Nachhaltige Aktien, Meldungen

11.2.2008: Wochenrückblick: Vestas Wind Systems A/S hebt Prognose für 2007 an – Q-Cells AG sieht sich 2007 als weltgrößten Solarzellen-Produzenten – Gewinneinbruch beim Bekleidungshersteller Timberland Co

Nach dem kleinen Hoffnungssschimmer an den Märkten in der Vorwoche brachte die letzte Woche erneute Verluste an den Börsen. Der deutsche Aktienindex DAX verlor 2,89 Prozent auf 6.733,72 Punkte. Der US-amerikanische Leitindex Dow-Jones sackte um 3,19 Prozent auf 12.247,00 Punkte ab. Ein Minus von 2,83 Prozent wies der japanische Nikkei-Index zum Wochenschluss aus, er lag bei 13.207,15 Punkten. Der Ölpreis ist unter die Marke von 90 US-Dollar gesunken, auf 89,12 Dollar je Barrel (Vorwoche: 92,36 Dollar; minus 3,50 Prozent; Sorte "Brent Crude Oil"). Der Kupferpreis hat sich wenig verändert: Copper Grade A kostete je Tonne 7.347,50 Dollar nach 7.344,75 Dollar in der Vorwoche. Der Euro hat sich gegenüber dem Dollar verbilligt, er kostete zuletzt 1,4511 Dollar, 2,87 Cent weniger als in der Vorwoche.

Aufgrund eines starken 4. Quartals hat der Windkraftanlagenhersteller Vestas Wind Systems A/S seine Prognose für das Geschäftsjahr 2007 angehoben. Der Weltmarktführer erwartet nun einen Umsatz von 4,85 Milliarden Euro statt der ursprünglich prognostizierten 4,50 Milliarden Euro. Beim Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) soll sich die Marge auf 9,0 statt auf 8,0 Prozent belaufen.

Der Norderstedter Konkurrent Nordex AG hat nach vorläufigen Berechnungen den Umsatz in 2007 um 45 Prozent auf rund 747 Millionen Euro gesteigert (Vorjahr: 514 Millionen Euro). Das EBIT erhöhte sich um rund 140 Prozent auf 40 Millionen Euro (Vorjahr: 16,6 Millionen Euro). Die Umsatzrendite stieg von 3,2 auf 5,4 Prozent. Der Auftragseingang kletterte um 60 Prozent auf rund 1,2 Milliarden Euro (Vorjahr 767 Millionen Euro). Mittelfristig erwartet das Management der Gesellschaft ein Umsatzwachstum von 50 Prozent pro Jahr. Im Wesentlichen durch Skaleneffekte soll die Profitabilität weiter steigen.

Die Solarzellenproduzentin Evergreen Solar bereitet die Emission von 20 Millionen neuen Aktien vor. Das Unternehmen aus Marlboro im US-Bundesstaat Massachussetts erhofft es sich daraus Einnahmen von rund 232 Millionen Dollar. Damit sollen die Produktionskapazitäten am Standort in Devens, Massachusetts, ausgebaut werden.
Gerald Wilson, Vorstand bei Evergreen Solar, ist kurzfristig von seinem Amt zurück getreten. Laut US-Medienberichten warf Wilson wegen “Frustration und unproduktiver Beziehungen zu CEO Rick Feldt“ das Handtuch. Er habe in der Kündigung insbesondere den Führungsstil und Kommunikationsdefizite des CEO kritisiert.

Der börsennotierte Ausrüster für die Photovoltaikbranche, Manz Automation AG, hat für die in Taiwan börsennotierte Intech Machines Co., Ltd. ein Übernahmeangebot abgegeben. Insgesamt plant Manz eigenen Angaben zufolge bis Mitte/Ende März mindestens 51 Prozent an dem asiatischen Maschinen- und Anlagenbauer zu erwerben. Das Transaktionsvolumen belaufe sich voraussichtlich auf rund 26 Millionen Euro, so Manz.

Eine neues Werk für Solarmodule mit einer Jahreskapazität von 120 MW will die italienische Tochter der Solon AG für Solartechnik, Solon S.p.A., bauen. Die Anlage solle voraussichtlich bis Dezember 2008 in Carmignano di Brenta in der Provinz Padua entstehen, meldete das börsennotierte Berliner TecDAX-Unternehmen. Das Investitionsvolumen betrage 25 Millionen Euro.

