11.12.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

11.12.2007: „Attraktive Renditeerwartungen im Bereich Cleantech“ – ECOreporter.de-Interview mit Investor Alexander von Hutten, Mountain Cleantech AG

Die Mountain Cleantech AG aus Wädenswil / Zürich in der Schweiz ist die Managementgesellschaft der Cleantech Invest AG. Die 2007 gegründete Cleantech Invest setzt auf nachhaltige Investments. Das Portfolio, das derzeit aufgebaut wird, solle Unternehmen enthalten, die einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der Umwelt, zum Klimaschutz oder zur Erhöhung der Nachhaltigkeit leisten können, heißt es. ECOreporter.de sprach mit Alexander von Hutten, Partner der Mountain Cleantech AG, über die Strategie des neuen Clean Tech Investors und die Bedeutung, die er Beteiligungen an Erneuerbare-Energie-Unternehmen beimisst.


ECOreporter.de: Herr von Hutten, sie bauen zurzeit ein Cleantech-Portfolio auf. Welche Rolle wird dabei der Sektor Erneuerbare Energien spielen? Welches Investitionsvolumen streben sie in diesem Bereich an?
Alexander von Hutten: Der Sektor Erneuerbare Energien spielt hierbei eine sehr große Rolle, allerdings weniger die „klassische“ Energiegewinnung aus erneuerbaren Energien sondern vielmehr der gesamte Bereich der Speicherung und Nutzung erneuerbarer Energien. Konkret investieren wir zum Beispiel in die Kraft-Wärme-Kopplung, die Abwärmenutzung von industriellen Produktionsprozessen, beispielsweise ORC-Module, in Druckluft- und Temperaturspeicher und in innovative Akkumulatorenspeichersysteme. Interessant sind auch Investments in Unternehmen, die die Wertschöpfungskette kosteneffizienter machen.
Unser Investitionsvolumen ist breit angelegt. Die Einzelinvestitionen haben ein Volumen von 200.000 bis 10 Millionen Euro.


ECOreporter.de: Was macht die wachsende Attraktivität des Sektors Erneuerbare Energien für Private Equity und Venture Capital Investoren aus?
von Hutten: Vor allem durch die UN-Klimastudie und die Aktivitäten von Al Gore ist das Thema seit Anfang 2007 international salonfähig gemacht worden. Dadurch hat seine Attraktivität einen starken Schub erfahren.
Plötzlich gibt es eine große Investmentbereitschaft seitens privater wie auch institutioneller Investoren. Aufgrund der zunehmenden weltweiten Wetterkapriolen, der voraussichtlich weiter steigenden Öl- und Rohstoffpreise und der absehbaren Ressourcenknappheit wird dieses Interesse der Wirtschaftssubjekte auf nationaler wie internationaler Ebene voraussichtlich auch nachhaltig sein. „Last but not least“ liegen attraktive Renditeerwartungen in der Branche.


ECOreporter.de: Legen Sie bei den Investments Schwerpunkte auf bestimmte Regionen?
von Hutten: Die Cleantech Invest AG, fokussiert hinsichtlich der anvisierten Portfoliounternehmen praktisch ausschließlich auf die so genannte D-A-CH Region. (Anmerkung der Redaktion: Deutschland, Österreich und die Schweiz.)
In diesem deutschsprachigen Raum sind zahlreiche Cleantech- Unternehmen vertreten, die zu den Weltmarktführern zählen, vor allem technologisch. Bisher gelang es vielen dieser Firmen jedoch nicht, auf dem internationalen Parkett mitzuspielen. Gründe hierfür sind meines Erachtens in erster Linie fehlende Eigenkapitalmittel und insgesamt fehlende internationale Vertriebskultur in vergleichsweise frühen Unternehmensphasen.


ECOreporter.de: Mit welchem Zeithorizont investieren Sie?
von Hutten: Unser Investment-Horizont liegt bei zwei bis drei Jahren. Wir konzentrieren uns auf reifere Unternehmen oder Unternehmen in Sondersituationen und weniger auf Frühphasenfinanzierungen.


ECOreporter.de: Wo liegen Ihrer Erfahrung nach Risiken für Investments in die Branche der Erneuerbaren Energien?
von Hutten: Bei jungen Unternehmen im Cleantech-Markt liegen die Risiken vor allem bei der Markteinführung. Zusätzlich vermag bei neuen Technologien im Bereich der erneuerbaren Energien nach wie vor noch kein Mensch genau abzuschätzen, welche Technologie sich in den jeweiligen Bereichen durchsetzen wird. Viele heute am Markt existierende Technologien werden immer noch stark subventioniert. Das ist jedoch nur kurzfristig der richtige Ansatz, um die Entwicklungsarbeiten voranzutreiben. Letztlich müssen sich Erneuerbare Energien eines Tages im Wettbewerb zu klassischen Energien sowohl im Sinne von „besser“ als auch „billiger“ behaupten. Aus diesem Grund investieren wir primär in bereits etablierte Wachstumsunternehmen.


