11.05.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

11.5.2007: RWE AG betreibt sechs der zehn schmutzigsten Kraftwerke in der EU

Von den 30 europäischen Kraftwerken, die über das Jahr 2006 verteilt am meisten CO2 ausstießen, steht jedes dritte in Deutschland. Das geht aus einer aktuellen Berechnung hervor, die das Öko-Institut im Auftrag des WWF durchgeführt hat. Wie die Umweltschutzorganisation mitteilt, handelt es sich bei den zehn klimaschädlichsten Anlagen in Europa ausnahmslos um Braunkohlekraftwerke. Größter "Klimakiller" sei das griechische Kraftwerk Agios Dimitrios. Pro Kilowattstunde erzeugtem Strom emittiere es rund 1350 Gramm Kohlendioxid (CO2). Sechs der zehn klimaschädlichsten Kraftwerke stehen laut der Untersuchung in Deutschland. Allein vier davon gehören zum Energiekonzern RWE: Niederaussem (Rang 3), Frimmersdorf (Rang 5), Weisweiler (Rang 6) und Neurath (Rang 7). Zwei weitere, Jänschwalde (Rang 4) und Boxberg (Rang 10), werden von Vattenfall betrieben.

"Die neuen Daten unterstreichen, dass EU Umweltkommissar Stavros Dimas mit seiner Kritik an Deutschlands Energiepolitik absolut richtig liegt", betont Regine Günther, Leiterin des Bereichs Klimapolitik beim WWF Deutschland. Wenn man bei der anstehenden Modernisierung des deutschen Kraftwerkparks erneut auf Kohle setze, zementiere man über Jahrzehnte einen zu hohen CO2-Ausstoß. Die Bundesregierung müsse endlich die Rahmenbedingungen schaffen, damit Privilegien und Subventionen für die klimaschädliche Kohle gestrichen werden. "Leider hat sich bei der Diskussion um den europäischen Emissionshandel gezeigt, dass der Regierung dazu noch immer der Mut fehlt", so Regine Günther. Der WWF fordert Nachbesserungen und empfiehlt eine Versteigerung der Verschmutzungszertifikate statt der kostenlosen Ausschüttung großer Kontingente von Emissionsrechten.

Laut der WWF-Untersuchung sind im vergangenen Jahr 393 Millionen Tonnen Kohlendioxid, also zehn Prozent der europäischen CO2-Emissionen insgesamt, auf das Konto der "Dreckigen Dreißig" gegangen. Statt über neue Kohlekraftwerke nachzudenken, müsse man aus der Kohleverstromung nach und nach aussteigen, so der Verband. Der WWF fordert, Kohle durch umweltfreundlichere Alternativen wie Gas und erneuerbare Energien zu ersetzen. Die EU müsse neben strengen CO2-Grenzwerten deutliche Anreize schaffen, in Wind-, Wasser- und Solarenergie zu investieren.
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