Peter Pauli, Vorstand des börsennotierten Ausrüsters für die Solarindustrie Meyer Burger Technologie AG, macht sich keine Sorgen um eine mögliche Rezession. Laut einem Bericht von „Cash Daily“ verwies er darauf, dass die „Energieproblematik bestehen bleibe“. Meyer Burger könne in 2008 ein Umsatzplus von mehr als 20 Prozent erwirtschaften.

Die Thalheimer Q-Cells AG ist nach eigener Schätzung in 2007 zum weltgrößten Solarzellen-Produzenten aufgestiegen. Anton Milner, Vorstandsvorsitzender des TecDAX-Unternehmens, sagte gegenüber "Focus-Money": "Ich glaube, ja, wenn man die Produktion unseres Joint Ventures EverQ hinzunimmt." Milner äußerte sich gegenüber dem Blatt zudem „sehr zufrieden“ mit dem Geschäft 2007. Für 2008 sei er optimistisch. Q-Cells werde möglicherweise mehr Dünnschichtmodule produzieren als ursprünglich geplant. Die bisherige Planung könne zu konservativ sein.

Das Hamburger Solarunternehmen Conergy AG hat für 2007 noch schlechtere Zahlen als erwartet präsentiert. Nach vorläufigen Zahlen wurde 2007 ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von minus 174 Millionen Euro verbucht (2006: plus 24 Millionen). Das EBIT fiel von plus 19 Millionen auf minus 210 Millionen Euro. Das Nettoergebnis lag bei minus 157 Millionen Euro, nach plus 9 Millionen im Vorjahr. Der Umsatz belief sich auf 845 Millionen Euro (2006: 752 Millionen Euro). Im laufenden Geschäftsjahr gehe man noch einmal von einem erheblichen zweistelligen negativen Ergebnis vor Steuern (EBT) aus, so Conergy.
Wie es weiter hieß, gewähren die Commerzbank AG sowie die Dresdner Kleinwort dem TecDAX-Unternehmen zusätzliche Liquidität in Höhe von 240 Millionen Euro. Die Rückführung der Zwischenfinanzierung solle im Laufe des Jahres über eine Kapitalerhöhung erfolgen.

Der norwegische Photovoltaik-Konzern Renewable Energy Corporation ASA (REC) hat Probleme beim Ausbau seiner Siliziumproduktion. Die Erweiterung der Produktion in Moses Lake bei Washington in den USA verzögere sich um mindestens zwei Monate bis zum Ende des vierten Quartals, teilten die Norweger mit. Laut REC erhöhen sich die Kosten für den Ausbau des Standorts dadurch um 20 Prozent auf 800 Millionen US-Dollar. Die Silizium-Sparte werde voraussichtlich statt der eigentlich anvisierten 8.000 Tonnen nur 7.000 Tonnen Jahresproduktion erreichen. Das wiederum könne dazu führen, dass bei den Tochtergesellschaften REC Wafer und REC Solar Engpässe bei der Siliziumversorgung entstehen.

Fast 20 Prozent mehr Umsatz als ursprünglich prognostiziert will die Roth & Rau AG im laufenden Geschäftsjahr erzielen. Der börsennotierte Ausrüster für die Photovoltaikbranche aus Hohenstein-Ernstthal erhöhte sein Umsatzziel 2008 von 200 Millionen Euro auf mindestens 235 Millionen Euro. Hintergrund seien die anhaltend positiven Wachstumsaussichten für die gesamte Photovoltaik-Branche und die dynamische Auftragsentwicklung der ersten Wochen 2008, so Roth & Rau.

Feste Aufträge in Deutschland über mehr als 30 Millionen Euro meldet die Oldenburger aleo solar AG. Damit erhöhe sich das vertraglich gesicherte nationale Umsatzvolumen mit den bereits im Dezember gemeldeten Aufträgen auf über 55 Millionen Euro. Für 2008 habe aleo solar zusammen mit dem gemeldeten spanischen Auftragsvolumen 117 Millionen Euro unter Vertrag.
Die US-Milliardäre David Gelbaum und Monica Chavez Gelbaum sind bei dem Solarmodulbauer eingestiegen. Zum Stichtag 4. Februar hielten sie nach Angaben des Unternehmens 5,03 Prozent der Anteilscheine (655.969 Aktien).

Seit 30 Jahren installiert die US-amerikanische Real Goods Solar Solaranlagen auf Dächer. Eigenen Angaben zufolge ist sie Marktführer in Kalifornien. Das Unternehmen gehört zu 100 Prozent dem Mischkonzern Gaiam Inc. aus Broomfield, Colorado. Dieser erwägt nun, einen Minderheitsanteil an die Börse zu bringen. ThinkEquity Partners LLC solle die Aktienemission begleiten.

