12.10.05 Finanzdienstleister

12.10.2005: Eine Chance für den Kongo - Der Mikrofinanzierer ProCredit Holding AG verst?rkt seine Pr?senz in Afrika

Der Mikrofinanzierer ProCredit Holding AG aus Frankfurt erm?glicht Kleinst- und Kleinunternehmern in Entwicklungs- und Transformationsl?ndern den Zugang zu geregelten Bankdienstleistungen. Sein Netz von bisher 18 Mikrofinanzinstituten in Osteuropa (10), Lateinamerika (5) und Afrika (3) hat er nun um eine ProCredit Bank in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) erweitert. Der Gesch?ftsbetrieb der neuen Dependance in der Hauptstadt Kinshasa war bereits Ende August aufgenommen worden, heute ?ffnete sie offiziell ihre T?ren. Wie die ProCredit Holding mitteilte, gab es in dem Land mit 60 Millionen Einwohnern bislang lediglich 35.000 Bankkonten, verteilt auf 10 Finanzinstitutionen mit dem Schwerpunkt "Corporate und Private Banking". Erst die ProCredit Bank erm?gliche der breiten Bev?lkerung einen Zugang zu "normalen" Bankdienstleistungen wie allt?glichem Zahlungsverkehr, Mikrokrediten, Girokonten und Sparb?chern. Sie wolle zur Normalisierung des Finanzdienstleistungssektors beitragen.

Die Nachfrage schon vor dem offiziellen Start der Gesch?fte spricht B?nde: "Bis Ende September wurden 1.300 Konten er?ffnet und 143 Kredite im Wert von 370.330 US-Dollar ausgelegt", teilte Louis-Odilon Alaguillaume mit, Operations Manager neuen Niederlassung. "ProCredit Bank Congo verzichtet als erste Bank in Kinshasa auf die landes?blichen Mindesteinlagen zwischen 1.000 und 25.000 US-Dollar bei der Er?ffnung eines Kontos", erkl?rte ihr Gesch?ftsf?hrer Oliver Meisenberg. "In der DRC k?nnen wir einen Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilisierung des Landes leisten, indem wir die gro?e Menge an Kleinst- und Kleinunternehmern st?rken, die das R?ckrad jeder Volkswirtschaft sind", erg?nzte Claus-Peter Zeitinger, Aufsichtsratsvorsitzender der ProCredit Holding. "Ihnen bieten wir einfache, transparente und faire Bankdienstleistungen an."

Zeitinger ist auch Gr?nder und Gesch?ftsf?hrer der im Bereich der Mikrofinanzierung f?hrenden Internationale Projekt Consult GmbH (IPC). Mit ihm f?hrten wir im September 2004 ein ECOreporter.de-Interview ?ber dieses Gesch?ft. Die ebenfalls in Frankfurt ans?ssige IPC GmbH hatte die ProCredit Holding AG (ehemals IMI AG) 1998 gemeinsam mit der niederl?ndischen DOEN-Stiftung gegr?ndet. Sp?ter kamen unter anderem die KfW Bankengruppe und die Washingtoner Weltbank-Tochter IFC hinzu. Diese vier haben als Gr?ndungsaktion?re auch das Eigenkapital der ProCredit Bank Kongo in H?he von 2,48 Millionen Euro bereitgestellt. Auf die ProCredit Holding entfallen 50 Prozent der Anteile, auf die DOEN Stiftung 20 Prozent, IPC und IFC sind mit jeweils15 Prozent beteiligt.

"Die ProCredit Gruppe wird in den kommenden Jahren vor allem in Afrika weitere Institutionen gr?nden, denn Afrika hat für uns die h?chste Priorit?t", so Zeitinger weiter. Auf dem Kontinent ist die Holding bereits in Ghana, Mosambik und Angola mit Banken vertreten. Die ProCredit Bank Congo will in den kommenden Monaten und Jahren zus?tzliche Zweigstellen in der Hauptstadt und im Landesinneren aufbauen.

Das Kreditportfolio der jetzt 19 unter dem Namen "ProCredit Bank" aufgebauten Mikrofinanzinstitute der ProCredit Holding AG betr?gt laut ihren Angaben gegenw?rtig 1,2 Milliarden Euro. Pro Monat w?rden Kredite im Gesamtvolumen von 120 Millionen Euro an 50.000 Endkreditnehmer vergeben. Die S?umigkeit der Kreditkunden liege im Durchschnitt bei nur einem Prozent und sei damit substanziell besser als bei durchschnittlichen europ?ischen Gesch?ftsbanken. Die Bankengruppe habe bislang Einlagen in H?he von 1,1 Milliarden Euro auf sich ziehen k?nnen; das meiste von Kleinsparern. Sie stammten aus rund einer Million Kundenkonten.

Bildhinweis:
Anbringen des Firmenschildes für die Filiale der ProCredit Bank Congo; Kleinunternehmer auf dem Marktplatz in Kinshasa, eine wichtige Zielgruppe für Mikrokredite / Quelle: ProCredit Holding AG
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