Nachhaltige Aktien, Meldungen

11.4.2007: Solaraktie mit spektakulären Kursanstieg: Was dahinter steckt, erfragte ECOreporter.de bei Solarvalue

Die Aktie der Berliner Solarvalue AG hat auch heute ihren spektakulären Kursanstieg fortgesetzt. Bis zum Mittag legte sie im XETRA über 19 Prozent zu. Sie notiert jetzt bei 48,40 Euro und hat ihren Wert damit binnen eines Monats mehr als vervierfacht. Noch Anfang März war sie für unter elf Euro zu haben. Forciert wurde die Kursentwicklung zum einen von der Nachricht über den Einstieg der indischen CD- und Solarzellen- Herstellerin Moser Baer India Ltd. bei der slowenischen Produktionsstätte der Solarvalue AG. 40 Prozent der Anteile an der Solarvalue Proizvodnja d.d hatte sie übernommen, was dieser laut Unternehmensangaben zu höheren Produktionskapazitäten in ihrer Silizium-Produktionsanlage verhelfen soll. Wie Maximilian Fischer, Investor Relations Manager und Sprecher der Solarvalue AG, gegenüber ECOreporter.de erläuterte, strebt der Investor nicht die Mehrheit an ihrer slowenischen Tochter an. Das könne er ausschließen.

Am Standort Ruse in Slowenien will die Solarvalue AG in einem metallurgischen Verfahren Solarsilizium herstellen. John Mott, COO der Produktionsgesellschaft, richte gegenwärtig dafür alles ein. Laut Unternehmenssprecher Fischer gehört er zu den wenigen Personen weltweit, die dieses Verfahren beherrschen. Er habe es schon in den 80er Jahren angewendet und verfüge daher über ausreichende Erfahrung mit dieser Technologie. 850 Tonnen des Rohstoffs für die Solarbranche wolle man in diesem Jahr produzieren, für 2008 würden 4.400 angestrebt. Aufgrund dieses besonderen Verfahrens sieht Fischer sein Unternehmen auch nicht in direkter Konkurrenz zu Silizium-Anbietern wie etwa Wacker, die auf herkömmliche Verfahren setzen. Die Silizium-Produktion mit Hilfe des metallurgischen Verfahrens sei deutlich kostengünstiger. Konkurrenten, die ebenfalls auf diese Technologie setzen, sind ihm zufolge etwa REC Silicon und die norwegische Elkem Solar. Diese sei am ehesten in der Lage, mit der Solarvalue AG zu konkurrieren, so der Unternehmenssprecher. Doch während die Herstellungskosten der Wettbewerber über 25 Euro je Kilogramm lägen, würden sie von Solarvalue unter 20 Euro gehalten. Die Abnahmepreise für herkömmlich produziertes Solarsilizium liegen deutlich über diesen Werten. Am Spotmarkt werden aktuell Preise von über 150 Euro bezahlt.

Laut Fischer verfolgt das erst 2005 gegründete Berliner Unternehmen ehrgeizige Pläne. Es wolle nach der Siliziumproduktion die gesamte Wertschöpfungskette eines integrierten Photovoltaik-Konzerns aufbauen. Bis wann genau dies umgesetzt werde, könne er noch nicht definitiv sagen, gewiss jedoch innerhalb der nächsten fünf Jahre. Allerdings muss dazu zunächst die Silizium-Produktion in Slowenien erfolgreich anlaufen. Der Sprecher der Solarvalue AG zeigte sich zuversichtlich und bezeichnete gegenüber ECOreporter.de die Bedingungen dafür am Standort Ruse als "Glückskonstellation". Er biete eine "einmalige Infrastruktur". Dort sei alles vorhanden, was benötigt werde: neben einer sehr guten und ausbaufähigen Stromversorgung und ausreichend großen Hallen auch eine gute Eisenbahn- und Straßenanbindung und die benötigten riesigen Lichtbogenöfen. Da zuvor in Ruse eine Kalziumkarbidfabrik mit diesen Öfen betrieben worden sei, gebe es auch genügend einheimisches Personal, das mit derartigen Anlagen umzugehen verstehe.

Wie Fischer gegenüber ECOreporter.de ausführte, möchte seine Gesellschaft trotz seiner günstigen Produktionskosten "faire Marktpreise" für ihr Silizium erzielen. Doch wenn die Preise für Silizium durch die von einigen Experten in Aussicht gestellte Entspannung bei der Nachfrage unter Druck gerieten, würde dies die Solarvalue AG deutlich weniger betreffen. Aufgrund des weltweiten Ausbaus der Solarproduktion rechne er allerdings nicht mit einer sinkenden Nachfrage für Silizium. Fischer verwies auf das große Interesse, das Investoren und Analysten in der vergangenen Woche auf der Photovoltaic Technology Show in München an seinem Unternehmen gezeigt hätten. Er sieht in dem starken Kursanstieg in den letzten Tagen auch einen Hinweis darauf, dass man bei diesen einen ausgesprochen positiven Eindruck hinterlassen habe. Die Solarvalue wolle noch in diesem Jahr eine weitere Kapitalerhöhung durchführen, so Fischer weiter. Einen Termin dafür habe man jedoch noch nicht festgelegt. Näheres könne er zudem im Vorfeld der Hauptversammlung am 27. April nicht mitteilen. Erst vor wenigen Monaten hatte das Unternehmen zwei Millionen Euro aus dem Verkauf von Aktien an ausgewählte Investoren eingenommen.

Solarvalue AG: ISIN DE000A0B58B4 / WKN A0B58B

Bildhinweis: Silizium dient der boomenden Solarbranche als wichtigster Rohstoff. / Quelle: Wacker
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