12.10.07 Erneuerbare Energie

12.10.2007: „Das Hauptrisiko liegt in einer gewissen Übersättigung des Marktes“ – ECOreporter.de-Interview mit Klaus Ragotzky, Geschäftsführer der Fidura Capital Consult

Die Fidura Capital Consult initiiert Private Equity Fonds, die unter anderem im Bereich Erneuerbare-Energien investieren. Das unabhängige Beratungs- und Emissionshaus wurde 2001 gegründet und hat eigenen Angaben zufolge bislang Geschlossene Fonds mit einem Gesamtvolumen von 45 Millionen Euro aufgelegt. Klaus Ragotzky Geschäftsführer des Münchener Emissionshauses, erläutert im Interview mit ECOreporter.de das Konzept der Gesellschaft. Es soll Privatanlegern Investments in mittelständischen Unternehmen ermöglichen.
ECOreporter.de: Herr Ragotzky, in welchem Umfang sind Sie gegenwärtig im Sektor Erneuerbare Energien investiert, welches Investitionsvolumen streben sie an?
Klaus Ragotzky: Da die Fidura Fonds derzeit am Beginn Ihrer Investitionsphase stehen, sind sie noch nicht an einem „reinrassigen“ Unternehmen des Sektors „Erneuerbare Energien“ beteiligt.


ECOreporter.de: Wie interessant ist der Sektor Erneuerbare Energie für Ihr Unternehmen?
Ragotzky: Bei der Priorisierung von potenziellen Portfoliounternehmen besitzen Unternehmen aus diesem Bereich einen hohen Stellenwert für die Fidura Fonds. Allerdings ist auch bei diesen Unternehmen die wirtschaftliche Attraktivität des Geschäftsmodells maßgeblich für eine Beteiligung.


ECOreporter.de: Welche Branchen der Erneuerbaren Energien halten Sie für besonders aussichtsreich und warum?
Ragotzky: Unternehmen aus den Bereichen Solartechnik, Biogas und Biodiesel mit Fokussierung des US-Marktes. Speziell dieser Markt dürfte aufgrund des sich abzeichnenden stark steigenden Umweltbewusstseins der dortigen Gesellschaft vor einem fulminanten Wachstum stehen. Einige Unternehmen (auch aus Deutschland) haben dies bereits erkannt.


ECOreporter.de: Legen Sie bei den Investments Schwerpunkte auf bestimmte Regionen?
Ragotzky: Unsere Schwerpunkte sind Deutschland, die Schweiz, Österreich, die Slowakei und Tschechien. Die beiden letzteren wegen unseres guten Netzwerkes in die Region, z.B. Kooperation mit der Universität Trencin.


ECOreporter.de: Mit welchem Zeithorizont investieren Sie?
Ragotzky: Fünf bis neun Jahre.


ECOreporter.de: Wo liegen Ihrer Erfahrung nach Risiken für Investments im Sektor Erneuerbare Energien?
Ragotzky: Das Hauptrisiko liegt in einer gewissen Übersättigung des Marktes. Beinahe jeden Tag erhalten wir Anfragen zur Finanzierung eines Wind- oder Biokraftwerks. Bisher haben wir allerdings noch kein – für einen Private Equity Fonds - wirklich überzeugendes Geschäftsmodell gesehen. Viele „Unternehmer“ versuchen derzeit auf eine Modewelle aufzuspringen und ähnlich wie in der Phase des Internet-Hypes einfach an Investorengelder zu gelangen.


ECOreporter.de: Welche Voraussetzungen muss ein Erneuerbare-Energie-Unternehmen erfüllen, damit es für Sie interessant ist? Und was für Renditen erwarten sie?
Ragotzky: Neben der Erfüllung unserer Nachhaltigkeitskriterien ist ein realistisches Geschäftsmodell für eine Beteiligung unerlässlich. Über die kommenden fünf Jahre sollten deutlich zweistellige Jahresrenditen möglich sein, wir erwarten mindestens 30 Prozent jährlich.


ECOreporter.de: Wie knüpfen Sie Kontakt zu Erneuerbare-Energie-Unternehmen?
Ragotzky: Aufgrund unserer guten Vernetzung in die Beteiligungsbranche und unserer Mitgliedschaft in zahlreichen Wirtschaftsverbänden erhält speziell unser Fidura Rendite Plus Ethik Fonds zahlreiche Anfragen.


ECOreporter.de: Wie gestaltet sich das Verhältnis zwischen der Fidura und den Gesellschaften, an denen Sie sich beteiligen konkret?
Ragotzky: Eine gute Private Equity Gesellschaft sollte immer mehr als nur Kapital zur Verfügung stellen. Immer dort, wo es erforderlich ist, stellen wir unser Netzwerk und betriebswirtschaftliches Know-how zur Verfügung. Ein direkter Eingriff in die Unternehmensführung erfolgt aufgrund der vermögensverwaltenden Stellung unserer Fonds allerdings nicht.


ECOreporter.de: Welche Besonderheiten hat das Geschäftsmodell Ihres Unternehmens gegenüber dem anderer Akteure auf dem Markt für Private Equity und Venture Capital?
Ragotzky: Im Bereich der sogenannten Retail-Fonds, also jener Fonds, die sich nicht an institutionelle Investoren sondern an den Normalanleger richten, muss zunächst zwischen Dachfonds und direkt investierenden Fonds unterschieden werden. Die Fidura Private Equity Fonds zählen zu den wenigen Fonds in Deutschland, die dem Anleger ein Direktanlagekonzept mit einem im Vergleich zu Dachfonds erheblich besseren Chance-Risiko-Verhältnis anbieten. Es fallen keine doppelten Kosten an. Um dem ausgeprägtem Sicherheitsbedürfnis von Privatanlegern Rechnung zu tragen, verfügen beide Fidura Fonds darüber hinaus über eine einzigartige (fakultative) Kapitalabsicherungskomponente, die in Zusammenarbeit mit angelsächsischen Versicherungsgesellschaften realisiert wird. Zusammen mit seiner klaren Ausrichtung auf nachhaltige Investments ist der aktuell platzierte Fidura Rendite Plus Ethik Fonds konkurrenzlos im Bereich geschlossener Private Equity Fonds im deutschsprachigen Raum.

ECOreporter.de: Herr Ragotzky, wir danken Ihnen für das Gespräch!.


Interessierte Unternehmen können sich bei Fidura an folgende Ansprechpartner wenden:
Herr Ragotzky, Herr Reichenbach, Fidura Private Equity Fonds, Bavariaring 44, 80336 München, Tel.: 089/238898-0, E-Mail: beteiligungen@fidura-fonds.de

Das Interview steht auch als pdf-Datei zum Download (Link entfernt) bereit.

Bild: Klaus Ragotzky / Quelle: Unternehmen
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