11.06.03

11.6.2003: "Dosengipfel" in Berlin

Zu Gesprächen über den erneut ausgebrochenen Streit um das Dosenpfand trifft sich Bundesumweltminister Jürgen Trittin heute in Berlin mit Pfandgegnern aus Handel und Industrie. Der Minister gab sich im Vorfeld des Treffens kämpferisch und forderte die Industrie auf, ihren Widerstand gegen das Dosenpfand aufzugeben. "Handel und Wirtschaft sind in der Pflicht, ihre Zusage einzuhalten", erklärte der Grüne Minister gegenüber der Chemnitzer "Freien Presse".

Trittin wies den Vorstoß der Wirtschaft zurück, die das Pfand durch eine Steuer ersetzen will. Den Urhebern dieser Idee gehe es offensichtlich nur darum, wieder auf Zeit zu spielen. Am Ende stehe das Ziel, die Pfandpflicht ganz zu kippen. Immerhin seien seit Einführung des Dosenpfands rund 10.000 neue Arbeitsplätze entstanden, betonte Trittin. Das Verhalten der Verbraucher habe sich erkennbar verändert: Leere Dosen würden nicht mehr so achtlos in die Landschaft geworfen.

Die Pfandgegner vertreten durch den Hauptverband des Deutschen Einzelhandels und die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie fordern demgegenüber eine "ergebnisoffene Diskussion". Michael Rogowski, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), hält die ökologische Wirkung der Pfandpflicht für gering. Die wirtschaftlichen Folgen fielen dagegen gravierend aus: Umsatzeinbrüche, Kurzarbeit und Arbeitsplatzverluste in der Getränkebranche.
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