11.02.02

11.2.2002: Ökologik Ecovest nimmt zum isofloc-Insolvenzverfahren Stellung

Die Frankfurter Öko-Beteiligungsgesellschaft Ökologik Ecovest AG hat nach eigenen Angaben im Zusammenhang mit dem vorläufigen Insolvenzantrag des Dämm-Materialhersteller isofloc aus Kassel Strafantrag gegen einen Investor gestellt (zum vorläufigen Insolvenzantrag siehe auch den ECOreporter.de-Bericht vom 6. Februar). Der Investor hat nach Angaben der Ökologik Ecovest noch offene Zahlungsverpflichtungen gegenüber der isofloc in Höhe 4,7 Millionen Mark. Der Investor soll im Jahr 2000 drei der vier Geschäftsanteile des Innovations-Fonds VI isofloc KG zum Preis von insgesamt 3 Mark erworben haben. Der nominelle Gegenwert hierfür habe sich jedoch auf 5 Millionen Mark belaufen. Im Gegenzug habe der Investor versprochen, insgesamt 7,7 Millionen Mark in die isofloc zu investieren, die Wachstumsstrategie zu begleiten und zu finanzieren und den Börsengang der isofloc zu forcieren. Die Ökologik Ecovest beruft sich auf schriftliche Vereinbarungen. Sie hat auch Anzeige wegen Betrugsverdachts gestellt.
Ökologik Ecovest sagt jedoch, diese juristischen Maßnahmen würden nicht helfen, die dünne Finanzdecke der isofloc sofort zu stopfen. Das Geschäft mit Dämmmaterialien leide saisonbedingt immer in den Wintermonaten und ziehe dann spätestens im März wieder an. "Der neue Geschäftsführer der isofloc hat in diesem Punkt schwache Nerven bewiesen und am 4. Februar 2002 Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der isofloc gestellt", meint Ökologik Ecovest. Allerdings besteht für den Geschäftsführer unabhängig von einer "Nervensache" die gesetzliche Verpflichtung, einen Isolvenzantrag zu stellen, wenn eine Zahlungsunfähigkeit droht.

Der Insolvenzverwalter wird jetzt die offenen Forderungen der isofloc einzutreiben versuchen. Dazu gehört nach Ansicht der Ökologik Ecovest auch die Forderung gegen den Investor.
Trotz Insolvenzverfahrens bleibt die isofloc bestehen. Das Geschäft läuft unter Regie des Insolvenzverwalters weiter. Das vorläufige Insolvenzverfahren hat zunächst also keine Auswirkungen für den Fonds und die Anleger. Die akute Finanzierungslücke der isofloc liege bei 200.000 bis 300.000 Mark, so die Ökologik Ecovest. Sie verweist darauf, dass der Beteiligungsfonds bestehen bleibe, wenn isofloc weiter bestehe - dass aber auch eine Zerschlagung der Gesellschaft möglich sei. Dann sei der Fonds nicht länger Gesellschafter. Wenn gar das Insolvenzverfahren mangels Masse nicht eröffnet werde, gingen die Gesellschaft isofloc und mit ihr auch die Gesellschaftsanteile unter. Der Fonds müsste, so Ökologik Ecovest, seinen Geschäftsanteil an der isofloc auf Null abschreiben. Die Anleger würden einen Totalverlust ihrer Einlage erleiden. "Aufgrund der hohen Vermögenswerte der isofloc ist die Nichteröffnung des Insolvenzverfahrens mangels Masse faktisch allerdings so gut wie auszuschließen", heißt es bei der Ökologik Ecovest.
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