend einsetzten kann."

Die Conergy-Tochter Epuron hat einen Vertrag über die Abnahme von Solarstrom aus einem 3-Megawatt-Solarpark in Pennsylvania mit dem US-amerikanischen Versorger Exelon geschlossen. Das Projekt werde durch die SunTechnics gebaut, ebenfalls ein Unternehmen der Conergy-Gruppe. Laut Epuron ist Exelon einer der größten Stromversorger an der amerikanischen Ostküste.
In Kissing und Münster bei Augsburg hat Epuron zudem zwei Dünnschichtsolarparks mit insgesamt 6 MW Leistung eingeweiht. Die Baudurchführung lag bei SunTechnics.

Die Erfurter ersol Solar Energy AG wird an den in Indien und den USA ansässigen Modulproduzenten Solar Semiconductor Pvt. Ltd. multi- und monokristalline Silizium-Solarzellen im Wert von rund 126 Millionen Euro liefern. Ein entsprechender Vertrag mit einer Laufzeit von 9 Jahren ab 2008 wurde laut ersol auf der US-amerikanischen Photovoltaikmesse Solar Power unterzeichnet.

Die börsennotierte Düsseldorfer systaic AG hat mit der Londoner Eurovoltaic Plc den Bau von Solarstromkraftwerken in Spanien im Gesamtvolumen von 30 MW vereinbart. Wie das Unternehmen meldete, beträgt das Auftragsvolumen gut 136 Millionen Euro. Eurovoltaic habe zudem ein durch systaic realisiertes Freiland-Solarstromkraftwerk in Griesheim bei Darmstadt mit einer Nennleistung von 2.500 Kilowatt peak (kWp) erworben.

Mosel Vitelic aus Taiwan hat bei der chinesischen LDK Solar Solarwafer im Wert von 190 Millionen Dollar bestellt. Wie LDK aus Xinyu berichtete, bezieht sich die Summe auf vereinbarte Lieferungen von 2008 bis 2011.

Einen umfangreichen Liefervertrag für Dünnschichtmodule meldete die Reinecke + Pohl Sun Energy AG. Laut dem Hamburger Unternehmen wird der US-Hersteller First Solar bis 2012 Module für zusätzliche Umsätze von über 200 Millionen Euro liefern.

Der Sulzemooser Projektierer von Solarkraftwerken, Phoenix Solar AG, hat mit First Solar zusätzliche Modullieferungen mit einer Gesamtleistung von 123 MW vereinbart. Zusammen mit den bereits gesicherten Lieferungen belaufe sich das Volumen der mit First Solar vereinbarten Lieferungen für die Jahre 2008 bis 2012 auf 396 Megawatt, so Phoenix. Damit sei das weitere Wachstum der Gesellschaft gesichert.

Die Freiburger S.A.G. Solarstrom AG baut zwei Photovoltaik-Kraftwerke mit zusammen knapp 3 MW Leistung in Spanien. Die Fertigstellung werde für das Frühjahr 2008 erwartet. Private Investoren würden das Investitionsvolumen von 13 Millionen Euro tragen. Ein 800-Kilowatt-Projekt in der Region Zaragoza sei bereits im August gestartet worden. Das Investitionsvolumen betrage 5 Millionen Euro.

Eine Biogasanlage mit 2 MW elektrischer Leistung baut die Schwandorfer Schmack Biogas AG in Polen. Auftraggeber sei die polnische Agrogaz, ein Jointventure der Regensburger Aufwind Schmack GmbH Neue Energien mit dem polnischen Energieversorger Polenergia.

Der spanische Bioethanol-Hersteller Biocarburantes de Castilia y Leon, S.A., Joint-Venture zwischen Ebro Puleva und Abengoa Bioenergia, hat die Produktion vorläufig eingestellt. Als Grund nannte das Unternehmen unter anderem die gesetzliche Unsicherheit über die Zukunft des Biokraftstoffs in Spanien und den hohen internationalen Getreidepreis.
Abengoa will trotz der Schließung an seinen Wachstumsplänen festhalten. Der nach eigenen Angaben größte Bioethanol-Hersteller Europas erklärte, die derzeitige Preishausse bei den Produktionsmitteln für Bioethanol sei nur temporär. Auch in Spanien gebe es Wachstumschancen. Zudem sei man als einziges Unternehmen in den drei Bioethanol-Weltmärkten Europa, USA und Brasilien vertreten.

Der Biodieselhersteller Biopetrol Industries AG hat seinen Finanzvorstand Rudolf Albert fristlos entlassen. Dies sei aus „ausschließlich in der Person des Herrn Albert liegenden Gründen“ erfolgt. Auf Nachfrage von ECOreporter.de wollte Biopetrol keine über die Meldung hinaus gehende Stellungnahme zu dem Vorgang abgeben.


Einen Fehlstart hat die Delignit AG aus Blomberg bei Detmold bei ihrem Börsendebüt hingelegt. Am ersten Handelstag wurde sie im Entry-Standard der Frankfurter Börse mit 7,50 Euro gehandelt, deutlich unter dem Ausgabepreis von 8,00 Euro. Schon im Vorfeld hatte wenig für ein gelungenes Debüt gesprochen: Angeboten hatte Delignit 3,09 Millionen Aktien, der Markt jedoch nur knapp ein Viertel der Anteilscheine abgenommen. ECOreporter.de hatte vom Kauf der Aktie abgeraten.

Der US-amerikanische Bekleidungshersteller Timberland Co. erwartet im laufenden Geschäftsjahr einen Rückgang beim Umsatz um fünf Prozent und ein Absinken der operativen Marge um rund 450 Basispunkte. Hintergrund der revidierten Prognose ist laut dem Unternehmen die beschlossene Schließung von weltweit insgesamt 40 Filialen mit größerer Verkaufsfläche in den USA, Asien und Europa. Diese Restrukturierungen werden laut Timberland Einmalaufwendungen in Höhe von 17 Millionen Dollar verursachen und Umsatzeinbußen in Höhe von insgesamt 40 Millionen Dollar.

Ein nur noch ausgeglichenes EBIT wird die Kölner Spezialistin für das Recycling von Aluminiumsalzschlacke, Agor AG, in 2007 erreichen. Wie das Unternehmen meldete, gibt es Anlaufprobleme bei der neuen Aluminium-Salzschlacke-Aufbereitungsanlage in Töging/ Inn.

Die Rehauer Wassertechnikspezialistin Hydrotec Gesellschaft für Wassertechnik AG führt eine nicht öffentliche Kapitalerhöhung um 50 Prozent durch. Das Grundkapital soll demnach von 1,83 Millionen Euro um bis zu 0,916 Millionen Euro auf bis zu 2,75 Millionen Euro wachsen. Der Bezugspreis für die neuen Aktien wurde auf 3,69 Euro festgesetzt.

Ein Umsatzplus von 46 Prozent auf 8,15 Millionen Euro meldete die 2G Bio-Energietechnik AG aus Heek bei Gronau für das erste Halbjahr. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit drehte von minus 293.000 Euro im Vorjahr auf plus 321.000 Euro. Der Jahresüberschuss belief sich auf 176.000 Euro. Der Auftragseingang lag bei 25,8 Millionen Euro, mehr als 50 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres. Im Gesamtjahr will 2G den Umsatz auf 29 bis 32 Millionen Euro steigern und das Ergebnis deutlich verbessern.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite Kurse.


Bilder: Sunways Solarmodul SM215M / Quelle: Sunways AG; Solarrinnenkraftwerk / Quelle: Solar Millennium AG; Mitarbeiter der Biogas Nord AG / Quelle: Biogas Nord

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.
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