11.11.04 Nachhaltige Aktien , Meldungen

11.11.2004: Karphosit AG: Die Lehmbaustoff-Aktie kommt aus dem Keller

Eine ungewöhnliche außerbörsliche Umweltaktie: Erstens sagt der Vorstand unverblümt, die Aktionäre seien in der Vergangenheit schlecht behandelt worden. Zweitens stellt das Unternehmen ein unbestritten höchst ökologisches Produkt zu einem wettbewerbsfähigen Preis her. Und Drittens können die Aktionäre der bisher 753.000 Aktien des Unternehmens derzeit optimistischer in die Zukunft blicken: Im September 2004 hat die Karphosit Lehmbaustoffe AG aus Peißen bei Dessau immerhin, wie es Vorstand Dietrich Baron von der Ropp sagt, eine "positive Null" geschrieben.

Dabei hatte 2004 "desolat begonnen", so von der Ropp: Das Unternehmen konnte nicht produzieren, Lohnfertiger konnten nicht die geforderte Qualität bieten und die Suche nach einer eigenen Produktionsstätte war bis dahin ergebnislos verlaufen. Im April jedoch pachtete von der Ropp eine 2000 still gelegte Ziegelei bei Duderstadt, in der Nähe von Göttingen, unweit der früheren deutsch-deutschen Grenze. Seit Juni läuft die Produktion für die Lehmbaustoffe. Die liegen im Trend und bieten gegenüber den herkömmlichen Baustoffen eine Reihe von Vorteilen. So sind die Lehmbauplatten von Karphosit beispielsweise nicht nur in der Energiebilanz bei der Herstellung den herkömmlichen Wandbaustoffen und Platten überlegen. Nur Lehmbaustoffe sichern ein gesundes Wohnumfeld. Das Erstaunliche: Karphosit-Baustoffe sind nicht teurer als konventionelle Baustoffe. Karphosit bietet seine Produkte wesentlich günstiger an, als die direkten Konkurrenten, denn Erzeugnisse des Marktführers Claytec sind wesentlich teurer.

Von der Ropp will nun die Produktion in Duderstadt ausweiten und das Marketing intensivieren. Das Ergebnis könnte, wenn man die Jahre 2002 bis 2004 betrachtet, für den Markt der außerbörslichen Umweltaktien recht ungewöhnlich ausfallen: Eine positive Nachricht wäre dann zu vermelden. Endlich.
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