Die Taiwan PolySilicon Corp. hat eine größere Anzahl von "Siemens"-Reaktoren und Konvertern bei der centrotherm photovoltaics AG aus Blaubeuren bestellt. Das Equipment werde dem Unternehmen die Produktion von rund 5.000 Tonnen Solarsilizium ermöglichen, meldete centrotherm. Über das Auftragsvolumen habe man Stillschweigen vereinbart. Der Auftragsbestand der centrotherm beläuft sich laut der Meldung damit auf 578 Millionen Euro.

Energy Conversion Devices (ECD) aus Rochester Hills in Michigan meldete einen Verlust von 5,4 Millionen Dollar oder 14 Cents je Aktie im ersten Halbjahr ihres Geschäftsjahres (Vorjahr: 2,9 Millionen Dollar oder 7 Cents je Aktie). Wie es weiter hieß, hat ECD umfassend in den Ausbau des Solargeschäfts investiert. Aufgrund von Auftragszuflüssen für diese Sparte sei der Umsatz von 22,9 Millionen Dollar auf 56,4 Millionen Dollar gestiegen. CEO Mark Morelli erklärte, dass es seinem Unternehmen voraussichtlich bis zum vierten Quartal gelingen werde, nachhaltig profitabel zu wirtschaften. Die Nachfrage für die Dünnschicht-Solarlaminate der Gesellschaft habe sich vervielfacht und das Auftragsvolumen übersteige bereits die Produktionskapazitäten.

Einen Nettoverlust in Höhe von 3,9 Millionen Dollar oder 5 Cent je Aktie hat das chinesische Solarunternehmen Solar EnerTech Corp. für das 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres ausgewiesen. Wie die Produzentin von Solarzellen und -modulen aus Shanghai mitteilte, belief sich der Umsatz auf 4,8 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte die Gesellschaft noch keinen Umsatz erzielt und einen Verlust in Höhe von 2,6 Millionen Dollar oder 3 Cent je Aktie verbucht.

Die Riley Investment Management LLC hat ein Übernahmeangebot für die US-Chipproduzentin Transmeta Corporation vorgelegt. Medienberichten zufolge will das Unternehmen, das bereits 6,6 Prozent der Transmeta-Anteile hält, 15,50 Dollar pro Aktie zahlen. Das Angebot sei an eine Reihe von Bedingungen gebunden. Transmeta kündigte eine Prüfung des Angebots an.

Die Bilanzsumme der UmweltBank AG aus Nürnberg hat die Milliardengrenze überschritten. Wie die börsennotierte grüne Bank meldete, kletterte sie um 26,5 Prozent von 810,3 Millionen auf 1.025,3 Millionen Euro. Der vorläufige Jahresüberschuss stieg von 4,3 Millionen auf 6,5 Millionen Euro. Die Bank plant eine Dividende in Höhe von 50 Cent (Vorjahr: 69 Cent).

Die US-amerikanische Entsorgungsspezialistin Stericycle Inc. hat den Umsatz in 2007 um 18,1 Prozent auf 932,8 Millionen Dollar gesteigert. Der Nettogewinn verbesserte sich von 105,3 Millionen Dollar oder 1,16 Dollar je Aktie auf 118,4 Millionen Dollar oder 1,32 Dollar je Aktie. Die Stericycle Inc. operiert im Bereich der Entsorgung medizinischer Abfälle und deren Recycling.

Im vierten Quartal ist der Nettogewinn des US-amerikanischen Bekleidungsherstellers Timberland Co. um ein Drittel eingebrochen. Er sank laut Unternehmensangaben von 36,2 Millionen Dollar bzw. 58 Cents je Aktie auf 24,1 Millionen Dollar bzw. 40 Cents je Aktie. Das sei vor allem auf restrukturierungsbedingte Einmaleffekte zurück zu führen, so die Gesellschaft.

Die börsennotierte Beteiligungsgesellschaft mit Sitz im niederländischen Eindhoven, Capella Capital N.V., hat ihr Grundkapital um 500.000 neue Aktien auf 10,5 Millionen Aktien erhöht. Der Ausgabepreis pro Aktie betrug laut dem Unternehmen 0,45 Euro. Die Aktien wurden vollständig von einem strategischen Investor gezeichnet.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite Kurse.

Bilder: Windräder der Nordex AG in Frankreich; Produktion beim Q-Cells-Joint Venture EverQ; Timberland stellt auch Schuhe her / Quelle jeweils: Unternehmen

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der UmweltBank.
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