ECOreporter.de: Welche Voraussetzungen muss ein Erneuerbare-Energie-Unternehmen erfüllen, damit es für Sie interessant ist? Und was für Renditen erwarten sie?
von Hutten: Junge Unternehmen sollten zumindest in der Markteinführungsphase sein und die Proof-of-Technologie Phase abgeschlossen haben. Bei Wachstumsunternehmen oder Pre-IPO Investments erwarten wir eine solide cash-flow Struktur, bei Special-Situations eine wohlerprobte und marktbekannte Technologie. Die Renditeziele sind wie bei den meisten P/E und VC-Funds, jedoch branchenabhängig sehr unterschiedlich.


ECOreporter.de: Wie knüpfen Sie Kontakt zu Erneuerbare-Energie-Unternehmen?
von Hutten: Durch ein bestehendes, eigenes Netzwerk, eigene Investoren, Bekanntheit im Markt, „Trusted Advisors“, Fachveranstaltungen, Eigenkapitalkongresse, Messen, etc. Wir verbringen sehr viel Zeit mit dem Networking in der Cleantech Branche!


ECOreporter.de: Wie gestaltet sich das Verhältnis zwischen der Cleantech Invest AG und den Gesellschaften, an denen Sie sich beteiligen?
von Hutten: Wir stellen den Beteiligungsunternehmen unser sehr breit angelegtes Unternehmernetzwerk und unseren Beirat aus der Cleantech-Branche unterstützend zur Verfügung. Wir setzen insgesamt weniger auf die „Selbstheilungskräfte“ der Eigenkapitalmittel, die wir dem Portfoliounternehmen zur Verfügung stellen, sondern auf die operative Flankierung der Unternehmen bei der Entwicklung oder Umsetzung der Unternehmensstrategie.


ECOreporter.de: Welche Besonderheiten hat das Geschäftsmodell Ihres Unternehmens gegenüber dem anderer Akteure auf dem Markt für Private Equity und Venture Capital?
von Hutten: Die Besonderheiten unseres Geschäftsmodells sind vor allem unsere schnellen Entscheidungsprozesse, wir durchlaufen in der Regel sehr kurze DD-Phasen (Anmerkung der Redaktion: Im Rahmen von Due-Diligence-Phasen wird ein Investment umfassend analysiert und geprüft.). Zur schnellen Entscheidungsfindung binden wir unser Netzwerk aus Experten und CEOs eng ein.
Weiterhin zielen wir bei unseren Investments eher auf Minderheitsbeteiligungen und erreichen dadurch eine insgesamt vergleichsweise große Anzahl an Portfoliounternehmen. Schließlich zielen wir lediglich auf eine - wenn auch große - Branche, das heißt Cleantech. Die meisten anderen PE- bzw. VC-Funds haben demgegenüber einen sehr viel breiter angelegten Branchenfokus. Hierdurch gewährleisten wir ein fundiertes Pooling an Branchen Know-How.


ECOreporter.de: An wen können sich Unternehmen aus der Erneuerbare-Energien-Branche, die Investoren suchen, bei der Cleantech Invest AG wenden?
von Hutten: An Felix Janssen, fj@mountain-cleantech.ch, +49-173-2490838 oder +41 44 783 80 41.


ECOreporter.de: Herr von Hutten, wir danken Ihnen für das Gespräch!




Kurzportrait
DieMountain Cleantech AG ist die Managementgesellschaft der Cleantech Invest AG. Das Unternehmen wird eigenen Angaben zufolge von Investoren getragen, die allesamt Unternehmer sind oder waren. Demzufolge bezeichnet die Gesellschaft den Funds auch als „ersten Cleantech Unternehmer-Fonds im deutschsprachigen Raum“. Die 2007 gegründete Gesellschaft setzt auf nachhaltige Investments: „Wir unterstützen Unternehmen, die einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der Umwelt, zum Klimaschutz oder zur Erhöhung der Nachhaltigkeit leisten können“, heißt es.

Adresse:
Cleantech Invest AG
Fuhrstrasse 12
8820 Wädenswil / Zürich
Schweiz

Fon: +41 44 783 80 41
Fax: +41 44 783 80 40
email: contact@cleantech-invest.ch
Web: http://www.mountain-cleantech.ch

Bild: Alexander von Hutten / Quelle: Unternehmen
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