11.09.07 Nachhaltige Aktien , Meldungen

11.9.2007: Aktien-News: Institutionelle Investoren wollen Verschlechterung der Aktionärsrechte in den USA verhindern

An einer Initiative gegen die Verschlechterung von Aktionärsrechten in den USA beteiligt sich die Genfer Stiftung Ethos. Wie die von Schweizer Pensionskassen gegründete Stiftung mitteilte, haben Aktionäre US-amerikanischer Unternehmen seit 60 Jahren das Recht, Anträge auf die Tagesordnung von Generalversammlungen börsennotierter Gesellschaften setzen zu lassen. Voraussetzung dafür sei der Besitz von Aktien im Börsenwert von 2000 US-Dollar. Auf diesem Wege sei es in de Vergangenheit oft möglich gewesen, zur Verbesserung der Unternehmenspraxis im Corporate-Governance- ebenso wie im Umwelt- und Sozialbereich beitragen, so Ethos.

Bei der Wahl des Verwaltungsrats hätten Aktionäre in den USA hingegen wenig Rechte. Nur der Verwaltungsrat des Unternehmens habe das Recht, Kandidaten vorzuschlagen. Es würden jeweils so viele Personen zur Wahl gestellt, wie Sitze zu besetzen sind. Wenn die Aktionäre mit der vorgeschlagenen Auswahl nicht zufrieden sind, bleibt ihnen laut Ethos nur eine vollständige Ablehnung; sie müssten der Generalversammlung eine komplett neue Kandidatenliste präsentieren. Aufgrund hoher Kosten sei dies „praktisch unmöglich“.

Wie die Schweizer weiter berichteten, haben Institutionelle Investoren wiederholt von der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC (Securities Exchange Commission) das Recht gefordert, eigene Kandidaten zu Wahl vorzuschlagen. Es sollten Kandidaten gewählt werden, die am meisten Stimmen auf sich vereinigen. Statt einer Entscheidung über die Forderungen bearbeite die SEC mehrere Vorschläge, die größtenteils die die gegenwärtigen Aktionärsrechte beträchtlich schmälern würden. Die Beratung darüber dauere noch bis zum 2. Oktober und enthalte unter anderem folgende Punkte:

* Unternehmen können künftig als „nicht konstruktiv“ beurteilte Aktionärsanträge ablehnen und nicht auf die Tagesordnung setzen.

* Aktionärinnen und Aktionäre müssen künftig über mindestens fünf Prozent des Aktienkapitals verfügen, um der Generalversammlung Kandidaten ihrer Wahl vorzuschlagen.

* Um einen Aktionärsantrag im Folgejahr erneut auf die Tagesordnung setzen zu können, muss er zuvor einen Ja-Stimmenanteil von neu 10, 15 und 20 Prozent (im ersten bzw. zweiten und dritten Jahr) erreichen, gegenüber 3, 6 und 10 Prozent zuvor.

Diese Änderungen würden das Recht, Einfluss auf die Tagesordnung zu nehmen, erheblich erschweren oder gar verunmöglichen, so Ethos. Enttäuschte institutionelle Anleger hätten sich entschlossen, den Kampf mit der SEC aufzunehmen. Eine ähnliche Mobilisierung habe es schon 1997 ermöglicht, das Antragsrecht mit der Schwelle von 2000 Dollar Börsenwert aufrechtzuerhalten. Das Schreiben könne bis zum 30.September 2007 auf www.domini.com unterzeichnet werden.
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