11.02.03

11.2.2003: Der Schuh drückt - EnBW will Salamander abwickeln

EnBW (WKN 846097), Atomkonzern und regenerativer Energiebetreiber aus Baden-Württemberg, schweigt sich weiter über seine Pläne für die Salamander AG (WKN 730500) aus. Der Energiekonzern ist Hauptaktionär des Dienstleisters und Schuhproduzenten aus Kornwestheim. Einem Bericht der Stuttgarter Zeitung zufolge sind jedoch die Tage von Salamander gezählt. Der von der EnBW kommende Salamander-Vorstandschef Michael Gaßner habe die Strategie entwickelt, das Kornwestheimer Unternehmen wenn nicht als Ganzes, dann eben in Teilen zu sanieren. Nicht zufällig sei vor zwei Wochen mit Volker Grub ein profilierter Insolvenzverwalter als neuer Chef vorgestellt worden.

Während der offiziellen Vorstellung Grubs habe EnBW-Chef Gerhard Goll zwar durchblicken lassen, dass sich ein Teil des Dienstleistungsgeschäfts von Salamander in den Energiekonzern integrieren ließe. Für den Rest aber solle Grub nun bis Ende des Jahres Käufer finden. Dabei schreibe nur die Schuhsparte rote Zahlen, wenn gleich tiefrote. In 2002 sei das Minus von 18,8 Millionen Euro aus dem Jahr 2001 wohl noch unterboten worden. Die übrigen Geschäftsfelder - Parkplätze, Gebäudeverwaltung, Objektschutz und Fensterrahmen - seien jedoch profitabel.

Das Blatt verweist darauf, dass EnBW seit geraumer Zeit wegen seiner vielschichtigen Beteiligungen in der Kritik der Kapitalmärkte steht. Zuletzt habe EnBW-Finanzchef Bernd Balzereit eingeräumt, dass die Gewinne des Energieriesen deutlich unter denen der Branche liegen. Das bedeute, dass die EnBW am Kapitalmarkt schlechter bewertet wird und folglich höhere Kreditzinsen als die Konkurrenz zahlen muss. Nun wolle der Konzern Ballast abwerfen. Auch der Gebäudereiniger und -verwalter Gegenbauer-Bosse werde möglichst bald verkauft. Mit 10 000 Mitarbeitern beschäftigt das Berliner Unternehmen fast ein Viertel der gesamten Belegschaft des EnBW-Konzerns.
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